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Mittwoch, 3. April 2019

Chi-Town-Chino-Rock...

-Werbung, ohne Auftrag-

Alles Begann Weihnachten 2017. Mit einem Geschenk meiner Mutter. Sie war der Meinung, dass ich mehr Röcke tragen sollte. Der geschenkte Rock war so gar nicht meins und war auch zu eng.
Sie schleppte mich also mit zum Umtauschen, in der Hoffnung einen Rock zu finden, der saß und gefiel. Ein Cordrock oder einen Jeansrock konnte ich mir immerhin vorstellen. Aber alles was ich an hatte war entweder zu eng oder zu weit. Und vorallem standen sie allesamt am rückwärtigen Saum seltsam ab... Also gab es für mich keinen Rock...
Aber mit dem Geschenk hatte sie einen Samen gesäht...
Vielleicht wäre so ein Cord-oder Jeansrock doch eine Überlegung wert?
Für den nächsten Herbst dann...

Für das Nähcamp in Frankfurt habe ich das Thema Cordrock wieder aufgenommen. Dort würde ich die Zeit haben, konzentriert an einem aufwendigerem Projekt zu arbeiten.
Der Stoff stand schnell fest- ein ockerfarbener Feincord aus dem Bestand. Beim Schnitt habe ich lange überlegt welcher es nun werden soll. Zur Auswahl stand der Sandbrige Skirt von Hey June Pattern (tolle Beispiele gesehen bei mariabarbara, mein-anderes-ich oder bei Rehgeschwister)  oder der Chi Town Chino Skirt von Alina Design Co. Die Wahl fiehl auf den Chi Town Chino Rock...


Ausschlaggebend für die Wahl war, dass es den Rock unter anderem im Pack mit der kurzen Hose und der eigentlichen Chi Town Chino gibt. Und gerade um die lange Hose war ich eh schon eine Weile herumgeschlichen.

Außerdem gefiel mir, dass der Rock keine Passe, sondern Abnäher hat und man so auch frei in der Positionierung der Taschen ist. Die finde ich beim anderen Rock nämlich optisch zu tief.


Wenn ich mir die Bilder so ansehen, habe ich das mit der Höhe der Taschen vielleicht doch etwas zu gut gemeint und sie hätten 2-3 cm weiter runter gekonnt. Das wäre dann die Originalposition des Schnittes... Ohne Gürtel wirkten sie passend... Mal sehen ob ich die Muse ausfbringe das zu ändern- ich seh mich selten von hinten ;-)

Neben dieser Taschenform, gibt es auch die Möglichkeit klassische Chinotaschen, also Doppel-Paspeltaschen zu nähen. Oder aufgesetzte Taschen, die unten abgerundet sind. Zu der von mir gewählten Taschenform gehören eigentlich auch noch eckige Klappen. Die haben mir aber beim Rock nicht gefallen...


An dem Schnittmuster habe ich noch weiter Veränderungen vorgenommen.

Ihr erinnert euch an das eingangs beschriebene Problem? So habe ich direkt am Schnittmuster eine "Längenanpassung  für ausgeprägten Po" vorgenommen, damit die Saumlinie parallel zum Boden verläuft. Ich habe zwar nicht viele Rundungen, aber Poppes hab ich...
Dafür wir im Prinzip das Rückteil aufgeschnitten (an der Seitennaht bleibt das Rückteil zusammen)  und um die Differenz zwischen seitlicher und rückwärtiger Hüftlinie auseinandergeschoben um Mehrlänge zu erreichen. Eigentlich sollten die beiden Schnittteile parallel zueinader verlaufen und die Mehrweite im Bund durch einen zusätzlichen Abnäher, wieder auf das ursprüngliche Maß gebracht werden. Ich Schussel habe jedoch einen Keil auseinander geschoben, statt parallel. Das hat seinen Zweck auch erfüllt. Aber es erklärt im nachhinein, warum ich Probleme beim Innenbund annähen hatte... Für's nächste mal...

Außerdem habe ich den Rock insgesamt um 6 cm verlängert. Sonst wäre er mir zu kurz gewesen.


