Dienstag, 22. November 2016

Ein Schlupfhemd fürs Räupchen...

Als die Einladung zur Hochzeit eintrudelte war für mich klar, wir gehen in selbstgenähten Outfits! Keine Frage, oder?
Was ich anziehen würde war gleich klar. Da schlummerte noch ein UFO in der Kiste. Bei den Jungs tat ich mir deutlich schwieriger. Es sollte alltagstauglich und doch besonders sein. Und natürlich zusammen passen...
Deshalb haben sie die gleichen Schnitte, in völlig unterschiedlichen Stoffen und Farben getragen. Heute gibt es aber nur das Outfit des Räupchens zu sehen. Die andern beiden folgen bald. Und ich finde ihn darin sooo niedlich...


Wie ihr seht, stammen die Fotos nicht von der Hochzeit, sondern von einem wunderbaren Tag mit der ganzen Familie im Garten einer Freundin...

Grundlage für das Outfit war eine Strickjacke die meine Mutter vor einiger Zeit für die Jungs genäht hatte. Einmal in rostrot für das Räupchen und in grün für das Äffchen. Darauf habe ich dann Hosen und Hemden abgestimmt.


Die Cord Ludwig Lässig kennt ihr ja schon von hier. Da hatte ich für das innere des Bundes und das Taschenfutter auch den Stoff vom Schlupfhemd für das Räupchen genutzt.


Das Schlupfhemd ist ein Ottober-Hack. Um ehrlich zu sein, ist vom Schnitt nicht mehr viel übrig geblieben. Denn eigentlich handelt es sich bei Lenni (6/2012) um ein normales Hemd. Mit normalen Kragen und bis unten durchgeknöpft. Aber ich wollte unbedingt ein Schlupfhemd haben. Ich mag den Stil so gerne, aber es gibt kaum Schnitte, geschweige denn Kaufhemden in der Art.

Ich habe also die Knopfleiste umgemodelt und den Steg vom Schnitt dran angepasst. Wisst ihr wie das geht? Habt ihr Interesse an einem Tutorial dazu? Das sieht nicht nur bei Hemden super aus, sondern pimpt auch "normale" Shirts... Egal ob mit Steg oder nur mit Bündchen oben...


Kurz hatte ich überlegt den Kragen vom Schnitt zu übernehmen und hatte ihn sogar schon fertig genäht. Aber er war mir viel zu ausladend...

An den Ärmeln habe ich Riegel ergänzt zum hochkrempeln. Die haben sich nicht nur bei der Hochzeit als sinnvoll erwiesen. Die Jungs sind so viel rumgeflitzt, dass ihnen warm war. Und beim Essen, haben sie geholfen, dass der Ärmel nicht ständig im Essen hing. Außerdem sieht es super aus, finde ich...


Da der Schnitt erst bei 92 losgeht, das Räupchen allerdings bei der Ottobre erst bei 86 ist, habe ich den Schnitt um eine Größe runtergradiert. Von der Breite und vom Sitz an den Schultern ist es auch genau richtig. Allerdings habe ich den Schnitt deutlich verlängert. Nähmlich auf 98. Und die Ärmel auf 92.
Das zeigte nämlich ein Vergleich mit einem Kaufhemd. So ein Abgleich kann ich wirklich nur empfehlen, wenn man einen Schnitt neu näht. Der Schnitt fällt insgesamt breit und kurz aus.


Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich das Hemd nicht doch noch ein bisschen verlängert habe oder zumindest Zuwachs im Saum vorgesehen habe. Zum Zeitpunkt der Hochzeit (und der Fotos) war das Hemd von der Länge genau richtig. Aber nun hat der Räupchen mal wieder einen Schuss gemacht und es ist gerade so passend von der Körperlänge.
Dabei steht ihm das Hemd so gut und ich könnte ihn jedesmal fressen wenn er es trägt. Egal ob zur Ludwig Lässig oder als auch zur Jeans...


Und wer sich fragt, was wir da getrieben haben- wir waren zur Apfelernte eingeladen. Am Ende des Nachmittages hatten wir ganze 87 kg gepflückt, die wir gleich in einer Kellerei gebracht haben. Als Lohn gab es einen Nachmittag voller Spaß, drei Flaschen Süßen und ein paar, nicht nennenswerte, Euronen...

