Mittwoch, 20. Juni 2018

Jumpsuit...

Könnt ihr euch noch an mein Mini-Garderoben-Projekt von letztem Jahr erinnern? Da hatte ich mir am Anfang des Jahres pro "Kategorie" einen Schnitt heraus gesucht und tatsächlich auch fast alle Nähprojekte umgesetzt. Alle bis auf zwei - meine Chobebag und meinen "Jumpsuit".


Für meinen Jumpsuit hatte ich im Laufe der Zeit ganz konkrete Vorstellungen entwickelt. Dunkelblau sollte er sein. Und aus Viskose. Und als Schnitt? Ein bisschen von hier und von dort... Aber definitif ein Fake-Jumpsuit.


Die Stoffsuche gestaltete sich schwierig. Mir sagte nichts so richtig zu. Bis ich zum erstemal den dunkelblauen Viskose-Crepe von Atelier Brunette sah...

Enthusiastisch machte ich mich ans Werk. Für die Hose hatte ich mir einen Burda-Schnitt ausgesucht. 6770, so der "Name".  Mir gefiel die Asymmetrie und die Falten im Schnitt. Die Beinlänge war mit 7/8 nicht so meins. Also verlängerte ich sie auf lang.


Es kam die erste Anprobe und mit ihr die Ernüchterung... Viel zu weit und ein Drehbein! Scheinbar hatte ich beim Zuschnitt der Viskose nicht aufgepasst....

Ich trennte die Hosenbeine also wieder auf, machte sie enger, versuchte den Fadenlauf am Drehbein zu korrigieren und war irgendwann ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Aber noch lange nicht überzeugt ob der Schnitt "meins" ist. Also trug ich die Hose einige male, wusch sie und fischte sie eines Tages, wie auch immer das passieren konnte, aus der 60° Wäsche raus....


Ich hätte heulen können! Die Anprobe offenbarte meine Befürchtungen.
Nix mit lockerer Sommerhose. Knackig saß sie. Und die Länge war indiskutabel kurz...

Ich war so sauer auf mich! Und stopfte die Hose in meine Zuschnitt-/Änderungskiste...
Dort lag sie bis sich der Sommer anbahnte und ich wieder Lust auf Sommerkleidung hatte. Und Muse für Schnitt-Basteleien und Änderungen...


Ich trennte erneut die Hosenbeine auf und freute mich drüber, dass ich letzten Sommer beim engermachen nicht die Nahzugabe eingekürzt hatte. So konnte ich glatt 4 cm in der Weite dazugewinnen.
Außerdem kürzte ich die Hosenbeine um nochmal ca. 10 cm. Somit muss sie nun eine ähnlich Länge haben wie im Schnitt vorgesehen ist.

Anschließend machte ich mich an das Oberteil. Dafür legte ich Bree aus der La Maison Victor (Jul/Aug 2016) zu grunde. Den Schnitt hatte ich schon einmal genäht und entsprechend angepasst (klick hier).
Damit sich nicht nur die Asymmetrie der Hose wiederholt, habe ich am Oberteil noch zwei Falten je Seite ergänzt.


Zu guter Letzt ergänzte ich das Set noch um ein Bindeband. Das Band ist ca. 1,5m lang und ca. 4,5cm breit. Die Länge ist gerade richtig um zur Schleife gebunden zu werden. Die Enden des Bandes habe ich angeschrägt...


In meiner Vorstellung kaschierte das Bindeband das breite Gummi der Hose. Tut es nicht. Ausmessen hätte wohl geholfen... Aber nach den Fotos stellte ich fest, dass das Bindeband und die Schleife auch gut funktionieren wenn ich das Oberteil über der Hose trage. Um so besser. Mir gefällt es mit Band nämlich noch besser als ohne.


