Dienstag, 19. April 2016

Lässig in Jeans...

Für das Äffchen gab es schon vor einer ganzen Weile eine Ludwig Lässig. Sie gab es sogar schon auf dem Blog zu sehen, allerdings habe ich sie euch noch nicht vorgestellt.
Warum? Ganz einfach. Damals war sie zwar schon schwer beliebt (außer beim Papa- der findet sie fürchterlich beim über die Füße bekommen...), allerdings fiel sie doch einiges zu groß aus. Daher habe ich mir die Hose noch einmal vorgenommen und an den Oberschenkeln gut 1,5cm weggenommen und zu den Knien auslaufen lassen. So ist sie an den Waden nicht noch enger.


Dass sie zu lang ist, finde ich nicht tragisch. Im Gegenteil. So wächst sie länger mit. Und ich mag den Umschlag sehr gerne. Und damit die Naht außen schön ordentlich aussieht, habe ich sie mit selbstgemachten Schrägband, passend zu den Innentaschen, eingefasst. 


Ein Nachteil des Umschlags ist jedoch, dass die Hose nicht mehr in die Schuhe passt. Und dadurch dass das Äffchen gerade knöchelhohe Schuhe trägt und der Stoff relativ steif ist, wird die Hose etwas hochgeschoben und sitzt auf den Bildern nicht so gut wie barfuß, in Schlappen oder bei den Vorgängerschuhen... Aber die Hose wird sicherlich die Schuhe überleben. Denn genäht ist sie aus einer alten Opa-Jeans. Einer richtigen festen Männerjeans. Ohne Elasthan, Poyester oder ähnliches. Dadurch ist sie wirklich robust und übersteht (bisher) jegliches toben. Auch wenn es den Knien mittlerweile ansieht...


Zu nähen ging es trotz- oder wegen?- des festen Jeansstoffs gut. Und da ich den Schnitt für mich schon genäht habe, war auch die schräge Knopfleiste kein Problem und recht schnell genäht. 
Natürlich musste ich sie zum Knöpfen machen. Nicht dass das Äffchen die Knöpfe öffnen würde (sie wird einfach runtergezogen), aber er mag Knöpfe richtig gerne.
Das Äffchen hatte diesmal viel Spaß beim fotografieren und hat viel Quatsch gemacht. So wurde mir berichtet. Denn diesmal habe ich die Männer nämlich alleine losgeschickt um die Fotos zu machen. Das haben sie doch ganz gut gemacht, oder?



Verlinkt mit CreaDienstag, Dienstagsdinge, HoT, Für Söhne und Kerle, Made4Boys, Alte Jeans-neues Leben
Stoff: alte Herrenjeans ohne Elasthan
Schnitt: Ludwig Lässig von Lotte&Ludwig

Mittwoch, 6. April 2016

Frühlingsblüschen...

Rechtzeitig zum Frühlingsanfang ist meine Bluse fertig geworden. Ironischerweise handelt es sich um den Schnitt Wintersonne von Lotte & Ludwig.
Eigentlich wollte ich die Bluse- wie so einiges anderes- schon viel früher genäht haben. Der Stoff lag schon seit dem letzten Stoffmarkt  Besuch im Winter bereit. Drei mal bin ich zurück zum Stand. Zwar hatte ich mich schon beim ersten Anblick des tollen Baumwollsatins verliebt- diese Farben und ein bisschen Retro... Also genau meins. Und auch was ich draus machen wollte war sofort klar...


Dennoch war ich unentschlossen. Und den Stoffverbrauch hatte ich auch nicht im Kopf... Optimistisch wie ich bin, habe ich 1 Meter mitgenommen. Tja, reicht leider nicht für Langarm- höchstens mit Manschette... Letztendlich habe ich es eh auf 3/4 Armlänge gekürzt und den Saum doppelt eingeschlagen und knappkantig festgenäht.


Die Ärmel waren ein Drama sag ich euch! Die werden geschlossen, mit etwas Einhaltung eingenäht. Soweit so gut. Dann kam die erste Anprobe und Ernüchterung machte sich breit...
Optisch top, Bewegungsfreiheit flop! Arme heben oder nach vorne ging kaum. Sofort spannte es. Also Ärmel überprüfen, aber die saßen richtig rum. Ärmel versuchsweise andersherum eingesetzt - besser, aber man sah, dass was nicht stimmte. Also wieder abgetrennt und wieder richtig herum- Kniff auf Kniff- eingenäht. Diesmal jedoch ober ohne Einhaltung damit ich  unten möglichst tief komme. So hat der Körper unten an der Seitennaht mehr Nahtzugabe und der Ärmel nur noch 7mm, aber ich kann mich einigermaßen bewegen. Aber bei einigen Bewegungen schneidet es immer noch am Rücken und unter dem Arm ein.