Ich habe an beiden Verlängerungslinien verlängert. Einmal im Hüftbereich um 2 cm und einmal weiter unten an der vorgesehenen Stelle 4 cm. Es lohnt sich übrigens dabei auch die seitlichen Tascheneingriffe mit zu vergrößern, denn ich finde den Eingriff nicht sonderlich großzügig...



Der Taschenbeutel an sich  ist widerum ausreichend groß. Schaut euch nur die tolle Innenverabeitung an. Noch ein weiterer Punkt, warum ich mich für den Schnitt entschieden habe...
Ein bisschen ärgere ich mich, dass ich vor dem Nähcamp nicht ordentlich das Ebook gelesen habe, dann hätte ich nämlich im Vorfeld alle Nähte mit meiner Overlock in braun versäubert. Aber ich mag mich nicht beschweren, immerhin haben mich einige Mitnäherinnen an Ihre Overlock gelassen...


Zu dem Rock/ den Hosen gibt es einen SewAlong mit tollem Fotomaterial. Da kommt man auch mit mäßigen englisch Kenntnissen oder in meinem Fall - Matsche-Birne durch exessives Nähen -  klar.
Da ist auch das Einnähen des Reißverschlusses super erklärt. Falls ihr also mal Hilfe beim Reißverschluss braucht, wisst ihr wo ihr schauen könnt... Ihr müsst nur berücksichtigen, dass bei Chi Town Chino kein Bund angenäht wird. Es wird nur noch Bundeinnenteil oben angenäht, nach innen geklappt und abgesteppt. D.h. wenn bei euch ein Bund dran kommt, habt ihr oben 1-1,5cm bevor die Zähnchen des Reißverschlusses beginnen...

Ins Ebook habe ich ehrlich gesagt während des Nähens keinen Blick geworfen...
Dafür habe ich meine "Inch zu cm-Tabelle", die ich mir für das Projekt angelegt habe um so mehr genutzt. Die Nahtzugabe bleibt, wenn ich mich richtig erinnere, weitestgehend gleich. Ab und zu gab es eben doch Verweise, dass ein Teil -z.B. der Reißverschluss, so-und-so-viel-Inches von oben fesgenäht werden soll, o.ä. Um das nicht jedes mal auszurechnen, habe ich mir mit einer kleinen Tabelle beholfen.


Am Nähstück selbst habe ich dann auch noch zwei kleinere Änderungen vorgenommen.
So sieht der Schnitt Mehrweite am Bund vor, so dass man, wenn man wenig Taille hat (sprich die Differenz zwischen Taille und Hüfte nicht sonderlich groß ist), keine extra Anpassung benötigt. Bevor man den Bund annäht kann man entscheiden auf welcher Höhe genau der Rock sitzten soll und wieviel von der Mehrweite in der hintern Rückennaht verschwindet. Es ist, wenn man so will, eine vorgesehene Änderung der Designerin. Ich find's klasse, dass sie sowas beachtet hat.
Mein Rock beginnt etwa an der Oberkante meines Hüftknochens...


Dafür habe ich sämtliche Mehrweite abgenäht. Und da er mir immer noch zu locker saß, habe ich an den Seitennähten auch noch einmal je 1 cm weggenommen.
Nachdem ich ihn jetzt ein paar mal getragen habe, finde ich dass er noch ein Hauch zu locker sitzt. Ansonsten bin ich zufrieden mit ihm. Auch wenn ich gestehen muss, dass ich mich erst an "Rock bei unter 30°" gewöhnen muss...

Lediglich einen Punkt werde ich sicher angehen- ich werde einen separaten Unterrock dazu nähen. Der Cord bleibt ständig an der Leggings hängen und wirft falten. Das nervt.

Verlinkt mit MeMadeMittwoch, Sewlala
Schnitt: Chi Town Chino -Skirt von Alina Designo Co *
Stoff: Feincord aus meinem Bestand *


*Schnitt und Stoff wurden von mir erworben und werden hier für die Schnittbesprechung benannt.

Donnerstag, 9. August 2018

Freestyle-Rock bzw. einfach mal gemacht...