Der Weg zu meinem Fake-Jumpsuit war hart. Und es lag nicht an Burda. Die Anleitung habe ich nämlich gar nicht est gelesen... Und das Teil ist alles andere als perfekt. Aber momentan überwiegt die Erleichterung. Die Erleichterung darüber die Hose gerettet zu haben. Und dass ich meine Idee mit den aufeinander zulaufenden Schrägen und den Falten genau so umsetzten konnte wie in meiner Vorstellung. Und das es trotz Zweiteiler nach Jumpsuit aussieht.
Meine Bedenken dass der Schnitt was für mich ist, sind komplett verflogen. Ich fühle mich in dieser für mich extravaganteren Kombi erstaunlich wohl. Und habe es schon und werde es auch sicherlich wieder tragen.
Als Set oder einzeln. Das wird sich im Laufe der Zeit herausstellen...


Und ich bin optimistisch, dass die ehemaligen Trennnähte nach dem Waschen und erneutem Bügeln nicht mehr so deutlich in den Vordergrund treten... Nur Dämpfen hatte leider nicht geholfen. 

Jetzt bin ich aber gespannt was es beim MeMadeMittwoch Special noch für Jumpsuits zu sehen gibt.

Verlinkt: MeMadeMittwoch, AfterworkSewing, Frau freut sich,
Schnitt: Hose-Burda,  6770, Oberteil- Bree, La Maison Victor, Juli/August 2016
Stoff: Viscose Crepe Midnight, Atelier Brunette über Finas Ideen

Donnerstag, 24. Mai 2018

Belle...

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Seid ihr auch schon fleißig dabei eure Sommergarderobe aufzustocken?
Ich bin eigentlich gut ausgestattet für den Sommer. Vielleicht noch 2-3 Basic-Shirts und eine kurze Hose... Die könnte ich tatsächlich gut gebrauchen. Aber an Belle, dem neuen Schnitt von FinasIdeen, den es seit heute gibt, kam ich einfach nicht vorbei...



Im Probenähen tauchten nach und nach immer mehr tolle Belles auf. Ganz egal ob als Top oder als Kleid. So dass ich mich entschloss doch mitzunähen.

Die Wahl ob Kleid oder Top wurde mir durch die Menge des Stoffes abgenommen. Aber der Stoff musste es sein! Hatte ich doch im letzten Herbst nur einen Meter vom tollen Atelier Brunette Viskose Crepe für genau so ein luftig leichtes Sommerteilchen gekauft.
Der Meter hat mengenmäßig genau für Belle in Toplänge (zzgl. 4cm Verlängerung wegen meiner Größe von 174cm)  gereicht.


Seht nur, wie weich er fällt...Und es trägt sich sehr angenehm auf der Haut. Der Crepe-Stoff fühlt sich gar nicht so kühl und glatt an wie man es normalerweise von Viskose kennt, sondern ist durch seine Struktur ganz weich und man nimmt ihn kaum wahr. Auf dem ersten Bild kann man eventuell die Strukur etwas erahnen...


Aber zurück zu Belle.
Belle besteht im Prinzip lediglich aus 4 Schnittteilen und dem Beleg. Nämlich dem Vor- und Rückteil, sowie einer Schulterpasse. Am Ansatz dieser Schulterpasse wird gekäuselt. Vorne nur ein wenig. Hinten in wenig mehr. So dass sich eine angehneme Weite für den Sommer ergibt.
Hinten hat Belle einen etwas tieferen V-Ausschnitt als vorne. Eigentlich wird am hinteren V-Auschnitt die Kante auch gerafft. Aber das hat mir nicht so gut gefallen, weshalb ich es wieder augetrennt habe. Dadurch war natürlich mein Ausschnitt für den Beleg zu lang. Also habe ich es mir an der Spitze zurecht gefummelt.
Wollt ihr ebenfalls auf die Raffung am hinteren Ausschnitt verzichten und wisst es im Vorfeld, dann verlängert euch die Schenkel des hinteren Belegs. Das macht die Sache einfacherer.
Aber bitte auf keinen Fall ziehen. Die Kante ist im schrägen Fadenlauf und kann, wenn ihr Pech habt und zieht, ausleiern und sich dann nicht mehr schön anlegen.
 

Hier seht ihr noch einmal die beiden V-Auschnitte zum Vergleich.


Habt's fein und bis hoffentlich bald...