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Schnitt: Lenni, Ottobre 6/12, sehr abgewandelt
Stoff: Baumwolle von Mondial Tissus

Sonntag, 13. November 2016

Großes Finale beim WMSA 2016...

... und ich bin dabei! Yeah!


Da war ich mir in der Woche noch nicht so sicher...
Er am Freitag Nacht habe ich die letzte Naht von meinem Wind- und Wetterparka genäht. Am Samstag früh dann noch die Wendeöffnung schließen, die ganzen Fäden verschwinden lassen und Fotos machen.

Das Wetter hat zum Glück mitgespielst. Ich wäre mit meinem Parka wohl auch dem schlechten Wetter gewachsen gewesen - immerhin ist mein Außenstoff teflonbeschichtet und somit wasserabweisend. Aber meinen Kerlen hätte ich es nicht zu muten wollen. Es wäre allerdings ein guter Härtetest gewesen. Der steht somit noch aus.


Vorallem bin ich gespannt, wie warm das Thinsulate, mein Wärme-Futter-Vlies, tatsächlich hält. Beim Fotografieren war es mit ca. 5 ° zwar frisch, aber nicht knackig frisch. Und mir war am Oberkörper trotz dünnen Pulli nicht kalt. Allerdings ist mein Parka so unglaublich leicht - das macht mich skeptisch.

A propos Pulli. Größenteschnisch stand ich zwischen 36 und 38 und habe mich letztendlich für größer entschieden. Und es war gut so. Denn wenn ich einen meiner dicken Pullis trage, dürften die Ärmel nicht schmäler sein...


Sowohl das Verarbeiten des Thinsulate als auch des Oberstoffes stellte keine Probleme dar.
Das Thinsulate sieht aus wie normales Volumenvlies und lässt sich auch so verarbeiten.
Auch das mit Teflon  beschichtete Baumwoll-Mischgewebe von Activstoffe ließ sich wie ein normaler Baumwollstoff verarbeiten. Ich habe hier, auf anraten von Activstoffe, mit einer 75 Universalnadel genäht. Ging 1A.

Der Oberstoff reichte tatsächlich noch um für innen Belege zu basteln. Das hat mich ganze zwei Nähabende gekostet. Aber das hat sich sowas von gelohnt!



Ich liebe es, wenn es auch innen schön aussieht! Und sogar die Paspel, die ich zufällig im Stoffladen gefunden habe, passt farblich perfekt zu meinem Futterstoff. Sogar die Übergänge hauen hin...


Zwischenzeitlich war ich mir unsicher wie mein Parka aussehen sollte. Zuviele Möglichkeiten... Aber letztendlich ist er genau so geworden wie ich ihn mir ganz ursprünglich vorgestellt habe.

Mit Schulterpassen und Rückennaht. Mit doppelt abgesteppten Ziernähten aus braunen Jeansgarn.



Mit verdeckten Bündchen und verkleintem Halsausschnitt und Kapuze.


Und wie ihr seht, sind habe ich mich doch für die Pattentaschen entschieden. Auch das ging super. Dafür habe ich sogar auch mal ins e-book geguckt. Alles andere habe ich so genäht. Allerdings es kostet ganz schön Überwindung in eine quasi fertige Jacke, reinzuschneiden. 


Hier sieht man auch die tollen altkupferfarbenen Druckknöpfe.  Dadurch dass ich sie im Windschutz verdeckt angebracht habe, sieht man nur das dunkle Unterteil, aber nicht die tolle Farbe.

Den Fischschwanz habe ich aus der Ottobre (4/13) Autumn Windbreaker entnommen.
Oh man! Hat der mich Nerven gekostet! Alles andere lief glatt, aber dieses Detail!
Beim Zusammennähen hat verliefen von der Spitze aus ständig irgendwelche Falten. Letztendlich habe ich Futter und Oberstoff nur bis 1-2 cm vor der Spitze zusammen genäht und siehe da - die Spannung und die sich daraus ergebenen Falten waren verschwunden. Durch das Absteppen, habe ich auch gleich das Loch geschlossen.
Auch das Detail mit der rückwärtige Schlaufe -auf dem oberern Rückenansicht sichtbar - stammt von dem Schnitt.