- Werbung, unbeauftragt, alles selbst bezahlt -

Dieser Sommer hat mich kleidungsteschnisch an die Grenzen meines Kleiderschrankes gebracht... Das ist der Nachteil einer eher minimalistischen Garderobe. Auf eine so ausdauernde heiße Periode ist er schlicht weg nicht ausgelegt. Und schon dreimal nicht wenn es bürotauglich sein soll.
Deshalb habe ich als Ergänzung zu meinen luftig leichten Sommertops kurzerhand einen "Free-Style-Rock" genäht. Aus einem Reststück olivegrünem recht festen Leinen. Ohne Anleitung. Einfach wie ich ihn mir vorgestellt habe.


Etwas über knielang bzw. so lang wie das Reststück von 55cm + etwas Anhängsel x volle Breite hergab.
Mit Knopfleiste vorne. 

Und natürlich Taschen...
Damit die Tasche nicht zu steif ist, habe ich für den inneren Taschenbeutel aus einen dünnen Baumwollbatist gewählt. Den "Fehler" beide Taschenbeutel aus dem festeren Leinenstoff zu nähen, hatte ich bei meinem Leinenkleid gemacht.


Hinten habe ich im Bund ein Gummi eingefügt. Aus Bequemlichkeitsgründen. Und weil ich nicht nachgedacht habe. So ehrlich muss ich schon sein...
Denn mein Rock besteht letztendlich lediglich aus drei Rechtecken (wenn man die Taschen ignoriert) die am Bund gerafft werden. Aber so viel konnte ich gar nicht raffen, wie ich Stoff hatte. Das mag vielleicht bei einem luftig-leichten Stoff so funktionieren, aber der Stoff war dafür deutlich zu dick und steif. Dummerweise hatte ich schon die Taschen und die Knopfleiste genäht und auch schon zum Teil an den Bund genäht. Da fiel mir auf dass der Rock viel zu weit sein würde, da ich den Hüftumfang der Bundweite zu Grunde gelegt hatte... Dabei sitzt der Rock über dem Popes und da ist es naturgemäß schmaler und dank Knopfleiste müsste ich ihn auch nicht drüber ziehen...


Naja, schit happens... Man muss nur wissen wie man es rettet. Klar hätte man auftrennen können, aber ich habe mich für die Variante für Faule entschieden und ein Gummi eingezogen. Das trägt zwar auf, aber mich stört es ehrlich gesagt gar nicht.


Viel mehr stört mich ehrlich gesagt, dass ich den Bund vorne nicht verstärkt habe und er im Laufe des Tragens beginnt Falten zu werfen.
Und dass ich zu Faul war das Overlockgarn auf grau zu wechseln. Das wäre deutlich unauffälliger...
Dabei war dieses aufklaffen bei Bewegung genau das was mich, naürlich neben der Optik, zur Knopfleiste bewegt hat.


Versteht mein rumgemosere bitte nicht falsch. Ich mag meinen Rock und er hat mir schon an dem ein oder anderen heißen Arbeitstag das Leben erleichtert. Weil er sich einfach super angenehm trägt. Und ich fand es sehr befreiend eine Idee direkt aus dem Kopf bzw. nach Inspirationsbildern umzusetzten.

Ich berichte hier von meinen Fehlern/Missgeschicken, weil es reicht, dass sie einer macht bzw. um dafür zu werben vorher nachdenken und nicht zu faul sein. "Einfach machen"  funktioniert zwar, aber hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle Zeit genommen, wäre das Ergebnis sauberer und für mich zufriedenstellender gewesen...


Zu dem Rock trage ich auf den Bildern übrigens mein Top Belle von Finas Ideen. Für mich die perfekte Kombi. Das Top passt wunderbar zu den alt-kupfernen Knöpfen die ich in meinem Fundus gefunden habe...
Und ich liebe die Kombination von Rost und Olive. Ebenso wie Rosa zu Olive.
Verratet mir doch mal eure Lieblings-Farbkombi zu Olive...

Verlinkt mit Sewlala, Du für Dich am Donnerstag
Schnitt: eigener
Stoff: mittelfester Leinen, umgefärbt vom Stoffmarkt