Verlinkt mit: Rums, FinasIdeen
Schnitt: Belle von FinasIdeen*
Stoff: Chestnut, Viskose Crepe von Atelier Brunette über FinasIseen


*Der Schnitt wurde mir im Rahmen des Probenähens kostenfrei zu Verfügung gestellt. Dies beeinflusst jedoch nicht meine Meinung

Dienstag, 22. Mai 2018

Sommer - / Strandoutfit...

Ich habe den Menschen(s)kinder-Sew-Along von Karin vom Blog Grüner Nähen dazu genutzt endlich zwei Ideen, die ich schon länger für das Äffchen hatte, umzusetzten. 
Nämlich einmal eine knielange Shorts aus einen Rest pinkem Jeansstoff und das aussortierte Leinenhemd vom Papa auf Kindergröße zu schrumpfen.
Allerdings sollte man für das Sew-Along drei Teile nähen. Nach kurzer Überlegung entschied ich mich für ein Tank Top. Hier besteht Bedarf und kann entweder mit oder ohne Hemd drüber getragen werden. Quasi als lässiges Beachoutfit...


Von der Idee der pinken Hose war das Äffchen gleich begeistert. Hatte er sich doch letztes Jahr im Urlaub den pinken Stoff ausgesucht.
Genäht war die Hose auch recht schnell, da ich auf einen für uns altbewährten Schnitt, Small fry skinny Jeans von Titchy Threads, zurück gegriffen und auch noch auf die eigentlich vorgesehenen Kappnähte verzichtet habe. Den Schnitt gibt es als normale lange Jeans, oder eben als überknielang, wie hier.


Außerdem habe ich mich für die aufgesetzten Taschen entschieden. Der innere Taschenstoff ist grau-blau und schaut an der Kante heraus. Die Nähte sind noch einmal in grau abgesteppt. Ganz in Jeansmanier...


Ich finde ja pinke Hosen für Jungs / Männer ziemlich lässig und man sieht sie, wenn man danach Ausschau hält, auch immer wieder. Sogar beim Modeschweden habe ich neulich welche gesichtet...
Dennoch scheint er mit seiner Hose ein Exot zu sein - was mir ehrlich gesagt gar nicht so bewusst war. Für das ein oder andere Elternteil ist klar: pink = Mädchen! Keine Frage... Da wird das Kind gar nicht weiter angeguckt, ob es nicht vielleicht doch noch männliche Merkmale haben könnte... Gestern hat auch nicht das schwarze T-Shirt mit Motorrädern dagegen geholfen... Schade.
Schade für die Erwachsenen, dass sie so im "Genderdenken" gefangen sind und es entweder bewusst oder unterbewusst an ihre Kinder weitergeben ("pink ist nur was für Mädchen und Puppen sowie so...") und schade für mein Kind, dass die unachtsame Aushalten muss.
Dabei mag er die Hose total gerne mag und zieht sie aus freien Stücken an. Ich hoffe einfach drauf, dass er mit seinen 5 1/2 Jahren genug selbstvertauen hat sein Ding weiter durchzuziehen. Zu den Sachen zu stehen die er mag und die höher zu Werten als die Meinung anderer.
So auch zu pink. Denn er mag die Farbe einfach total gerne. Und das ist auch in Ordnung so.

So kam es dann auch, dass er sich, als ich den blau-weiß-gestreiften Stoff fürs Tank Top herauszog, sofort auf den darunter liegenden pink-weißen Streifenstoff stürzte. Der und kein anderer musste es sein...


Mir persönlich war das zu viel pink auf einmal. Um den Pink-Schock ein wenig zu minimieren (egal ob Junge oder Mädchen, ich hätte keinen der beiden Geschlechter pink zu pink angezogen) habe ich den geringelten Stoff im Eimer mit Petrol gefärbt. Und zwar so, dass sich ein möglichst harmonischer Farbverlauf ergibt. Eigentlich gehört da noch ein Plott vorne drauf. Aber mangels Plotter habe ich ihn bei einer Freundin in Auftrag gegeben und es ist noch auf dem weg zu mir. Das Bild reiche ich gerne nach...