Ansonsten habe ich noch ein paar Lederdetails eingebaut. Das gefiel mir dazu viel besser als auf die gekauften Kordelenden etc. zurückzugreifen.


Ihr seht, es ist ein wirkliches Mischmaschteil geworden. Ein bisschen hiervon, ein bisschen davon. Aber so ist er (für mich) perfekt.

Hier noch einmal die Harten-Fakten:


Schnitt: Wind- und Wetter-Parka von Lotte & Ludwig
Änderungen: Kapuze aus der überarbeiteten Version, Schultern 1 cm nach innen gesetzt, Ärmel um 8 cm verlängert (die fallen kurz aus, aber ich habe auch lange Arme), Länge um 4 cm verlängert, Fischschwanz
Stoffe: beschichtete Baumwoll-Mischgewebe und Futtertaft von activstoffe.de, Thinsulate von Funfabric, Mind the moose, Soft Cactus über Kleewald, Druckknöpfe, Prym aus dem örtlichen Stoffladen, Bündchen Kordel und Zwei-Wege-Reißverschluss vom Stoffmarkt

Kosten: 40 €
Arbeitszeit:
ca. 20 Std



Ich bin wirklich richtig glücklich mit meinem Parka. Ich liebe die Details und die türkisenen Elche die farblich ein wenig Pepp in dieses beige-braun Gemisch bringen.  Und ich freue mich, dass Schal und Mütze, welche meine Mutter vor einiger Zeit für mich gestrickt hat, so toll zu dem Parka passt.

Jetzt brauche ich aber erstmal ein paar schnell schnell Projekte bevor ich mich wieder auf was größeres stürze.

Aber zuerst bewundere ich eure Jacken und Mäntel, die dieses Jahr im Sewalong vom MMM entstanden sind ...

Dienstag, 8. November 2016

Babygeschenke...

Bisher gab es auf meinem Blog noch keine Babygeschenke zu sehen. Warum eigentlich? Denn seit ich nähe, verschenke ich fast ausschließlich selbstgenähtes. Wenn ich mir rückblickend meine ersten Werke ansehe, denke ich mir auweija- wie konntest du die nur verschenken!
Aber wisst ihr was? Ich hab tolle Freunde!
Als ich mich neulich mit meiner Mädelsrunde traff um endlich den kleinen E. Kennenzulernen (der mittlerweile gar nicht mehr so klein ist, sondern schon ein Halbes Jahr), erfuhr ich nebenbei, dass die Mädels die Klamotten ihrer großen Kinder zum Großteil verkauft / verschenkt haben. Aber meine damaligen Geschenke werden in Ehren gehalten und sind in die Erinnerungskisten der Kinder gewandert. ♥
Um so leichter fiel es mir dann doch dass Geschenk für E. Zu übergeben. Denn auch das ist nicht perfekt, aber das sehen wohl nur wir Nähtanten, dass das Bündchen zu arg gedehnt wurde ;-)


Es ist ein Isaac aus der LaMaison Victor 4/16 in Größe 92 für den nächsten Sommer geworden. Ich war mir sicher, dass der gemusterte Stoff meiner Freundin gefallen würde, dennoch habe ich lange gezögert, aus Angst dass er wie ein Schlafanzug wirken könnte. 
Im Nachhinein völlig unbegründet und ich konnte mich nur schwer von dem Shirt trennen. Auch wenn es für mich ungewöhnlich bunt ist.

Die nächsten Geschenke die ich euch zeigen möchte, gingen an eine meiner besten und ältesten Freundin. Sie hatte sich damals, als wir zusammen bei Stoff & Stil waren, für Ihren Großen ein Stoff für ein Langarm - Shirt ausgesucht. Genäht habe ich ein "Bug" aus der Ottobre 3/16. Ich mag den Schnitt und es passt gut zu ihrem schlanken Sohn. Anfangs waren die Ärmel auch komplett in dem mintfarbenen Stoff. Abgesehen, dass sie zu kurz geraten waren, sah dass in dem Fall tatsächlich nach Schlafanzug aus. Die habe ich daher kurzer Hand abgeschnitten und die Ärmel stattsessen im Lagenlook genäht. Mit der Version war ich dann wirklich zu frieden.