Sorry für die miese Qualität, das war ein nächtliches Anprobefoto...
Auf dem Bild kann man das Problem erahnen. Hier sieht man wie sicht unter meinem rechten Arm Falten bilden. Und das obwohl der Schnitt durchaus für Webware geeignet ist und ich sogar die nächst größere Größe genäht habe.

Jetzt die große Gretchenfrage- hätte ich vorher sehen können? Wie hätte es richtig gehört? Meiner Meinung nach ist für mich das Armloch nicht tief genug und ragt zu sehr in den Arm. Sprich, der Ärmel müsste breiter und länger sein. Zu so Problemen gibt es doch sicherlich schlaue Lektüre.... An die Anpassung von Ärmeln habe ich mich noch nicht rangetraut. Das ist doch komplexer als verlängern, verschmälern, Abnäher oder Taille versetzten...

Auch der Halsausschnitt/Schulternaht hat bei mir seltsamerweise nicht gepasst. Bei der minimalsten Bewegung stand der Stoff ab (Siht man auch auf dem obrigen Foto gut). Dabei hat sich Bereich im Vergleich zum Mittsommerschnitt nicht verändert... Ob es am Stoff lag?
Nachdem ich am Hals vorne und hinten je 1cm weggenommen hatte und zu den Armen hin ausgemittelt hatte, war das Problem behoben. 

Der Rest lief dann zum Glück gut.
Die Brustabnäher sind perfekt in ihrer Position. Da hat die Anpassung gut geklappt. 


Den Zipper im Rücken (ist nicht im Ebook erhalten) hatte ich sofort beim Anblick des Stoffes vor meinem inneren Auge, stammt von einer alten aussortierten Männerjeans. Er ließ sich anstandslos einnähen. Allerdings ist mein Schlitz etwas zu kurz geraten, so dass der Stopper nicht mehr sichtbar ist...


Auch gab es trotz Zippers mit dem Beleg keine Probleme (auch wenn ich hier etwas ordentlicher hätte nähen können, oder zu mindest das Garn wechseln...)
Den habe ich übrigens in der Schulternaht und vorne punktuell händisch fixiert. Sonst wäre er immer wieder hochgeklappt.



Hier einmal die Bluse auf dem Bügel. Man sieht hier schön den Beleg. Mir gefällt der Mustermix, auch wenn ihn niemand sieht- ich weiß dass er da ist...
Außerdem sieht man die leicht ausgestellte Form und dass der Saum hinten hinten ca. 3 cm länger ist als vorne. Ich habe mich für einen klassisch geschwungenen Blusensaum entschieden. Dann sieht es auch nicht in der Hose steckend - hier übrignes kombiniert mit der selbstgenähten Jeans - und unter dem Pulli / Jacke herausschauend nett aus.


Wenn man genau auf die letzten Fotos sieht, kann man erahnen, dass die vordere Rundung etwas wiederborstig ist und sich umklappt. Da muss ich noch einmal ran....

Generell würde ich gerne an die Bluse noch einmal ran. Sie hat nämlich definitif potential zum Lieblingsteil, wenn die Sache mit den Ärmeln nicht wäre.... Also zur Hilfe, zur Hilfe! 


Verlinkt mit MeMadeMittwoch, 12lettersofhandmadefashion, #DIYyourCloset
Schnitt: Wintersonne von Lotte & Ludwig
Stoff: Baumwollsatin Stenzo 

Dienstag, 22. März 2016

Streifen-Aiko

Dass Jenny von exclamation-point für die Aktion #12lettersofhandmadefashion den Buchstaben "A" zog, kam mir sehr gelegen. Der Stoff für eine Frau Aiko lag schon bereit.
Kurz hatte ich überlegt ob es nicht doch das A-Linien-Kleid wird, aber nach der recht aufwenigen Jeans war mir mehr nach einem schnellen Projekt. 4 Schnitteile, Säume-fertig!