Zuletzt noch das Hemd. Es wurde vom Männe heiß geliebt. Jedoch wurde das Leinenhemd von Wäsche zu Wäsche immer kleiner. Trotz Beachtung der Waschangaben...  Der Stoff war einfach zu schön um es wegzugeben. Und beide Jungs lieben Hemden. Daher war klar, dass es ein Hemd für einen der beiden werden würde.
Also habe ich das Hemd einmal richtig heiß gewaschen und hinterher in den Trockner gesteckt, dass es ja nicht mehr einläuft


Einerseits um möglichst wenig Arbeit zu haben, aber auch weil die Details des Hemdes, wie die geblühmte Knopfleiste und Innenseite der Manschette, so schön sind, habe ich versucht möglichst viel des Originalhemdes zu erhalten. Dafür habe ich den Hemdenschnitt (Lenni aus der Ottobre 6/12) drüber gelegt und so zugeschnitten, dass Saum und Knopfleiste sowie Ärmelschlitz erhalten blieben. Die Manschetten habe ich abgetrennt, auf benötigte Länge gekürzt und wieder an die verkleinerten Ärmel angenäht.
So musste ich im Prinzip nur den Kragen und den Steg als typisches Hemddetail neu nähen. Alles andere ist Bestand. Da der Stoff jedoch knapp war - man mag es kaum glauben, immerhin war es ein XL-Hemd was zu einer 122 werden sollte- musste ich die innere rückwertige Passe aus den Vorderteilen ausschneiden. Daher auch noch einmal der geblühmte Streifen im Rücken.
Aber für eine zusätzliche Tasche reichte der Stoff doch gerade noch...


Statt den beiden Falten seitlich, die der Schnitt eigentlich vorsieht, habe ich mittig eine Quetschfalte genäht. Das mag ich einfach lieber.


Auf diese Art ein Hemd zu nähen geht echt fix. Denn alle kniffligen / zeitaufwenigen Punkte konnte ich übernehmen.
Da der Schnitt eher kurz ausfällt habe ich mich für 116 mit 128 Länge und 116 Armlänge entschieden. Im Nachhinein hätte es sie 122er Länge wohl auch getan...



Aber gut, dann hat er nächsten Sommer auch noch was von seinem Leinenhemd. Und offen getragen, so dass man das Tank Top sieht, fällt es eh nicht auf, dass das Hemd etwas kürzer sein könnte... ;-)


Mein Kind wäre dann startklar für den Strand... ;-)

Verlinkt mit CreaDienstag, Menschenskinder
Schnitte *:
               Hose: Small fry skinny Jeans von Titchy Threads
               Tank Top: Twisted Tank in der Basis Version von Titchy Threads
               Hemd: Lenni, Ottobre 6/ 12
Stoffe: Jeans, Leinenhemd, Jersey aus dem Bestand

*Die Angaben zur Schnitte und Stoffe dienen zu Information. Alle wurden von mir erworben.


Donnerstag, 19. April 2018

Bonn Shirt...

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ich gehöre wahrlich nicht zu den entscheidungsfreudigsten. Das war mir schon immer klar. Und normalerweise nervt mich das total an mir. Aber diesmal hatte es was Gutes für sich...
Aber zurück auf Anfang.

Im Herbst letzten Jahres hatte ich den Jeansstoff gekauft, weil ich ganz unbedingt eine Cheyenne Tunic aus Jeans haben wollte. Oder daraus doch lieber eine klassische Jeanshemdbluse nähen? Aber dann nur mit ganz vielen speziellen Details. Und für Schnittmusterbastelein fehte mir der Nerv.  Aber durchgeknöpft zum offen über etwas anderem tragen ist auch cool...
Und so ging es im Herbst /Winter die ganze Zeit in meinem Kopf - Cheyenne? Jeanshemd? Cheyenne? Jeanshemd? 

Zum Glück befreite mich Angela von my little sewing dreams aus meinem Dillema, in dem sie uns ankündigte das Bonn Shirt & Dress von Itch to Stitch ins deutsche zu übersetzen und wieder Designbeispiele gewünscht waren.


