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Donnerstag, 27. Juli 2017

Das ist nix für mich...

Mit so einer Aussage sollte ich zukünftig vorsichtiger sein...
Anfang des Jahres, als ich mich meiner Mini-Garderobe beschäftigt habe, schloss ich einen Rock für mich mit dem Satz "das ist nix für mich- weil trage ich nicht" aus. Und was zeige ich euch heute? - Genau, einen Rock. Und ich habe ihn an den richtig heißen Tagen diesen Sommer schon ein paar mal getragen... Hätte mir mal nicht jemand vorher sagen können, dass Röcke sich so super einfach tragen und sau bequem sind? Grade wenn es heiß ist?


Da musste mir wohl erstmal das richtige Schnittmuster begegnen...
Anfangs war FinasRock für mich halt ein Rock und somit für mich uninteressant. Bis nach und nach immer mehr Röcke auftauchten und ich seinem Charme doch erlag. Schlicht, unkompliziert und große Taschen!!!


Ich sag euch, die Taschen sind zu verführerisch zum Hände reinstecken - zumindest für Fotos...

Und schnell genäht ist der Rock übrigens auch. Er besteht aus 4 Bahnen und den dazwischen eingefassten Taschen. Oben wird er umschlagen, Gummi eingezogen und unten noch säumen. Fertig.

In meinem Fall habe ich ihn nach der ersten Anprobe noch um ca. 3 cm gekürzt. Saumzugabe hatte ich von Anfang an nicht vorgesehen, so dass er etwa 5 cm kürzer ist als vorgesehen. Nun endet er etwa eine Hand breit über dem  Knie.


Den Rock habe ich aus einem Chambray genäht. Der obere Faden ist in einem Dunkelblau, der untere Faden Aprikot. Dadurch erhält er, je nach Lichteinfall, einen wunderschönen changierenden Effekt. Auf dem oberen Foto kann man es erahnen... Sieht es nicht genial aus?

Zu dem Rock trage ich eine Art Bretonenshirt. In korall-weiß geringelt aus Viskosejerey.

Koralle - noch so ein "Das-ist-nix-für-mich". Bis zur Farbberatung Anfang letzten Jahres.
Seitdem hat sich in meinem Kleiderschrank viel getan und die Abteilung rot/orange/rosa ist mächtig gewachsen.
Ein bisschen geschummelt ist das Bild, weil ich euch meinen hummerroten Doufflecoat und meine Cambag Tessa untergejubelt habe und sich meine grüne Cheyenne und meine hellblaue Flamingo-Bluse in der befanden... Und nein, so ordentlich sieht es normalerweise nicht aus...


Falls es euch interessiert wie mein Kleiderschrank vor knapp 1,5 Jahren aussah bitte hier entlang...

Aber jetzt schnell zurück zum Shirt.
Als ich den Stoff bei Karstadt auf dem Wühltisch sah, hatte ich genau dieses Shirt vor Augen. Leichter U-Boot-Ausschnitt und 3/4-Arm.

Bei dem Schnitt handelt es sich eigentlich um ein Plantain-Shirt von Deer&Doe. Allerdings habe ich den Ausschnitt verändert. Die Weite zu den Schultern hin ist gleich geblieben, aber von der Tiefe des Ausschnitts ist kaum mehr was übrig. Gerade noch so, dass die Schlüsselbeine sichtbar bleiben...
Außerdem habe ich den Ausschnitt nicht wie vorgesehen mit Bündchen eingefasst, sondern mit Beleg gearbeitet und abgesteppt.  


Da mir bei meinem orange-weiß-gestreiften Plantain-Shirt, der Brustbereich etwas eng ist, habe ich diesmal bis zu unter dem Armloch eine Größe größer zugeschnitten und habe es zur Taille hin wieder auf die kleinere Größe auslaufen lassen.
Entsprechend habe ich auch auch die größere Armkugel eingenäht und habe den Arm auf die kleinere Größe auslaufen lassen. Beim Fotos sichten ist mir aufgefallen, dass am Oberarm doch etwas viel Stoff schlappert. Da muss ich noch mal ran...


Mal sehen, ob ich das noch vor meinem Urlaub schaffe. Denn die Kombi muss auf jeden Fall mit... Wenn sie nicht nach Urlaub, Strand und Meer aussieht, dann weiß ich auch nicht.


Verlinkt mit RUMS#12coloursofhandmadefashionfinasideenblog#ichnähemirmeineminigarderobe2017
Stoffe: Shirt: Viskosejersey, Karstadt, Rock: Chambray dark blue/aprikot, Stoffhandel 
Schnitte: abgewandeltes Plantain Shirt, Deer & Doe, Finas Rock, FinasIdeen

Mittwoch, 21. Juni 2017

Waterfall Raglan Kleid...

Eigentlich sollte es das Kleid gar nicht geben. Denn eigentlich hatte ich den Stoff für den Jumpsuit meiner Mini-Garderobe gekauft. Und eigentlich wollte ich im Herbst das Relaxed-Kleid aus der Ottobre dafür nähen. Aber tatsächlich trage ich im Herbst keine Kleider. Dafür bin ich zu frostbeulig. Und einen langen Jumpsuit ganz in gelb konnte ich mir zu Hause dann auch nocht mehr so recht vorstellen...
Aber ein luftig leichtes Walla-Walla-Kleid in gelb schon...


Also habe ich kurzerhand umdisponiert und das Waterfall Raglan in der Kleidlänge von Chalk and Notch zugeschnitten.