Aus dem Rest wollte ich unbedingt ein ähnliches Shirt für den Baby-Bruder nähen. Aber viel war nicht mehr vom Stoff übrig. Deshalb habe ich ein wenig gepuzzelt und geschoben, bis Schnabelias Trotzkopf drauf passte. Allerdings ohne Teilung. Die mag ich nämlich nicht.
Das untere Vorderteil ist mit Teilung und seitlich eingefasst. Außerdem habe ich im Nahtschatten des Auschnittes des Vorderteils ein Stückchen festgesteppt. So kann sich das kleinere Unterteil nicht mehr hochklappen und der Kopfausschnitt ist immer noch großzügig.


So sieht das dann aus mit dem feststeppen. Einmal von links und von rechts.

Zu dem Trotzkopf gesellte sich dann noch ein grauer Sweat-Frechdachs von Lilabrombeerwölkchen hinzu. Für den Zwickel  reichte der letzte Fitzel des Stoff & Stil Stoffs.



Die Nahtzugaben habe ich, wie beim Trotzkopf, mit orangfarbenen Zickzackstich festgesteppt.


Im Nachhinein frage ich mich, warum ich das nicht schon öfters so gemacht habe. Das gefällt mir hier richtig gut. Meiner Freundin übrigens auch. Sie hat sich riesig über das Päckchen gefreut...

Verlinkt mit: CreaDienstag, DienstagsDinge, HoT, Nähfrosch, SewMini, Made4Boys
Stoff: Stoff- und Stil sowie Bestand

Dienstag, 25. Oktober 2016

Jeanskleidstil...

Achtung! Die folgenden Bilder schreien nach Sommer. War es zum Zeitpunkt der Fotos auch. Dennoch möchte ich euch mein Jeanskleid, welches keins ist, zeigen. Denn es ist auch im Hinblick auf den Herbst genäht worden....

Aber erstmal von vorne. Alles begann mit einem Werbeprosekt in unserem Briefkasten. Beim durchblättern fiel mir gleich ein olivfarbenes Jeanskleid aus. Aber es war schon ausverkauft und die anderen Farben sagten mir nicht zu.


Dieses Kleid ging mir einfach nicht aus dem Kopf. Also beschloss ich, dass ich das auch genäht bekomme und machte mich auf die Suche nach Schnitt und Stoff. Beim Stoff wurde ich schnell fündig. Die Wahl fiel auf ein Baumwoll-/Leinengemisch von Stoff & Stil. Also nix Jeans!
Die eine Seite ist roséfarben, die andere orange. Ursprünglich war die hellere Seite geplant, aber je nach Lichteinfall, glitzerte die was das Zeug hält. Das war mir beim Kauf nicht aufgefallen. Außerdem war es mittlerweile Spätsommer und mein Gemüt fing an, die gesättigteren Farben zu bevorzugen...


Auf den Detailfotos kann man sowohl die tolle Struktur des Stoffes als auch den Glitzer innen erahnen.

Die Schnittsuche gestaltete sich schon schwieriger. Irgendwann stolperte ich zufällig über MaCalla von Ki-ba-doo. Der Schnitt traf ziemlich genau das Original. Lediglich die Abnäher waren zusätzlich. Dafür fehlten die Taschenklappen... Aber Taschenklappen sind ja schnell dazu gezaubert und Abnäher der Form nur zuträglich...



Lange habe ich mit der richtigen Schnittgröße rumgemacht. Letztendlich habe ich mich wegen des Schulterbereichs für eine 38 entschieden, eine Sba gemacht und in eine 36 auslaufen lassen. Letztendlich habe ich allerdings einiges an Weite in den Abnähern herausgenommen und auch von Achsel bis Taille sowie die Ärmel deutlich verschmälert, so dass ich bestimmt bei einer 34 oder gar 32 heraus gekommen bin. Ich hätte es gerne noch etwas taillierter gehabt, aber dann hätte ich es nur nur noch mit gezuppel über die Brust gezogen bekommen.
Die Schulterweite, Armkugel und Ärmelloch passen top. Daran werde ich mich zukünftig orientieren...