Ein Blick auf die technischen Zeichnungen und ich wusste, dass es der richtige Schnitt für den Jeansstoff war. Genau die Mischung die mir vorschwebte...
Einmal die Entscheidung für den Schnitt getroffen - war alles ganz leicht...

Dann war mir nämlich auch sofort klar, welche der unzähligen Versionen des Bonn Shirt & Dress ich nähen würde.

Wie ihr seht, habe ich mich für die Blusenlänge mit langen Armen entschieden. Aber das Schnittmuster beinhaltet auch noch eine Kleidlänge und 3/4 Arm mit schmaler Manschette und Kurzarm. Außerdem gibt es noch die Option einen Volantärmel zu nähen.
Die anderen Varianten, könnt ihr bei meinen Nähkolleginnen bewundern. Angela hat auf ihrer Seite eine kleine aber feine Bildergalerie der Designnähergebnisse...


Bei der Langarm-Variante, wird der Ärmel in zwei Falten gelegt und mit einer schmalen Manschette gefasst.

Und der Schlitz mit einem Schrägband schmal eingefasst.
Das fand ich übrigens die kniffligste Stelle der gesamten Bluse. Es ist, wie bei Itch to Stitch üblich, dank Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit technischer Zeichnung, super erklärt. Aber man sollte an dieser Stelle akkurat arbeiten. Und wenn der Jeansstoff dann noch leicht ausfranzt, macht es die Sache nicht besser...

Nicht nur den Schlitz habe ich mit Mini-Streublümchen eingefasst, sondern habe den Blümchenstoff auch für die Innenseiten der Manschetten genutzt. Der passt farblich einfach perfekt zum Jeansstoff. Und ich mag den Effekt bei hochgekrempelten Ärmel sehr gerne.


Und natürlich auch auf der Innenseite des Kragens. Da sieht ihn zwar keiner, es sei denn die Bluse hängt auf dem Bügel.
Auf dem oberen Foto sieht man übrigens auch die Untersteppnaht. Das ist übrigens noch ein großes Plus von Itch to Sticht Ebooks. Man lernt auch einiges an "Nähtechnik".
Normalerweise überfliege ich die Anleitungen nur grob. Bei Itch to Stitch schaue ich tatsächlich rein und lasse mich leiten. Die Anleitungen sind so ausführlich, dass in diesem Fall die Bluse, auch für ambitionierte Anfänger machbar ist. Dennoch kommen auch Fortgeschrittene nicht zu kurz....


Was ich an dem Schnitt noch besonders finde, ist die Größeneinteilung. Es gibt die Größen 00 bis 20. Zudem kann man noch die Körbchengröße wählen. Von A bis DD.
Ich habe mir eine 2 A genäht.
Dadurch dass auch die Körbchengröße berücksichtigt wurde, habe ich auf die SBA (Small Breast Adjustment) verzichtet. Die hätte ich bei einer Bluse mit Abnähern sonst gemacht. Einen Schritt weniger für mich. Super!
Und ich finde die Bluse von der Weite gerade richtig.
Lediglich die Arme habe ich mir um insgesamt 3 cm enger gemacht. Die waren mir bei dem etwas festeren Stoff zu weit. Bei einer Viskose oder weicher fallendem wäre es vieleicht gar nicht nötig gewesen...


Eine weitere Änderung war die Verlängerung des Schnittes um 4 cm (bei 1,74m). Da die seitliche Rundung relativ hoch geht, hatte ich die Befürchtung, dass man seitlich Einblicke erhalten könnte. Aber wie man sieht, war die Sorge völlig unbegründet. 2 cm hätten wahrscheinlich auch gereicht...


Auch wenn es hier heute sommerlich warm ist - viel zu warm für eine Jeansbluse - freue ich mich sehr über den Neuzugang in meinem Kleiderschrank. Und ausnahmsweise mal über meine Unentschlossenheit. Denn das Ergebnis überzeugt mich.
Und ich bin gespannt, wie die Bluse wirkt, wenn der Jeansstoff durch das Tragen seinen typischen Charakter entfaltet

Verlinkt mit Rums,
Schnitt *: Itch to Stitch, Bonn Shirt & Dress in der deutschen Übersetzung bei My little sewing dreams zu erhalten. Übrigens bis Montag noch um 20 % günstiger
Stoff: Jeansblusenstoff über Stoffquelle


*Der Schnitt wurde mir im Rahmen des Designnähens kostenfrei zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch jedoch nicht beeinflusst.