Eigentlich ist der Schnitt auf dehnbare, weichfallende Stoffe ausgelegt. Aber dank Epileles Blusen-Version wusste ich dass es auch mit meinem Voile funkionieren würde...
Dafür habe ich jedoch sämtliche Schulternähte eine Nummer größer zugeschnitten und statt der im Schnitt vorgesehenen 1 cm Nahtzugabe nur 0,7cm.
Außerdem habe ich die Ärmellänge noch einmal um 3 cm gekürzt. So habe ich jetzt tatsächlich alle Bewegungsfreiheiten die ich so brauche...

Leider stand dadurch (?) und durch das nichtelastische Material der Ausschnitt unschön ab. Da ich nicht mit Bündchen einfassen wollte, habe ich die überschüssige Weite - ca. 2cm pro Schulter - weggenommen.



Und anschließend mit Schrägband verstürzt. Man sieht, ein bisschen kippt der Ausschnitt dennoch nach hinten. Aber das meiste ließ sich mit viiiiiel dämpfen regeln...
Dafür könnt ihr jetzt einen Blick auf das schöne Schrägband erhaschen...


Und weil ich es an meinen andern beiden Kleidern wirklich vermisse, habe ich noch Nahttaschen reingebastelt...


Ansonsten habe ich an dem Kleid nichts geändert. D.h. auch die Länge ist so wie im Schnitt vorgesehen.



Mit Gürtel getragen wirkt das Kleid gleich wieder anders. Deutlich mädchenhafter... Und ich habe mich beim Tragen um gute 10 Jahre verjüngt gefühlt. Aber seht nur, wie schön die Seitenansicht dadurch aussieht.


Auch meinen kurzen Victoria Blazer finde ich nicht schlecht dazu. Allerdings wirkt das Outfit dadurch gleich viel strenger, wenn ihr versteht was ich meine...


Ich liebe dieses Kleid! Auch wenn ich mir strenggenommen ein Zelt genäht habe...


Aber es impliziert für mich alles was perfekte Sommerbekleidung ausmacht. Es hat eine fröhliche Farbe. Es ist luftig, leicht. Jede Bewegung bringt es zum Schwingen. Und es ist so herrlich unkompliziert...


Verlinkt mit Memademittwoch, ichnähemirmeineMini-Garderober2017, AfterWorkSewing
Stoff: Voile, Delta Fabric
Schnitt: Waterfall Raglan, Chalk and Notch via Näh-Connection



Liebe Mini-Garderoben-Teilnehmerinnen- wir fahren am letzten Juli-Wochenende in Urlaub. Habt bitte Verständniss, wenn eure Bilder nicht pünktlich zum Monatsende in der Galerie sind, solltet ihr eure Verlinkung während der tummultige Vorbereitungs-/Abfahrtszeit stattfinden. Ich trage euch aber auf jeden Fall nach. Versprochen...

Montag, 16. Januar 2017

Zwischenstand bei #myfallessentials...

Tja, was hat sich seit dem ersten Beitrag zu #myfallessentials getan?
Ich war mir damals unsicher bei meinem Stil. Mir fehlte gefühlt die Linie...
Außerdem mangelte es mir an Basics. An beiden Punkten habe ich gearbeitet. Auch wenn ich zwischenzeitlich das Gefühl hatte nicht vom Fleck zu kommen und mich im Kreis zu drehen. Aber tatsächlich bin ich einen großen Schritt vorangekommen und war ich sogar sehr produktiv...


Es sind 2 normale Langarmshirts, ein Rollkragenpulli, ein simples Sweatshirt nach dem Grundschritt Relaxed aus der Ottobre (das Kleid muss mind. eine Nummer kleiner genäht werden), zwei Strickjacken - eine genähte und eine gestrickte, eine Cheyenne Tunic als erstes Teil meiner Mini-Garderobe 2017 und als Masterpiece mein Wind- und Wetterparka entstanden. Ein rotbraunes Langarmshirt und ein brauner Pulli werden noch folgen...
Alle Teile - bis auf die olivefarbene Strickjacke werden gerne und viel getragen. Die Strickjacke ist schlichtweg zu dünn um aktuell gertragen zu werden.
Damit Platz für die neuen Teile im Schrank war, habe ich im Vorfeld viel aussortiert. Und wenn der Winter rum ist, werden weitere Teile gehen müssen...

Die Collage gibt schon einen guten Eindruck meiner bevorzugten Farben wieder. Aber ganz offensichtlich wurde es, ich für zwischen den Jahren meinen Koffer nur mit lauter Lieblingsklamotten packte...
Nur meine aprikot-/lachsfarbene Bluse für chice Anlässe fehlt auf dem Stapel...


Die meisten werden diesen Stapel als zu bunt empfinden. Aber ich mag Farbe! Und ich fühle mich wohl in Farbe. Weiß, schwarz oder grau habe ich kaum mehr in meinem Schrank. Darin fühle ich mich nicht wohl. Ebenso wenn ich mich ausschließlich in neutralen /quasi neutralen Farben kleide...
Daher trage ich meistens meine Basisfarben kombiniert mit einer Akzentfarbe.

Als Basisfarbe haben sich hier braun, marine, sand und olive durchgesetzt. Wobei ich im Herbst / Winter olive dem sand  vorziehe. Ansonsten gibt es bei mir sonnen-/senfgelb, karamel und petrol als Akzentfarben. Im Frühling / Sommer statt karamel eher orange / aprikot / lachs.

Seitdem ich meinen Schrank farblich nach und nach auf Frühlings-/ Herbsfarben umgestellt habe, fällt es mir viel leichter mit dem Kombinieren. Denn farblich kann ich nun fast komplett kreuz und quer kombinieren.... Und das tue ich nun auch fleißig. Manches passt besser zusammen als anderes, aber so richtige Flopps gibt es eigentlich kaum noch...