Der Stoff hatte es mir im Laden direkt angetan. Streifen und Lila melange... Ich wusste sofort das es eine Frau Aiko werden würde. Ich mag nämlich das Bild, dass sich durch die Streifen und den gegensätzlichen Streifenlauf ergibt...


Ein bisschen (ok, ein bisschen sehr) stolz bin ich auf den Verlauf der Streifen. Nachdem ich beim Zuschnitt ein bisschen murks gemacht hatte, hatte ich beim Nähen das Schlimmste befürchtet. Aber meine Sorgen waren unbegründet. Der Murks war geringer als befürchtet und durch den schweren, quasi undehnbaren Stoff trafen sich die Streifen auch auf Anhieb



Was das genau für ein Stoff ist, war beim Kauf völlig nebensächlich, daher überlege ich nun im nachhinein, was ich da wohl trage. Der Stoff ist gestrickt, von beiden Seiten gleich, fällt schwer und ist nur minimalst dehnbar... Er fühlt sich an wie Baumwolle und ist angenehm auf der Haut... Habt ihr eine Idee was das sein könnte?

Ich hab an dieser Aiko einiges angepasst. Man lernt ja dazu. Da mir bei meiner Sweat-Aiko der Ausschnitt zu weit war und der Pulli für meinen Geschmack etwas zu sehr oversize ist, habe den Bruch um 3cm nach innen verlegt. So ist der Pulli insgesamt 12cm schmäler geworden und ist dennoch reichlich. Verlängert habe ich ihn auch wieder um 5 cm. Bauchfrei ist einfach nicht meins...
Auch die Ärmel habe ich wieder auf normal lang verlängert und wesentlich enger genäht. Insgesamt bestimmt 3 cm.


Der Pulli ist weit genug um ihn wirklich als dünnen Pulli über ein T-Shirt/ Langarmshirt zu tragen, aber dennoch fühle ich mich darin nicht verloren. Auch passt nun die Ausschnittweite für mich. Je nach T-Shirt lunst es nicht am Ausschnitt heraus. Und wenn doch, den farblich passenden Loopschal habe ich sogar schon im Schrank...


Verlinkt mit RUMS, #12lettersofhandmadefashion
Schnitt: Frau Aiko von Schnittreif
Stoff: Stoffladen

Dienstag, 1. März 2016

Einmal Pulli für den Mann...

Endlich war mein Mann auch mal wieder dran mit benäht werden. Das passiert leider viel zu selten. Und wenn er mal einen Wunsch äußert, dann muss er sich auch noch in Geduld üben. Schande über mein Haupt...
Schon nach dem gelben "Steam Punk"-Äffchenpulli äußerte er den Wunsch auch so einen haben zu wollen. Irgendwann, als die nächste Stoffbestellung anstand - und das kommt nicht sonderlich häufig vor - durfte er sich einen Sweat aussuchen. Die Wahl viel auf ein Sommersweat in smaragtgrün. Einen guten Geschmack hat der Mann ;-)
Und dann kam das Probenähen für den BasicPulli und dann die ein oder andere Kleinigkeit dazwischen...
Aber jetzt! Jetzt habe ich mir die Zeit genommen und ihm seinen Wunsch erfüllt!

Die Ansage war, ein Hoodie ohne Kapuze, aber mit Kragen, ohne Beuteltasche.
Als Basis diente das Schnittmuster Rolli von AnniNanni. Das ist ehrlich gesagt nicht so wirklich der Burner. Schon beim zusammenkleben der Ausdrucke habe ich geflucht. Genäht habe ich XXXL. Nicht sonderlich schmeichelhaft für jemanden der normalerweise XL bzw. XXL trägt. Und das meistens nur wegen der Ärmellängen... Und wer hätte das gedacht, dass ausgerechnet die sonst immer zu kurzen Ärmel viel zu lang waren. Ich habe sie um 9 (!)cm gekürzt und um 7 cm enger gemacht. Und sie sitzten immer noch locker. Auch die Gesamtlänge war reichlich. So dass ich auf das geplante Bündchen verzichtet habe und stattdessen ein Bündchen für Faule gemacht habe.