Vor lauter Schulterbereich-Probleme habe ich völlig die Länge außer acht gelassen. Und auch ignoriert, dass auf den meisten Beispielfotos eine Legging unter dem Kleid getragen wurde... Es ist, für mein Geschmack, grenzwertig kurz. Zumal der Saum seitlich sehr weit hoch geht.


 Um nicht mehr Länge zu verlieren habe ich statt wie geplant den Saum umzuklappen, mit Schrägband verstürzt. So habe ich immerhin 1,5-2cm Mehrlänge gewonnen...


Ich überlege die ganze Zeit (ok, nur hin und wieder) ob das zu kurz ist und so gehört und nur ungewohnt für mich ist oder ob es tatsächlich länger sein sollte. Wenn verlängern, dann wie? Ab Hochpunkt Saumbogen einfach ein Stück ansetzten? Ausreichend Stoff hätte ich noch... Aber sieht das nicht gestückelt aus? Was meint ihr?

Interessant finde ich übrigens die unterschiedliche Längenwirkung mit und ohne Gürtel...

Im Sommer habe ich das Kleid ohne Gürtel getragen. Bei 36° war ich einfach nur froh über möglichst wenig Stoff an der Haut. Da war das Kleid wirklich sehr angenehm- trotz Glitzer auf der Hautseite...

Allerdings mag ich den Stil mit Gürtel lieber. Das gibt mir einfach mehr Form.

Jetzt, im Herbst, an den wärmeren Tagen, habe ich das Kleid übrigens auch mit Shirt und Legging drunter getragen. Entweder mit Stiefletten, Stiefeln oder gar mit Chucks...



Und mit Cardigan drüber...
Einzig blöde an der Strumpfhosen/ Leggingsversion ist, dass das Kleid sich natürlich noch weiter hochribbelt. Aber ein Unterkleid ist etwas schwierig wegen des hohen seitlichen Saumbogens...

Oder wenn es mal seriöser sein soll, mit Kleid in der Hose als Bluse...



Also durchaus Übergangszeit tauglich, oder nicht?

Verlinkt mit MMM
Schnitt: MaCalla von Ki-ba-doo
Stoff: Baumwoll-/ Leinengemisch von Stoff & Stil

Sonntag, 23. Oktober 2016

Wind-& Wetterparka - es wird...

langsam aber stetig.

Sämtliche Stoffe und Stoffproben sind bei mir eingetroffen. Wie zu erwarten, hatten die Stoffproben zu kurzfristiger Entscheidungsfaulheit und Planabweichungen geführt. 
Denn es war ein rehbrauner Twill dabei, der es mir sehr angetan hatte. Und der eigentlich bestellte, sandfarbene Outdoorstoff, verunsicherte mich. Welche war nun die Außenseite? Das Gold ging gar nicht. Weder haptisch noch optisch. Aber eine kurze Mail zum Verkäufer brachte Aufklärung. Gold ist innen (viel goldener und vorallem gläzender als auf dem Foto), Beige ist außen. Und nachdem auch der Futterstoff eingetroffen war und der rehfarbene Twill  farblich nicht so recht passen wollte, war ich wieder auf Kurs gebracht. Denn der Plan war eigentlich ein regen- und winddichter Parka...


Es folgten intensive Vergleiche. Zuerst Vergleich des "alten" W&WP mit der Schnittüberarbeitung. Anschließend mit dem Fisch-Schwanz-Parka aus der Ottobre. Letztendlich viel die Entscheidung komplett den W&WP zu nähen. Und zwar in der alten Version, mit Kapuze der neuen, aber dem Fischschwanz vom Ottobre-Schnitt ...
Nachdem ich den Schnitt abgepaust hatte, verglich ich den Schulterbereich noch einmal mit meinem Doufflecoat vom letzten Jahr. Der Schulterbereich ist ja meine „Problemzone“- breites Kreuz, wenig Brust... Schien aber zu passen.