Besonders glücklich bin ich natürlich über meinen Parka. Denn durch die Farbe "Sand" ist er wunderbar kombinierfreundlich. Nur zur meiner braunen Ludwig Lässig passt er nicht so gut.
Da er fast täglich im Einsatz ist kann ich nun auch Rückmeldung zum Oberstoff und dem Wärmeempfinden geben...
Der Oberstoff  hält was er verspricht. Er ist regen- und schmutzabweisend. Wenn das Räupchen mal wieder auf den Arm wollte und seine matschigen Schuhe an meiner Jacke abstreifte, reicht es den Matsch trocknen zu lassen. Anschließend lässt er sich problemlos ausklopfen.
Wärmetechnisch ist der Parka (bestehend aus beschichtete Baumwolle, Thinsulate und Baumwolle) ebenso warm wie mein Doufflecoat aus Walk. Bei ca. 5 ° kann ich mich drunter ganz normal kleiden. Ist es kälter, muss ich drunter meinen Fleece- oder Merinopulli tragen....
Was aber definitiv ein großes Plus für den Parka ist, ist dass er tatsächlich winddicht ist. Auch der klirenste Wind dringt nicht ein.  Das war ja das große Manko vom Doufflecoat.


Auch stilistisch ist mir einiges klar geworden.
Im Winter geht mir der Stil flöten - ich bin eine Frostbeule.  Das war mir jetzt nicht neu ;-)
Ich kann mich gar nicht warm genug einpacken. Daher trage ich tatsächlich am liebsten Pullis. Und gerne Grobstrick. Drunter ist es fast egal, Hauptsache Langarm und warm, da die Wahrscheinlichkeit dass ich den Pulli auch in Räumlichkeiten ausziehe, gegen Null geht. Für den nächsten Winter möchte ich daher gerne für mich stricken...


Der Pulli ist "Jennifer" aus der La Maison Victor 5/16 und wurde von meiner Mutter für mich gestrickt - natürlich in grün / petrol ;-) Wie immer bei LMV in 34 aber um ca. 10 cm verlängert.  Eigentlich ist Mohair vorgesehen gewesen, aber ich habe mir ihn aus Merinowolle gewünscht. Jetzt ist er zwar nicht so fluffig, passt da für aber zu mir und meinem Leben...

Im Herbst / Frühling liebe ich Cardigans. Am liebesten in einer längern Variante. Also über den Hintern gehend. Hier zum Beispiel meine Strickjacke aus der La Maison Victor (Modellnahme ist mir gerade entfallen).


Den habe tatsächlich ich gestrickt. Meine Strickfähigkiten sind definitif ausbaufähig. Dennoch bin ich stolz drauf. Denn es ist das erste Teil dass ich seit meiner Jugend gestrickt habe. Und das waren dann auch nur Schals... Die Wolle besteht aus unterschiedlichen Fäden. So auch einen weißen und kupferfarbenen, die sich immer wieder verdicken. Dadurch ist die Farbe nicht langweilig und passt toll vorallem zu rot und braun Tönen aber auch zu Jeans...

Jeans ist ein gutes Stichwort - Das ist mein Kleidungsstück schlecht hin! Ich trage durchaus auch was anderes als meine dunkle Jeans die auf der Hüfte sitzt, aber tatsächlich ist diese Hose wahrscheinlich das meistgetragene Kleidungsstück in meinem Schrank. Das kann man auch meinen Fotos erahnen...
Röcke trage ich so gut wie gar nicht. Und Kleider eigentlich fast ausschließlich im Sommer oder zu besonderen Anlässen...
Eigentlich war noch eine Hose geplant. Die steht bei meiner Mini-Garderoben-Liste für März auf dem Programm. Sie ist also nicht hinten runter gefallen, aber erst einmal ging es drum, den tatsächlichen Bedarf zu decken.

Was mir auch riesig geholfen hat, mir über meinen Stil klar zu werden, sind meine Schnittrecherchen und Skizzen für mein Jahresprojekt #Ich nähe mir meine Mini-Garderobe 2017.
Das Skizzieren hat noch mal richtig schön visualisiert was ich mag. Und es war gut zu sehen, was zusammen passt und was nicht. Ich denke, dass werde ich beibehalten...

Aber nun zu den was ich mag: Momentan sind es eher legere Schnitte - Relaxed /Loose fit. Nach wie vor die überschnittenen Ärmel, wie an den beiden Pullis und kleinere runde Ausschnitte.
Oder einen moderaten U-boot Auschnitt wie an meiner Tanja.


Grundsätzlich mag ich schon blusenähnliche Schnitte - allerdings trage ich sie sie vorwiegend im Frühling/ Sommer.
Es gibt spezielle Elemente die ich an "Blusen" mag. Das sind Stehkrägen, kurze Knopfleisten, verdeckte Knopfleisten und Riegel.


Ich denke, durch die Zusammenstellung lässt sich mein Stil recht gut erfassen.
Und momentan bin ich eigentlich recht zufrieden mit meinem Stil und dem Weg den ich eingeschlagen habe. Das liegt mit sicherlich auch daran, dass mir zwei Personen unabhängig und ohne dass ich danach gefragt hätte, sagten, dass ich einen coolen und für mich passenden Stil bekommen hätte... Wenn das nicht runter geht wie Öl...

Dienstag, 11. Oktober 2016

#myfallessentials...