Damit der Raglanpulli nicht völlig lahm daher kommt, habe ich die Teilung des Steampunk-Pullis auf das Schnittmuster übertragen und „gefake-covert“. In meinem Fall heißt das, dass ich mit der Overlock die Schnittteile links auf links zusammen genäht habe. Und zwar nur mit drei Fäden. Die rechte Nadel habe ich herausgenommen. Anschließend die Nahtzugabe ordentlich gebügelt und abgesteppt, so dass die untere Seite des Nahtbildes sichtbar ist. Das wollte ich schon immer mal ausprobieren! Und ich find's cool. Mein Mann zum Glück auch. Das werde ich sicherlich wieder anwenden...
Vielleicht versuche ich mich beim nächsten mal am Flatlock-Stich. Aber das habe ich mich auf so langen Strecken nicht getraut ohne vorher zu üben.

 

Den Kragen habe ich überlappend genäht und damit er den nötigen Stand bekommt, den Rest vom Putzlappen, den ich für meinen Kragen genutzt habe verwendet. Eigentlich wollte ich die Ösen gerne auf der anderen Seite haben, damit die Bänder ein Gegengewicht zur seitlichen Teilung sind - aber scheinbar habe ich nicht richtig aufgepasst. Naja, so schaut es auch ganz gut aus...

Die Kordeln- man könnte sie auch Strick nennen- waren ein wahrer Glücksfund. Gefühlt hatte ich das gesamte Internet nach dicken Kordeln, also mehr als 4mm, abgesucht. Nichts. Also versuchte ich mein Glück Offline. Und siehe da ich wurde fündig. Viele unterschiedliche Kordeln und Seile waren in der Nautikabteilung des Baumarktes zu finden. Ich entschied mich für die 12mm Stärke. 8mm hätten es wohl auch getan, aber so sehen sie zu mindest alles andere als fipsig aus.


Und weil ich schon mal im Baumarkt war, schaute ich noch schnell in der Elektroabteilung vorbei und fand auch noch farblich passende Schrumpfgummis für meinen Kordelabschluss.
Das Gummi schrumpft unter Hitzeeinfluss bis maximal 50 %. Schrumpfgummis lassen sich wirklich simpel verarbeiten. Gummi auf die richtige Länge schneiden, über die Kordel stülpen, z.B. über einer Kerze erhitzten und aufpassen, dass man das Gummi nicht ankokelt. Fertig. Jetzt kann sich die Kordel nicht mehr aufribbeln.



Mein Mann mag seinen neuen Pulli sehr gerne und trägt ihn wirklich regelmäßig. Darüber freue ich mich sehr. Vielleicht darf ja nun öfters mal ein von mir genähter Pulli in seinen Schrank wandern. Allerdings wohl nicht mehr nach diesem Schnitt. Welche Schnitte näht ihr so für eure Männer?


Stoff: smaragtgrüner Sommersweat von Königreich der Stoffe
Schnitt: Rolli von AnniNanni





Mittwoch, 24. Februar 2016

Meine erste Jeans...

Manchmal braucht man den Wink mit dem Zaunpfahl. Bei mir war es ein plötzlich akut auftrender Hosennotstand im Schrank. Und als dann Laura von die Tagträumerin bei #12lettersofhandmadefashion auch noch der Buchstabe „J“ gezogen wurde, war alles klar. Es war Zeit für das Projekt „Jeans“.
Ein schöner grau-beiger Jeansstoff war beim letzten Einkauf sowieso in den Warenkorb gewandert und meine mehrfach geflickte Lieblingsjeans die leider, leider nicht mehr zu retten war, schon vor Monaten beiseite gelegt worden. Denn ich wollte den Schnitt von ihr abnehmen. Sie war nicht umsonst Lieblingsjeans- wann hat man schon mal eine Jeans die einfach perfekt sitzt?

Ich kramte also die alte Jeans heraus und trennte fleißig das eine Bein auf. Man, was eine Arbeit. Jetzt ist mir auch klar, warum bei Jeans in der Regel nicht die Naht platzt, sondern vorher der Stoff auf gibt...
Übertrug die einzelnen Teile auf Papier, denn wenn das Vorhaben gelingen sollte und meine neue Hose so gut saß wie das Original, dann würde es davon mehr geben. Kein nerviges Jeans suchen mehr um hinterher festzustellen, dass sie an Tag drei, wenn der Stoff ein wenig nachgegeben hat, doch ein Bauarbeiterdekoltée offen zu legt....