Ich konnte also endlich mit dem Zuschnitt beginnen. Allerdings erst nur den Futterstoff um ggf. Anpassungen besser vornehmen zu können. Hab ich dann auch. Nämlich die Schulter um 1 cm nach innen gesetzt.


So gefällt es mir besser und ich habe immer noch Bewegungsfreiheit.
Und wie zu erwarten, fielen die Ärmel für mich zu kurz aus. Aber das kam mir gerade recht, denn so brauchte ich sie nicht zu kürzen um die verdeckten Bündchen einzunähen.

Diese Anpassung ging sehr einfach. Ich habe das Bündchen zuerst wie immer eingenäht. Und anschließend den zum Ring geschlossenen Futterstoff. So einfach ist das.


Mir gefällt die Kombination des Mind the Moose-Stoff mit dem Ärmelfutter-Taft und dem Braunen Bündchen. Schade, dass das hinterher keiner sieht....

Anschließend habe ich das Vlies zurecht geschnitten und separat zusammen genäht. Denn, wie ich erfuhr, lässt mit jeder Naht das Thinsulate mehr Wind durch. Fand ich logisch. Also, dass da wo ein Loch ist, es durchpfeift. Daher habe ich nicht gesteppt, sondern das Vlies über das Futter gestülpt und an den Kanten versäubert. So kann beim Verbinden mit dem Außenstoff nichts verrutschen und ich muss keine Angst haben, dass sich die Baumwolle aufribbelt. An den Schulternähten und der Kapuze habe ich die Nahtzugabe abgesteppt, damit sie nicht aufträgt.Wie schlau diese Vorgehensweise war wird sich zeigen...


Die Kapuze ist noch nicht angenäht. Ich hab nämlich die Wendeöffnung vergessen...

Das Futter ist also fast fertig. Fast- weil ich eigentlich gerne Belege dranbasteln wollte. Aber ich war bei der Bestellung des Außenstoffes etwas knauserig... Dafür habe ich massig Mind the Moose übrig.... Was ist da bloß schief gegangen? Mein Man hat meinen Vorschlag, aus dem Rest ein Weihnachtshemd für ihn zu nähen, dankend ausgeschlagen... Also wenn ihr Interesse habt...


Bisherige Zeitinvestition:
... 1h Abpausen
... 1h Zuschneiden Futter
... 1h Nähen Futter
...2,5 h verstecktes Bündchen + Zuschnitt Thinsulate
... 2 h Thinsulate nähen, Schultern rein setzten + Futter mit Vlies verbinden
= 7,5 h

Als nächstes steht also Zuschnitts-Tetris und Nähen des Außenstoffes an. Davor habe ich etwas Angst. Also vorm Nähen. Denn ich habe noch kein Ahnung wie sich diese Teflonbeschichtung mit meinem Nähfuß verhält...
Außerdem bin ich mir bei einigem Designferz insbesondereTaschen und Knöpfe noch unsicher und hoffe auf Eingebung während des Nähens....

Es bleibt also spannend...

Nun schaue ich mir aber erstmal an, wie die anderen Teilnehmer(innen) die letzten Wochen vorangekommen sind.

Verlinkt mit MMM


Dienstag, 18. Oktober 2016

Endlich...

passt auch das Räupchen in eine Ludwig Lässig. Ich liebe diesen Schnitt am Äffchen und auch an mir. Daher habe ich lange drauf hingefiebert bis seine Bein lang genug waren um in die kleinste Größe zu passen. Und dann war ich mir erstmal unsicher ob  mein Plan Breitcord dafür zu nehmen, nach was aussieht... Aber tut es. Finde ich zu mindest...


Ich finde ihn so zum Anbeißen in seiner neuen Hose...


Da es nun die insgesamt vierte Version ist, die ich genäht habe - eine für mich, eine fürs Äffchen und eine verschenkt, habe ich Kleinigkeiten die mich gestört haben, geändert.

Zum Beispiel habe ich im Oberschenkelbereich gleich Weite herausgenommen. Und sie ist immer noch ausreichend weit.



Dafür in den Waden die nächste Größe genommen, da der Cord nicht dehnbar ist. So ist auch unten der Saum weit genug um problemlos angezogen werden. Ich kenn doch mein Räupchen! Der hat nicht die Nerven für Rumfummeleien bis endlich was angezogen ist. Bei ihm wäre die Hose gleich unten durch...