Donnerstag, 12. April 2018

Gloria...

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... so heißt meine neue Jeans.
Bzw. um genau zu sein - der neue Schnitt von Freuleins, den ich mit Probegenäht habe. Es handelt sich dabei um einen eher hüftigsitzenden Boyfriend-Jeans-Schnitt.


Lockersitzend an den Oberschenkeln, eher eng an den Waden...


... und leger am Hintern. Mit schön geschwungener Passe.


Aber was, wie ich finde, die Hose besonders macht, sind die Abnäher von der Tasche in Richtung Oberschenkel.
Mit kontrastfarbenem Jeansgarn kommen sie natürlich besonders zur Geltung.
Wichtig ist hier, wie eigentlich bei jedem Abnäher, dass die Spitze sauber genäht ist, sonst beult hier der Stoff.

Und natürlich die schräge, offene Knopfleiste.


Diese Gloria ist übrigens nach dem aller ersten Schnitt entstanden. Seitdem hat sich noch ein bisschen was geändert. So bin ich bei der Version z.B. zwei Größen größer an den Waden als an Hüfte und Oberschenkel. Bei der finalen Version konnte ich eine Größe durchnähen. Auch musste ich nur noch eine minimale Hohlkreuzanpassung vornehmen. Hier waren es noch gut 3 cm...


A propos Hohlkreuzanpassung - der Bund besteht aus vier Teilen. So kann man ganz wunderbar den Bund auf Form bringen.

Das Thema Passform, aber vorallem Änderungen,  ist dass was die meisten vom Hosen-, insbesondere Jeansnähen abhält. Das kann ich verstehen. So eine Jeans sind schon einiges an Nähte. Besonders wenn man den echten Jeanslook will und die Nähte noch einmal (oder doppelt) abgesteppt werden. Und so richtig kann man den Sitz erst bewerten wenn die Hose komplett fertig ist. Bzw. eigentlich erst wenn sie ordentlich eingetragen ist. Aber Jeans nähen macht auch unglaublich Spaß. Und stolz.


Und das Nähen an sich ist auch nicht schwerer als z.B. ein Kleid. Es benötigt nur Zeit und ein bisschen Muse.
Was man aber unbedingt beachten sollte ist, dass die Hosenbeine akurat im Fadenlauf zugeschnitten werden, sonst erhält man schneller ein "Drehbein" als man gucken kann. Dafür schneide ich z.B. die Hosenbeine nicht in doppelter Stofflage, sondern einzeln zu. Dauert zwar länger, lohnt sich aber.

Und  zweiter Tipp- heften, heften, heften! Ihr könnt das Vorderteil mit Knopfleiste, Taschen und Steppnähte fertig nähen. Die hinteren Hosenbeine würde ich jedoch nur mit größerem Stich und reduzierter Fadenspannung nähen und dann zusammensetzten. So kann man schon zu einem recht frühen Statium sehr gut sehen, wo mehr Weite benötigt wird bzw. weg muss.
Bei Gloria sind übrigens 2 cm Nahtzugabe an der Außenbeinnaht vorgesehen. D.h. Ihr könnt im Notfall die Naht um gut 2 cm auslassen und habt immer noch eine ordentliche Nahtzugabe.
Wobei ich finde, dass Gloria eher groß ausfällt. Ich habe, wie im E-book empfohlen, die Größen nach Hüftumpfang gewählt und habe dann meine beiden Glorias eine Nummer kleiner genäht (bis auf die Waden bei dieser Version)


Aber ich, als Skinny-Jeans-Trägerin, empfinde meine Gloria als boyfriendig genug. Direkt nach dem Nähen saß diese Jeans übrigens deutlich enger. Aber durch das Tragen hat sich die Jeans - übrigend richtig schön schweres reines Denim ohne Elasthan - gut geweitet.