Das Nähen an sich ging wirklich gut. Ich hab einfach der Logik nach alle Teile zusammen genäht. Vermeidlich knifflige Stellen hatte ich vorher, beim Auseinander nehmen der Vorlage, abfotografiert. Leider habe ich keine Fotos, geschweige denn Notizen, vom zusammen nähen gemacht. Das heißt beim nächsten mal muss ich wieder nachdenken.
Das einzige Teil was mir Probleme bereitete war der Bund. Ich dachte, ich bin schlau und schneide den Bund über die lange Seite im Bruch zu, statt zwei Schnittteile draus zu machen wie im Original. Aber beim zusammen nähen warf der Stoff massig Falten bzw. verzog sich total. Obwohl ich innen und außen mit Vlies verstärkt habe. Den Nähfussdruck kann ich bei meiner Maschine leider nicht verstellen. Wenn es zwei Schnittteile gewesen wären, dann hätte der Stoff nicht unten Spannung gestanden... Oder macht das eigentlich keinen Unterschied?
Nach mehrfachen auftrennen und nachdem ich von der Mitte nach außen hin genäht habe und fleißigem bügeln war es ok. Nichts desto stand der Bund ein wenig ab. Deshalb habe ich zwei Abnäher im Bund gemacht- die sind jetzt unter der Gürtelschlaufe versteckt... Ist zwar ein bisschen geschummelt, aber jetzt liegt sie gut an. Hätte ich da was spezielles beachten müssen? Im Original ist das nämlich nicht so. Allerdings muss ich gestehen, dass ich den Bund nicht aufgetrennt habe – zu faul- und ihn komplett gerade zugeschnitten habe.



Eigentlich sitzt sie vorne rum super, allerdings scheint die eine Seite ein wenig unter Spannung zu stehen- warum auch immer. Die Blende über dem Reißverschluss steht ein wenig ab und wirft auf der anderen Seite der Naht Falten in Richtung Taschen. Klar wäre es schöner ohne, aber mich stört es jetzt nicht wirklich.

Die Hosenbeine habe ich nachträglich enger gemacht. Hier habe ich mich an meiner Ludwig Lässig orientiert, weil mir die Weite an den Waden gut gefällt. Das ist nicht skinny- das mag ich nämlich nicht, aber auch etwas enger als das normale gerade Bein. So passt die Hose sowohl gut in die Stiefel, als auch drüber.

Damit die Hose auch wirklich eine richtige Jeans wird, durften die typischen Jeansdetails natürlich nicht fehlen. Die Nähte habe ich mit doppelten beigefarbenen Garn abgesteppt. Und natürlich Jeansknopf und -nieten in Alt-Kupfer. Das Münzgeldtäschen habe ich mir gesparrt. Das hat sich mir eh noch nie erschlossen für was das gut sein soll.


Als Taschenfutter habe ich die Reste dieses schönen frühligshaften Tilda-Stoff verwendet.


Den Alltagstest hat die Hose schon bestanden. Die Nähte haben stand gehalten, sie ist beim Sitzen nicht runter gerutscht und keiner ist auf die Idee gekommen, dass sie selbst genäht ist. Am Abend saß sie natürlich nicht mehr ganz so knackig, aber immer noch gut. Und sie musste erstaunlicherweise nicht am Abend in die Wäsche. Da hatte ich bei dem hellen Ton durchaus meine Befürchtungen...
Aber die Farbe ist super. Sie passt zu bestimmt zwei Drittel meines Kleiderschrankes. So soll es sein.
Und zur hell-beigen Wandfarbe passt sie auch ganz super- eine weiße Wand wäre für den Kontrast durachaus von Vorteil gewesen....



Ein Punkt weniger auf meiner To-Sew-Liste. Yeah! Und die Hose ist definitif eine Bereicherung in meinem Kleiderschrank. Bis auf die zwei Kleinigkeiten die ich oben genannt habe, bin ich sehr zufrieden mit mit dem Ergebniss und denke, dass der erstellte Schnitt eine gute Basis für Folgejeans ist. Oder was sagt ihr?

Verlinkt mit MeMadeMittwoch, AfterWorkSewing, #12lettersofhandmadefashion
Stoff: sandfarbener Jeansstoff über Königreich der Stoffe, Taschenfutter von Tilda vom örtlichen Stoffladen
Schnitt: Meiner :-)

Dienstag, 9. Februar 2016

Ein Draußenkind fürs Räupchen...