Das Thema Capsule Wardrobe fand ich seit der ersten Begegnung mit diesem Begriff spannend. Seinen Kleiderschrank reduzieren auf das was man wirklich braucht, regelmäßig trägt, ganz sein Stil und untereinander gut kombinierbar ist.  Klingt super, oder?
Mit dem Hintergedanken an so einen durchdachten Kleiderschrank habe ich im Frühling und Sommer für mich genäht. Denn sowohl der Platz in meinem Kleiderschrank, als auch meine Zeit ist begrenzt. Sowohl meine Nähzeit, als auch meine Zeit morgens beim Anziehen. Ich mag ordentlich aussehen, mir aber eigentlich keine/kaum Gedanken darüber machen müssen ob das nun zusammen passt oder nicht. 
Daher habe ich die meisten Nähprojekte lange mit mir herumgetragen bis ich es tatsächlich umgesetzt habe. Meist begann es mit einem Inspirationsbild von Pinterest oder einem Modeprospekt. Wenn mich dieses Bild nicht mehr losgelassen hat, habe ich versucht es zu analysieren. Was hat mich an dem Bild angesprochen? War es der Stil? Die Kombination? Ein spezielles Kleidungsstück? Passt es auch zu mir? Wenn ja, was muss ich machen um den Look zu erreichen? Habe ich schon Teile im Kleiderschrank die ich dafür brauche? Funktioniert z.B. das Oberteil auch ohne die Hose des Bildes? Würde es auch zu Hosen aus meiner Gaderobe passen? Denn ein "Folgenähen" wollte ich auf jeden Fall vermeiden.
Wenn mir spontan mindestens zwei passende Kombinatiosmöglichkeiten dazu eingefallen sind, habe ich mich weiter mit passender Stoff- und Schnittsuche beschäftigt. Im Vergleich zu den vielen Gedankengängen, waren die meisten Teile schnell genäht....

Ein gutes Beispiel ist mein Streifen-Shirt. Den Look hatte ich bei einer Bekannten gesehen. Den passenden Rock hatte ich noch in meiner Upcycling-Kiste und den Streifenstoff in meiner Stoffkiste. Ich mag Look. Aber der Rock ist zum kürzen wieder in die Upcycling-Kiste gewandert und ich habe das Shirt im Sommer zu allen meinen Hosen getragen oder gar unter einem Hemdblusenkleid...
Denn eigentlich sind Röcke nichts für mich. Und Kleider trage ich auch nur zu Ausnahmen. An bestimmt 95% der Tage im Jahr gibt es mich in Hosen.


Aber so mag ich das - wenn ein Teil möglichst viele Optionen mit sich bringt. Der eine Look hat für mich nicht funktioniert, dennoch ist es keine Schrankleiche geworden...

Allerdings muss ich gestehen, dass nicht alle meine Näprojekte so durchdacht waren. Das ein oder andere Teil ist auch impulsiv entstanden. Weil mir der Stoff so gut gefiel. Wie z.B. meine Flamingo-Bluse


Oder weil ich einfach mal ausprobieren wollte ob ein spezieller Schnitt / Stil mir steht... 
Aber auch die Teile haben mich weiter gebracht. Denn durch die Flamingobluse habe ich z.B. festgestellt, dass ich an mir durchaus gerne einen Hauch von  Extravagantz mag. 
Und woher soll man wissen ob einen ein spezieller Stil steht wenn man es nicht ausprobiert? Wie z.B. meine mittlerweile heißgeliebte Ludwig Lässig.


Insgesamt finde ich gerade das Thema Stil interessant. Aber schwierig. Und ich bewundere jeden, der "seinen" Stil gefunden hat. Ich selbst befinde mich noch auf der Suche. Wobei ich immer häufiger das Gefühl hatte, dass mein aktuelles "Ich" mit meinem aktuellen Kleiderschrank ganz gut zusammen passen.

Wobei mein Kleiderschrank durchaus noch Lücken aufweist. So mag ich es ja gerne gemustert. 


Und habe auch keine Angst vor großflächigen Farbeinsatz. 


Und manchmal triebe ich es schlicht weg zu bunt. Ein paar zurückhaltendere Teile wären durchaus von Vorteil. Gerade für die Übergangszeiten. Wenn man doch noch einen Pulli oder Cardigan braucht...
Zumal die Langarm-Teile noch allesamt aus vor meiner Farbberatungszeit stammen und somit mäßig zu der neuen Gaderobe passen. Und auch nicht mehr unbedingt mein Stil sind. Da gibt es auf jeden Fall dran zu arbeiten
Auch müssten ein paar neue Jeans her. Die Bestandshosen werden in absehbarer Zeit das zeitliche segnen. Und seit langem möchte ich eine Boyfriendshose für mich ausprobieren. Das schiebe ich seit fast einem 3/4 Jahr vor mich her.

Meiner Frühlings-Farbpalette werde ich treu bleiben. Darin fühle ich mich wirklich wohl. Allerdings mag ich sowieso schon die kräftigeren Farben. Und jetzt werden die Farben noch satter /herbstlicher. Das geht schon eine Weile so, dass ich morgens intuitiv zu den satteren Farben greife statt zu den frischen Frühlingsfarben. Warum sich also dagegen sträuben?

Allerdings geht es nicht nur drum Lieblingsteile-Teile zu produzieren, sondern sich auch von Teilen zu trennen, die man aus den unterschiedlichsten Gründen nicht trägt.
So habe ich, bevor ich mit der Frühlings-/Sommergaderobe begonnen habe, die Teile aussortiert, die nicht richtig saßen oder ihre beste Zeit schon hinter sich hatten. Vor einigen Tagen bin ich noch einmal meinen Frühling-/Sommerkleiderschrank durchgegangen und habe alle Teil aussortiert die ich diesen Sommer nicht getragen habe. Da kam einiges zusammen. Auch das ein oder andere selbstgenähte. Was mach ich damit? Für den Flohmarkt sind mir die Teile eigentlich zu schade...
Auch die aktuelle Herbst-/Wintergaderobe werde ich nächstes Wochende kritisch begutachten und schon mal alles aussortieren was eigentlich nicht mehr wirklich tragbar ist. Und dann nach und nach ein Naja-Teil gegen hoffentlich weitere Lieblingsteile ersetzten.