Und zu guter Letzt, seht ausreichend Länge vor! Es verschindet mehr Stoff als man denkt in der Bewegungsfalten des Knies. Ich habe hier den Hosensaum doppelt umgeschlagen.


Zu meiner Gloria trage ich übrigens mein recht neues Mahé-Shirt. Das macht sich ziemlich gut zu meiner Hose, finde ich, oder?

Verlinkt mit RUMs
Schnitt: Jeans Gloria von Freuleins *, Shirt Mahé von Elle Puls
Stoff: Denim 100% Baumwolle 570g/lfm über Freuleins, Jersey vom Stoffmarkt

* Der Schnitt wurde mir zum Testen zu Verfügung gestellt. Meine Meinung ist dadurch jedoch nicht beeinflusst.

Mittwoch, 7. März 2018

Frau Yoko...

... oder sowas in der Art.

Meist zeige ich hier auf meinem Blog gelungene Kleidungsstücke. Oder auch mal Kleidungsstücke die zwar gelungen sind, ich aber noch unsicher bin ob sie zu mir passen. Heute präsentiere ich einen "Zwischenstand". Denn eigentlich habe ich eine Frau Yoko genäht. Nur bleibt davon nicht mehr sonderlich viel übrig. Und wenn ich mit ihr fertig bin, wird vermutlich auch die Kellerfalte wegfallen...

Aber erstmal von vorne...


Ich habe mir eine Frau Yoko aus dem wunderbaren Sprenkel-Batist von Atelier Brunette genäht. Mit verlängerten Ärmeln. Und gleich mal eine Nummer kleiner (S), da Doro von Freu-Zeit bei ihrer Version ordentlich Weite herausgenommen hatte. Trotzem war es noch ein Zelt. Also habe ich noch einmal ein paar Zentimeter - ich glaube es waren noch einmal 3 cm - pro Seite weggenommen. Ganz glücklich war ich nicht damit. Also habe ich es noch ein bisschen tailliert. Schaut doch ganz gut aus so, nicht?

 

Aber nur wenn ich die Arme unten habe. Denn sonst sieht man, dass ich mir eine Schößchenbluse produziert habe... Auch nett - war aber nicht mein Plan... Das war bei einer erneuten Anprobe, vor dem Säumen noch nicht so. Durch das Säumen wird der Stoff noch fester und die Seitennaht wird von der Kellerfalte nach vorne geschoben...


Ich hatte noch überlegt ob der Stoff nicht zu viel Stand hat. Für Baumwoll-Webware fällt er wirklich weich. Aber kein Vergleich zur Viskose von meiner Helsinki-Bluse...
Oder ob ich nicht doch den Rücken kräuseln sollte, wie es Claudia von ganz mein Ding gemacht hatte... Aber eigentlich wollte ich ja Frau Yoko wegen der Kellerfalte....


Aber so richtig gut fällt die Falte leider nicht... Ich hoffe ja ein bißchenen drauf, dass der Stoff nach der Wäsche noch etwas weicher wird. Und dass, wenn die Bluse nicht so akkurat gebügelt ist (was sie schätzungsweise nie wieder sein wird) sich das mit der Schieberei und dem Schößchen etwas legt.


Bis dahin stecke ich mir Frau Yoko vorne einfach etwas in den Bund. Dann fällt es auch nicht auf...Oder noch besser, trage meinen Victoria Blazer drüber. Die Kombi gefällt mir total gut...


Sollte sich die "Steifigkeit" des Batist nicht legen, sehe ich zwei Möglichkeiten.
Die erste wäre Frau Yoko mit einem Rollsaum zu versehen. Den Saum würde ich jedoch nur wieder auftrennen, wenn die Kellerfalte im Alltag ganz gut fällt...
Sollte es seitlich immer noch so dramatisch abstehen, auch wenn ich ab der Taille gerade runter gehe, statt wieder etwas auszustellen, dann bliebe mir nur Option zwei- den Rücken kräuseln...
Oder habt ihr noch Ideen? Oder sehe ich es gar zu dramatisch...?