Das Äffchen liebt es draußen zu sein. Schon immer! Ihr hättet mal sehen sollen, wie er als Baby seine Schuhe aportiert hat um mir zu zeigen dass er raus möchte. Und auch heute ist er draußen in seinem Element. Und rausgehen ist auch mein Patentrezept bei kippender Stimmung, wenn er völlig überdreht ist oder beginnt die Wohnung auseinander zunehmen. Ein bisschen frisch Luft wirkt wunder.
Und das Räupchen? Das muss mit! Das ist das Los der zweitgeborenen. Aber auch er hat ziemlich schnell begriffen, dass die Welt draußen vor der Tür um einiges spannender ist als zu Hause. Und für ihn gilt- je mehr HalliGalli, desto besser. Das passt also ganz gut...

Für mich stellte sich daher die Frage, wie das Winteroutfit vom Räupchen aussehen soll. "Damals" noch am Krabbeln, jedoch kurz vorm Laufen und in den meisten Fällen in der Tragehilfe auf dem Rücken. Eine Jacke kam nicht in Frage. Das ist beim Tragen total unpraktisch. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich für den Overall Draußenkind von Lotte & Ludwig endschieden. Der Schnitt ist speziell für Tragekinder entwickelt worden und für uns tatsächlich perfekt!

Und hier sieht man auch gut warum- die Beine und Arme sind extralang, so dass sie über die Schuhe und Hände gehen. Da das Räupchen anfangs noch gekrabbelt ist und oft Puschen an hatte, habe ich mich auch für die Fuß- und Armklappen entschieden. Die Füße sind auf dem Bild mit den Fußklappen gut eingepackt und die Hände sind frei und dennoch schön warm. An richtig kalten Tagen oder wenn das Räupchen schläft, werden auch die Armklappen umgeklappt.

Wenn er läuft, werden die Ärmel und Beine einfach hochgekrempelt. 

Damit nichts reinzieht gibt es noch Bündchen.
 
Das der Overall aus Walk werden würde stand von anfang an fest- den hatte ich nämlich gleich mitbestellt als ich den Walk für meinen Doufflecoat und den des Äffchens bestellt habe. Auf gut Glück, da damals das Schnittmuster noch nicht feststand. Und obwohl alle drei Walks (Walke- oder wie ist der Plural?) von der gleichen Quelle stammten, ist die Qualität von dem marineblauen eingeutig die beste. Weicher als die anderen und noch etwas dicker.
Gefüttert habe ich mit einem hellblauen Jersey.

Die Naht im Futter gehört eigentlich nicht dorthin- aber ich hatte vergessen die obere Passe an das Schnittmuster zu kleben und mit zuzuschneiden.
Die Belege habe ich mit einem petrolfarbenen Sternenjersey abgesetzt. Die Belege und Bündchen sind definitv die Schwachpunkte des Overalls - die sehen mittlerweile aus... Zum Glück verzeiht die Farbe recht viel. Nichtsdestotrotz wird das Teil bald mal gewaschen werden müssen.
 
Der Walk hingegen ist einfach klasse. So eingesandet das Räupchen hier auch war- es lässt sich tatächlich einfach rausklopfen und er sieht aus wie neu. Unglaublich! Und so ist ist es mir bisher mit jedem Dreck ergangen in dem sich das Räupchen gesuhlt hat.
Hier sieht man auch schön wie toll die senfgelbe Papsel an der Seite aufeinander treffen. Die und die Nahtzugaben habe ich übrigens mit doppelten petrolfarbenen Faden abgesteppt. Mir war es sonst zu streng.
Und da mich das ganze ein bisschen an eine Uniform einer gewissen Fluggesellschaft erinnert hat, konnte ich es mir nicht verkneifen ein Emblem aus SnappPapp aufzunähen mit den Inizialien des Räupchens

Als sehr praktisch hat sich auch der Kragen erwiesen. Der liegt nämlich super an und es zeiht nichts rein. Nur an ganz kalten ziehe ich noch was an des Hals.

Dank des Kragens ist der Overall auch sehr praktisch für das Auto.

Kurzum, ich bin wirklich richtig glücklich mit dem Overall. Er wird fast täglich getragen- im Auto, auf dem Rücken oder im Kinderwagen- völlig egal- das Teil ist einfach nur richtig praktisch.
Auch ganz egal wie kalt es ist- das Räupchen kommt immer mollig warm da wieder raus.

Verlinkt mit CreaDienstag, Made4Boys, SewMini
Schnitt: Draußenkind von Lotte&Ludwig
Stoffe: marineblauer Walk von Schäppchenstoffe, Jersey vom Stoffmarkt

Dienstag, 2. Februar 2016

...und manchmal passt so gar nichts...