Und wie sieht es mit dir aus? Mistest du regelmäßig deinen Schrank aus? Wie nähst du? Impulsiv oder durchstrukturiert? Hast du deinen Stil gefunden oder suchst du noch, so wie ich?

An dieser Stelle mag ich mich bei Elke und Lena bedanken, die mich an das Thema vernetzten Kleiderschrank herangefürt haben und mich zu einer neuen Denkweise bewogen haben. Wenn dich das Thema ebenfalls interessiert, schau doch mal bei Elle Puls vorbei,

Dienstag, 31. Mai 2016

#MeMadeMittwoch-Woche 4

So! Nun ist der Mai so gut wie rum. Und was denkt ihr? Habe ich mein Ziel erreicht? Oder gar übertroffen?
Wie schon angedeutet, war die letzte Woche für mich recht herausfordernd. Mittwochs musste ich nämlich schon packen für meinen 4 Tagetrip. Alleine. Ans andere Ende der Republik. Mit Radtour. Und abendlichem Ausgehen. Und möglichst wenig Gepäck... 


Outfit 23: Stiefel, helle Jeans, SweatAiko
Kalt, grau, bäh. Gemütliches Outfit nötig...

Outfit 24: Socken, helle Jeans, Basic Kapuzenpulli
Kalt, nass, bäh. Morgens mit Sneakers, nachmittags mit Gummistiefeln um mit den Jungs Pfützenspringen zu gehen. Deshalb ist die Hose zum Zeitpunkt des Fotos auch wäschereif...

 

Outfit 25: Socken, dunkle Jeans, senfgelber BasicPulli, caramelfarbene Lederjacke.
Sehr schöne Farbzusammenstellung. Gefällt mir, muss ich mir merken... 

Outfit 26: Graue Sneakers, LudwigLässig, weißes Fledermausoberteil, anthrazitfarbene Strickjacke
Gemütliches Outfit für 5 Stunden Zugfahrt und einmal Abendessen. Na? Erkennt ihr wo ich hingefahren bin?
Genau - Berlin! Ich durfte Yvonne vom Blog YvaR. kennenlernen und einen schönen Abend mit ihr verbringen, bevor es zu meiner Kajüte ging...


Am nächsten Morgen, als ich zur unchristlichen Uhrzeit aufstehen musste, schwamm, beim Öffnen des Bullauges, gerade eine Ente vorbei. Das konnte nur ein guter Tag werden...


Outfit 27: graue Sneakers, LudwigLässig, sonnengelbes T-Shirt, Sonnenbrand
Eigentlich war ein anderes Outfit geplant, aber morgens um 5:30h war es noch sehr frisch und das Wetter war als mäßig eingestuft. Um die Uhrzeit habe ich dann auch nicht dran gedacht mich einzucremen. Erst später... Dementsprechend gibt es von zwischendrin ein Foto mit Sonnenbrand. In zerzaust. Auf dem Schiff auf der Müritz. Nach gut 35km Radfahren an der Mäcklenburgischen Seenplatte. Weiter 10 km lagen noch vor mir, bis wir zu unserem Ziel - einem fantastisches Fischrestaurant am See kamen.


Ist das nicht idyllisch?


Unsere Drahtesel...
Aber nun weiter im eigentlichen Programm...

Outfit 28: Socken, Loosefit Leinenhose, umgebasteltes DuoTones, immer noch Sonnenbrand.
Nachdem ich erst um 1h zurück in Berlin war, chilliges  frühstücken auf "meinem" Schiff auf der Spree.

So lässt es sich leben, was?

Anschließen mit meiner Freundin Stoffe shoppen bei Stoff&Stil, dann ab zu ihr und Abend nochmal ausgehen.


Outfit 29: Graue Sneakers, Loosefit Leinenhose, grünes Sculpture Shirt
Spaziergang bei Kaiserwetter durch einen der unzähligen Berliner Gärten und nachmittags Rückfahrt mit der Bahn in mein normales Leben...

Outfit 30: Socken, Jeans, korallfarbene Bluse, marine blaue Mélange Knit


Outfit 31: Socken, Jeans, gestreifte Bethouia
Ich glaube, ich weiß jetzt was mich an meiner Bethouia stört. Da ist zu viel Stoff unterm Arm. Zu mindest in der Stoffkonstellastion sieht es seltsam aus. Der Oberkörper wirkt dadurch noch länger als er eh schon ist. Aber das lässt sich ja zum Glück recht einfach ändern...

Ich habe es tatsächlich geschafft die 31 voll zu machen! Yeah! Auch wenn ich zwischenzeitlich das Gefühl hatte zu schummeln, da ich häufig auf meine drei Hosen zurückgegriffen habe. Aber das zeigt auch wie wunderbar sie sich in meine Gaderobe integrieren.

Allerdings mangelt es mir an stinknormalen schlichten unifarbenen Basisshirts. Vorallem in den richtigen Farben. Völlig unspannend, aber wichtig.

Und ein großes Problem, das war mir allerdings schon vorher klar, meine Vorliebe für Cardigans. Ich habe nämlich, bis auf die PowPow Juna, keinen Mantel für den Übergang/Sommer. Nur Jacken. Und morgens ist es meistens noch zu frisch um auf die Jacke ztu verzichten. Aber ich mag es nicht sonderlich wenn der Cadigan so weit unter der Jacke hervorschaut.
Schnitttechnisch weiß ich wie ich mein "Problem" beheben mag, aber bisher habe ich noch nicht den passenden Stoff gefunden...