Verlinkt mit MeMadeMittwoch, AfterWorkSewing
Schnitt: Frau Yoko, fritzischnittreif
Stoff: Sparkel tangerine, Atelier Brunette über das Stoffbüro

Donnerstag, 22. Februar 2018

Finas Pulli...

Eigentlich trage ich ja oben rum eher legerere Schnitte. Aber als Fina uns in der Probenähgruppe ihren neusten Schnitt präsentierte, war ich gleich angetan. Wunderbar feminin und körperbetont und ein bisschen "Drama" an den Ärmeln...


Und wenn ich für mich schon so einen femininen Schnitt nähe, kann ich auch gleich in die Vollen gehen und eine feminine Farbe, wie dieses korallrot, vom Wintersweat dafür wählen.... Der ist nicht nur wunderbar kuschelig und warm sondern sorgt auch hervorragend für gute Laune an grauen Wintertagen...


Leider hat der Sweat keinen Elasthananteil. Daher habe ich vorsorglich eine Nummer größer genäht und und im Nachgang noch ein bisschen Weite weggenommen, so dass ich zwischen beiden Größen gelandet bin.

Eigentlich gehört der Pulli noch körperbetonter. Aber die Bequemlichkeit ging vor....
Diese körperbetonte Passform wird durch die Prinzessnähte erreicht. Damit kann man Oberteile wunderbar auf Figur bringen. Gerade auch, wenn man - im Gegensatz zu mir- viel Oberweite hat, lässt sich hier sehr gut eine Anpassung an die große Oberweite vornehmen und an Taille und Hüfte trotzdem körpernah sein. Falls das für euch Thema ist, schaut doch einmal beim Beswingten Allerlei vorbei. Sie hat es hervoragend erklärt.

Oder man legt Rüschen in die vordere Teilungsnaht. Oder Paspeln. Oder covert die Naht. Oder man wählt zwei unterschiedliche Stoffe, oder, oder, oder...


Ich habe mich für ohne Schnick-Schnack entschieden. Dafür mit halben "Drama" am Arm. Wie bei Fina üblich, gibt es mehrere Varianten. Bei diesem Schnitt sind es normale, enge Ärmel oder etwas weitere Ärmel mit Puff an den Schultern und Ballon und Manschette am Saum. Ich habe mich für letzteres entschieden, jedoch ohne Puff.
Dafür habe ich ganz einfach beide Ärmel ausgedruckt und die Armkugel des glatten Ärmel an den Ärmel des gerüschten gesetzt. Also ganz simpel. Und wie ihr seht, hat es gut geklappt.


Beim Ausschnitt wird wieder einmal mit Beleg gearbeitet. Ich habe diesen, wie auch  übrigens das Innenteil der Manschetten, aus Jersey gemacht, damit es weniger aufträgt. Ganz leicht könnt ihr das hellere Rosa rauslunzen sehen...
Der Ausschnitt ist übrigens ziemlich Halsnah konzipert. Einigen Mädels im Probenähen war es zu nah. Sollte das der Fall sein, könnt ihr problemlos die NZ zurück schneiden.
Ich für meinen Teil fühle mich durch den Ausschnitt nicht eingeengt. Aber ich mag ja auch gerne Rollis...


Und Finas Pulli... Das Modell ist bei mir zwischen den Jahren entstanden und wird seitdem gerne und häufig getragen. Denn er bringt Abwechslung in meine Gaderobe und ich fühle mich damit "modisch", wenn ihr versteht was ich meine...
Und ich mag den Kontrast der entsteht,  wenn ich den "lieblichen", etwas verspielten Pulli zu meiner Biker Jeans oder auch zu meiner Girlfriendshose trage. Dann funktionieren für mich auch Ballonärmel...



Verlinkt mit Rums und FinasIdeen Blog
Schnitt: Finas Pullover von FinasIdeen
           *Der Schnitt wurde mir im Rahmen des Probenähens kostenlos zur Verfügung gestellt*
Stoff: Wintersweat aus dem örtlichen Stoffladen Naschl