Passend zu dem Post von neulich...
Normalerweise blogge ich ja über Näherfolge- aber diesmal habe ich es wirklich versemmelt. Aber so richtig! Und das ausgerechnet bei dem Geburtstags-Pulli für das Räupchen :-(

Dabei ging alles gut los. Der Schnitt stand schnell fest. Der Mini BasicPulli (Gr. 50- 74)  sollte während des Probenähen für Lotte & Ludwig eh getestet werden. Perfekt. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Auch das "Konzept", sprich Stoff- und Motivwahl stand schnell. Der Zuschnitt klappte auch noch einigermaßen, aber ab hier begann alles schief zu laufen...

Der Zuschnitt für die Knopfleisten war aus irgendwelchen unerklärlichen Gründen zu kurz geworden. Ach, was solls- das passt schon. Muss! Immerhin war der Stoff schon ordentlich verstärkt und gebügelt und ich bin doch faul... Also Knopfleisten festnähen und absteppen.

Dann kam die Applikation. Der rostbraune Stoff der Knopfleiste schrie förmlich nach einem Eichhörnchen. Als Vorlage diente mir die Illustration meines Manne, die seit jeher das Kinderzimmer zierte. Ich versuchte mich zum ersten Mal im "Nähmalen" und ich muss sagen es klappte ganz hervorragend. Damit ich eine schön sichtbare Naht habe, habe ich mit zwei Fäden genäht. Auch die Augen und die Barthaare sind der Nähmaschiene "gestickt".


Ich nähte alle Teile zusammen. In dem Bereich wo die Knopfleisten fehlten, wurschtelte ich alles irgendwie dass es passte. Es knubbelte zwar etwas, aber hey!- wer guckt schon unter den Arm...
Der Pulli lag soweit fertig vor mir zum ausmessen der Halsbündchen, aber was war das?!? Vorne ist der Ausschnitt höher als hinten? Ein bisschen gezuppelt- immer noch der Fall. Ich hab doch nicht etwa? Doch, hab ich! Mist, verdammter! Vorderteil und Rückteil sind vertauscht... Und nun? Erst mal fertig machen. Vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm wenn ich den Pulli falschrum anziehe. Immerhin ist der Unterschied in den Schnttteilen gar nicht so groß. Sonst wäre mir der Fehler sicher schon viel früher aufgefallen.
Doch- es macht einen riesen Unterschied. Das Halsbündchen klafft auf und sieht gar nicht schön aus.
Pulli falsch rum anziehen? Eichhörnchen auf den Rücken? Das hatte ich kurzfristig ernsthaft in Erwägung gezogen...


Also Eichhörnchen vorsichtig wieder ab getrennt und auf die tatsächliche Vorderseite wieder drauf. Das es natürlich nicht ganz so schön und ordentlich geworden ist wie beim ersten mal ist ja selbstredend, oder?


Das Anziehen mit der großen Öffnung durch die Knopfleiste war wirklich sehr praktisch, aber die Drücker auf dem Rücken konnte ich mir so gar nicht vorstellen. Deshalb habe ich die Knopfleiste festgenäht. So ist der Pulli immerhin tragbar.



Ein Lieblingsteil wird er wohl nicht werden. Jedesmal wenn ich ihn sehe, ärger ich mich über mich. Er hätte so schön werden können....



Werde ich den Schnitt nochmal nähen? Wahrscheinlich. Denn ich finde die Lösung mit den beiden Knopfleisten eigentlich ganz Clever für Babys die das über den Kopf anziehen nicht mögen. Für Babys würde ich allerdings eher Jerseydrücker als Snaps nehmen, damit es nicht drückt- falls man Bauch- bzw. Seitenschläfen-Kinder hat.

Das Freebook erhaltet ihr übrigens hier. Das mein Pulli nichts geworden ist liegt weder am Schnitt noch an den Erklärungen - die sind top - sondern schlicht weg an meinem Pfusch.

Und sonst? War es mir eine Lehre. Seither markiere ich mir penibelst Vorder- und Rückenteil. Auch an den Ärmeln. Egal wie eindeutig es ist. Das passiert mir so bald nicht mehr...

Verlinkt mit CreaDienstag, Handmade on Tuesday, Made4BoysKiddiKram, Nähfrosch,  SewMini,
Stoffe: Reste vom Stoffmarkt
Schnitt: Freebook Mini BasicPulli von Lotte&Ludwig