Auch fand ich sehr interessant die Schnitte / Ausschnitte / Längen etc. im direkten Vergleich zu sehen. Das war sehr leerreich.
Bei dem ein oder anderen Teil werde ich noch einmal Kleinigkeiten nacharbeiten, wie zum Beispiel beim letzten Outfit

Aber die wichtigste Erkentniss des #MMM16: Es lohnt sich, Gedanken über sein Outfit zu machen und nicht einfach wahllos in den Schrank zu greifen...
So kam ich mir deutlich weniger "bunt" vor als sonst. Ich habe nämlich meistens nur zwei, ab und zu drei Farben getragen. Wobei eigentlich nur eine Farbe davon eine Akzentfarbe war und die andere(n) was relativ neutrales.

Und auch in der Retrospektive gefallen mir die meisten Outfits. Die sind tatsächlich "ich". Mir war auch gar nicht so recht bewusst wie ich tagtäglich wirke. Dafür verbringe ich zu wenig Zeit vor dem Spiegel...







Sonntag, 1. Mai 2016

#Me Made May 16...

Neulich machte Karin von dreikah bei MMM auf den MeMadeMay16 ausfmerksam. Das ist eine Aktion von Zoe bei der es in erster Linie darum geht möglichst viel selbstgemachtes (gestrickt, gehäkelt, genähtes, upgecycelt etc..) in den Alltag zu integrieren.

Ich finde die Aktion eine super Idee! Ich trage zwar schon relativ viel selbstgenähtes. Gefühlt fast täglich. Aber wieviel ist es wirklich? Kann ich es noch bewusster in meinen Alltag integrieren?
Wenn der Mai 31 Tage hat, schaffe ich es an mindestens 25 Tagen mindestens ein selbstgenähtes Kleidungstück zu tragen? Das sind immerhin 80%...

Für mich ist #MMM16 in sofern auch interessant, da ich mich gerade kleidungstechnisch ein wenig im Umbruch befinde. Davon hatte ich ja hier schon berichtet. Um so interessanter ist es, auch neu und typgerechter zu kombinieren. Dabei werden sich sicherlich noch deutlicher die Lücken in der Gaderobe auftun.  Und vielleicht motiviert es mich endlich das ein oder andere Teil, das in der Ufo / Änderungskiste liegt, fertig zu stellen...

Durch die Fotodokumentation die im Rahmen der Aktion entstehen wird, kann ich super nachvollziehen, welche Teile wozu besonders gut zusammen passen und was ich wie häufig tatsächlich trage.
Und für euch ist es vielleicht insofern interessant, dass ihr mich ein wenig besser kennenenlernt...

Es ist doch was anderes, ob es auf dem Foto draum geht ein Kleidungsstück / Schnittumsetzung zu präsentieren und seine Vorzüge und Nachtteile aufzuzeigen oder ein Alltags-Schnappschuss, wo das selbstgenähte Kleidungsstück ein Teil des Gesamtoutfits ist ohne speziell hervorgehoben zu werden.

Ich werde die Fotos nicht täglich hier hochladen, sondern immer am Sonntag eine Zusammenfassung mit Schnappschüssen zeigen. Das finde ich irgendwie netter und übersichtlicher...

Da heute der 1. Mai und auch Sonntag ist, lasse ich euch auch gleich das erste Foto da.



Na, wer hat das selbstgenähte Kleidungstück erspäht?- Es handelt sich natürlich um meine sandfarbene Jeans.

Wie sieht es mit euch aus? Seit ihr auch bei #MMM16 mitdabei? Wie häufig tragt ihr mindestens ein selbstgenähtes Stück?

Sonntag, 24. April 2016

Alte Pfade, neue Wege...

Heute wird es persönlich. Und lang.
Ich habe meinen Kleiderschrank ausgemistet. Aber so richtig. Bei vielem hatte ich das Gefühl, dass es nicht (mehr) zu mir passt. Oder schlecht saß.

Früher habe ich immer einfach was angezogen. Ausschließlich dunkelblaue Jeans und meist kombiniert mit einem engen (Langarm-) Shirt. Nicht, dass ich lotterhaft rumgelaufen wäre, aber um Mode oder Stil habe ich mich wenig gekümmert. 
Dann kamen die Kinder und mein Leben fing an sich zu verändern. Ich fing an mich zu verändern. Ich habe meinen Sport an den Nagel gehängt und das Nähen für mich entdeckt. Anfangs für das Äffchen, irgendwann für mich.

Die ersten Kleidugsstücke für mich waren simple T-Shirts, was sonst! Die Stoffe kamen ausschließlich vom Coupontisch vom Stoffmarkt. Gekauft wurde was gefiel, ohne dass ich mir groß Gedanken gemacht hätte, ob es mir steht oder sich in die bestehende Garderobe einfügt. Aber umso mehr ich nähte, desto mehr stiegen auch meine Ansprüche. An die Schnitte. An mich. Und das, was ich für mich nähe, auch wirklich ich bin. Gerade beim Nähen habe ich doch genau diese Möglichkeit.

Mittlerweile fließt ziemlich viel Zeit in ein Kleidungstück. Dabei steckt die Zeit nicht unbedingt im Nähen an sich, sondern auch viel Gehirnschmalz.
Ich verändere die Schnitte so, dass sie nicht nur möglichst gut sitzten, sondern auch komplett meiner Vorstellung entsprechen. Dazu gehört auch die Auswahl der Materialien und die Frage, wie kann ich das kombinieren? Passt das in meinen Kleiderschrank? Steht mir das? Bin das wirklich ich? Oder mag ich das nur nähen, weil ich so was in der Art auf irgendeinem Blog/Foto gesehen und als toll empfunden habe...?

Dieser Anstoß an das bewusster Nähen ist nicht zuletzt durch die Aktion "my spring essentials", die ich letztes Jahr vorallem bei Lena und Elke verfolgt habe, entstand. 

Gerade die Frage "wer bin ich?" hat mich sehr beschäftigt.
Früher habe ich mich vorallem durch meinen Sport definiert. Aber ohne Sport? Was bleibt da? Muddi? Ja, bin ich! Aber mich über meine Jungs zu definieren? Nein, sicherlich nicht! Ich liebe meine Jungs, aber ich liebe (meistens ;-) ) auch meinen Job. Und zwar so sehr, dass ich die beiden male schon nach einem halben Jahr zurück in den Beruf gekehrt bin, wenn auch nur für ein paar Stunden die Woche. Und nicht zuletzt bin ich auch Frau. Weiblichkeit ist zwar definitiv nicht das Wort, worüber ich mich definieren würde – weder optisch noch vom Charakter her. Aber dennoch...

Nachwievor geblieben ist meine Liebe zur Natur.

Mount Cook, Neuseeland, 2011
Härlöv, Schweden, 2015

Dem Draußen sein, der frischen Luft. Natürlichkeit.
Ökotante? Ja! Bin ich! Nicht im Übermaßen, aber ja ich bin Öko.
Alternativ? Nicht unbedingt. 
Modern? Jein. In Bezug auf den Job, auf jeden Fall. Einstellungsmäßig sicher auch, aber modisch gesehen nein. Ich liebe ein Hauch von Retro, Vintage...

Und was heißt das für das Nähen?
Ich mag für mich einen natürlichen, lässigen, legèren, etwas chicen Stil. Eher reduziert und klar. Mit feinen Details. Nicht zu verpielt. Man wird bei mir eher keine Rüschen, Blümchen, Puschärmel etc. finden. Aber Muster durchaus gerne. Solange sie grafisch sind. Lieber klein bis mittelgroß als groß. Streifen und Punkte...


Bei den Stoffen mag ich es gerne natürlich. Baumwolle, Viskose, Wolle / Walk (oh Wunder ;-)) und Leinen. Lieber weichfallend und fließend. Lieber Strick, als Sweat. Bei der Frage ob lieber Webware oder Jersey geht die Tendenz zu Webware.

Und bei den Farben? Schwieriges Thema... Ich liebe Farbe! Nicht zwangsläufig bunt, aber Farbe. Immer wieder habe ich mich an Pastelltönen versucht. Aber abgesehen davon, dass sie mich blass machen, bin das irgendwie nicht ich...

Habe ich einen Stoff oder Kleidungsstück in einer Farbe gesehen die mir gefiel, wurde er gekauft. Farbe ist bei mir auch sehr stimmungs- und saisonabhängig. Im Frühling und Sommer eher klarere, hellere Farben, im Herbst und Winter dunkler und gedeckter...

Dennoch tauchte immer wieder bei mir die Frage auf – welche Farbe steht mir wirklich? Ich investiere soviel Zeit in das Nähen, da möchte ich die Sachen auch hinterher tragen. Sie sollen keine Schrankleichen werden, weil sie sich entweder schwer kombinieren lassen oder ich doch nicht ganz wohl darin fühle. 

Natürlich habe ich mich mit dem Thema Farbtypen auseinander gesetzt. Ich selbst hab mich eher in der warmen Farbgruppe gesehen. Und diese Internettests haben mir immer wieder "Frühling" als Farbtyp ausgewertet. Aber ich habe doch blau-graue und somit kühle Augen und braun werde ich auch nicht sonderlich... Und dann heißt es für den Frühling: "kleiden Sie sich zart". Pastell geht bei mir, wie gesagt nicht. Aber Herbst? Da sind zwar durchaus Töne dabei die mir zusagen, aber irgendwie fühle ich mich da auch nicht zu Hause. Die vielen Farbkarten im Netz waren mir nur bedingt hilfreich. Abgesehen davon, dass viele Farben am Monitor und in kleiner Flächen, neben anderen Farben stehend, anders wirken als als ganzes Kleidungsstück in real, gibte es auch viel widersprüchliche Farbkarten. Was in der einen Farbpalette eines Farbtyps als No-Go bezeichnet wird, ist in einer anderen Palette (von einem anderen Hersteller, Website betreiber etc.) mit aufgeführt. Wie soll man daraus schlau werden?

Und weil diese Unsicherheit schon eine ganze Weile in mir rumgährt und ich selbstständig nicht auf einen grünen Zweig kam, ließ ich mir zum Geburtstag eine Farberatung schenken.

Nach gewisser Recherche entschloss ich mich für Melanie Werner. Jemand aus der Nähe und endlich mal jemand der mal moderner daher kommt. Nicht so angestaub, leicht esotherisch... 

Gerne mag ich euch kurz von der Beratung berichten.
Der Tag war perfekt. Die Jungs waren betreut, es schien die Sonne, ich freute mich auf den Termin und war gespannt auf das Ergebnis. Optimale Bedingungen...
Ich nahm am Tisch platz, so dass ich vor einem kleinen Spiegel im Gegenlicht saß. Bekam eine weiße chice Einweghaube über die Haare, damit die Haarfarbe erstmal keinen Einfluss auf den Farbtyp nimmt und eine reinweißes Tuch über die Schultern um auch die Kleidung zu neutralisieren.

Als erstes wurde mir ein müllabfuhr-orangenes Tuch um den Hals gelegt. Es war faszinierend zu sehen, wie diese Farbe in mein Gesicht strahlte und ich plötzlich mindestens 3 Nuancen brauner aussah. Es folgte ein knall pinkes Tuch. Holla! Ich sah aus wie nach einer durchzechten Nacht und mindestens einem schelchten Bier zu viel... Es folgte abwechselnd eine warme auf eine kalte Farbe. Braun zu schwarz. Warmes rot zu kaltem rot. etc. Der Direktvergleich zeigte es ganz klar. Meine Einschäzung dass ich ein warmer Farbtyp bin, stimmte also schon mal. Anschließend musste noch unterschieden werden ob eher die dunkleren, tieferen Herbsttöne oder die klareren leuchtenderen Frühlingstöne. Auch hier wurde abwechselnd ein Herbst- und ein Frühlingstuch um mich herum gelegt. Ein tiefes senfgelb zu einen eher krokusgelb. Ein schokobraun zu einem rehbraun. Diesmal war das Ergebnis nicht so eindeutig. In den Herbstfarben wirkte ich müder und älter als im Frühling. Aber es gab durchaus auch Überschneidungen. So war z. B. das helle olive aus der Herbspalette gut.
Besonders herausgestochen sind allerdings drei Farben. Das Krokusgelb, ein Apfelgrün und absolut die Top Farbe: Koralle. Uff! Das knallt!

Ganz überraschend ist das Ergebnis nicht. Passt es doch zu meiner Farbenliebe... Irgendwie scheint es doch in einem drinne zu stecken...

Bei den Pastelltönen geht bei mir aprikot, ivory/wollweiß/champagner gut. Vorallem in Kombination zu einen greige/dunklen taupe, aber auch zu marine.
Bei den dunklen Basicfarben geht bei mir sehr gut marineblau, dieses dunkle taupe (quasi anthrazit mit braun gemischt) und rehbraun bzw. congnac. Als Schmuck kann ich neben gold durchaus auch silber tragen. Da ich kühle Augen und Augenbrauen haben. 

Zum Glück kamen bei der Beratung keine großen Überraschungen heraus. Dennoch bin ich sehr froh dass ich die Beratung gemacht habe. Es bestärkt mich darin, dass der neue Weg den ich für mich eingeschlagen habe in die richtige Richtung geht. Das die Farben die ich mag, auch wirklich die richtigen für mich sind. Dass ich erhobenen Hauptes und selbsicher als Farbklecks bei einer Weiterbildung zwischen dem Einheitsbrei der in gedeckten Farben gekleideten Architektenkollegen sitzen kann.
Auch wenn ich es farbig mag, muss ich bei so starken Farben drauf achten, dass ich es nicht zu bunt treibe. Klar geht Colour Blocking, aber das ist nicht so meins.

Der Kleiderschrank als Farbschema in Anteilen.
Und wie ihr seht, ist mein Kleiderschrank wirklich bunt. Und ich mag bunte Shirts, Blusen und Kleider. Sehr gerne trage ich petrol/türkis, lila aber auch gelb. Das ist hier der größte Anteil. Gelb brauche ich definitiv mehr. Aber momentan tue ich mir noch schwer mit dem Kombinieren.

Ob ich apfelgrün tragen werde, bleibt abzuwarten. Vielleicht wenn ich den perfekten Stoff finde... Ich mag zwar die Farbe, habe sie bisher jedoch nicht als Bekleidungsfarbe für mich in betracht gezogen. Alles was ich an grün da habe, ist deutlich dunkler... 
Und koralle? Das gehört für mich zu rosa und ist irgendwie sehr Mädchen. Also außerhalb meines Beuteschemas. Aber das Ergebnis war eindeutig. Das Bedarf keiner Diskussion! Die Farbe muss Einzug bei mir erhalten. Bisher habe ich nur ein Teil (gerade erst geschenkt bekommen) in der Farbe. Davon brauche ich mehr. Vorallem weil die Farbe, im Gegensatz zu gelb, kombinationsfreudig ist. Allgemein könnte der Rotanteil in meinem Schrank deutlich größer sein...

Aber die Beratung hat auch gezeigt, dass ich nicht immer knallen muss. Dass es durchaus hellere/pastelligere Töne gibt die mir stehen. So kann ich mir für mich durchaus Oberteile in vanille oder gar abrikot vorstellen. In Kombination mit Jeans kann es wunderbar sommerlich lässig wirken. Oder als Bluse zu Cardigan oder Blazer bürotauglich sein, wenn es mal etwas seriöser sein soll...
In den Farben habe ich bisher gar nichts. Bisher habe ich, wenn es deckt sein sollte anthrazit, hellgrau oder weiß getragen. Ganz ok, aber nicht optimal. 
Es fehlt vorallem an marineblauen, mittelbraune, wollweiße Cardigans und Jacken. Die sind bisher fast ausschließlich grau. Aber auch an schlichten pastelligen Oberteilen fehlt es.
Ich muss wirklich an meiner Basisgaderobe arbeiten... Dann lassen dich die bunten Shirts, Blusen und Kleider auch besser kombinieren...

Bei den Hosen (Stapel links oben) bin ich in diesen Basisfarben dank meiner Chino und meiner Jeans schon recht gut ausgestattet. Was auch ganz arg mangelt sind Röcke. Ich besitze genau einen!

Jetzt, nachdem meine Farben quasi "amtlich" bestätigt sind, traue ich mich an größere, schon länger schlummernde Projekte. 
Und ich kann euch gar nicht sagen, wie mein Kopf gerade wieder überquilt von neuen Ideen, Stil- und Kombinationsmöglichkeiten...

Ich fürchte aus einer capsule wardrobe wird erst mal nichts. Aber dadurch dass ich jetzt in einer Farbgruppe bleibe, wird es mit Kombinieren deutlich einfacher werden. Und auf kurz oder lang wird sich zeigen in welchen Farben und Kombinationen ich mich wirklich wohl fühle. Vielleicht schaffe ich dann den Kleiderschrank weiter zu reduzieren...

Puuuh, was ein Roman! Ihr habt es geschafft. Vielen Dank an alle die es bis hierher durchgehalten haben.