A Propos enger Saum. Wisst ihr, wie man recht problemlos enge Säume unter der Nähmaschine säumt? Egal ob Hosen oder Ärmelsaum? Man dreht die Hose auf links und näht von innen. Falls ihr das nicht eh schon so macht- versucht es mal aus. Ich war damals sehr dankbar für den Tipp!


Außerdem habe ich getestet wie es aussieht, wenn die Hose hinten statt einer Falte einen Abnäher hat. Die Länge des Abnähers habe ich nach Gefühl gemacht.
Gefällt mir gut und werde ich für meine nächste Version auch übernehmen.


Die letzte Änderung war reine Kosmetik. Ich wollte gerne, dass man am Bund die Versäuberung nicht sieht. Deshalb habe ich den inneren Stoffstreifen meines Bunds 5mm breiter zugeschnitten.
Wenn ihr den Bund nur aus einem Teil macht, wie eigentlich vorgesehen, dann bügelt ihr die Mitte nicht in die tatsächliche Mitte, sondern so, dass das innere Teil 5mm länger ist. Anschließen wie gewohnt versäubert und die 1 cm Nahtzugabe umgebügelt.


Von rechts wird dann, wie vorgesehen, im Nahtschatten abgesteppt. Dadurch, dass der Stoff innen nun 5mm breiter war, erwischt man ihn auf jeden Fall...
Ein fertiges Foto von innen habe ich jetzt leider nicht für euch. Das müsst ihr mir einfach glauben, dass es ein schön sauberes Ergebnis gibt ;-)


Verlinkt wird meine Breidcord Ludwig Lässig bei CreaDienstag, DienstagsDinge, Handmadeon Tuesday, Made4Boys und Cord Cord Cord

Dienstag, 11. Oktober 2016

#myfallessentials...

Das Thema Capsule Wardrobe fand ich seit der ersten Begegnung mit diesem Begriff spannend. Seinen Kleiderschrank reduzieren auf das was man wirklich braucht, regelmäßig trägt, ganz sein Stil und untereinander gut kombinierbar ist.  Klingt super, oder?
Mit dem Hintergedanken an so einen durchdachten Kleiderschrank habe ich im Frühling und Sommer für mich genäht. Denn sowohl der Platz in meinem Kleiderschrank, als auch meine Zeit ist begrenzt. Sowohl meine Nähzeit, als auch meine Zeit morgens beim Anziehen. Ich mag ordentlich aussehen, mir aber eigentlich keine/kaum Gedanken darüber machen müssen ob das nun zusammen passt oder nicht. 
Daher habe ich die meisten Nähprojekte lange mit mir herumgetragen bis ich es tatsächlich umgesetzt habe. Meist begann es mit einem Inspirationsbild von Pinterest oder einem Modeprospekt. Wenn mich dieses Bild nicht mehr losgelassen hat, habe ich versucht es zu analysieren. Was hat mich an dem Bild angesprochen? War es der Stil? Die Kombination? Ein spezielles Kleidungsstück? Passt es auch zu mir? Wenn ja, was muss ich machen um den Look zu erreichen? Habe ich schon Teile im Kleiderschrank die ich dafür brauche? Funktioniert z.B. das Oberteil auch ohne die Hose des Bildes? Würde es auch zu Hosen aus meiner Gaderobe passen? Denn ein "Folgenähen" wollte ich auf jeden Fall vermeiden.
Wenn mir spontan mindestens zwei passende Kombinatiosmöglichkeiten dazu eingefallen sind, habe ich mich weiter mit passender Stoff- und Schnittsuche beschäftigt. Im Vergleich zu den vielen Gedankengängen, waren die meisten Teile schnell genäht....

Ein gutes Beispiel ist mein Streifen-Shirt. Den Look hatte ich bei einer Bekannten gesehen. Den passenden Rock hatte ich noch in meiner Upcycling-Kiste und den Streifenstoff in meiner Stoffkiste. Ich mag Look. Aber der Rock ist zum kürzen wieder in die Upcycling-Kiste gewandert und ich habe das Shirt im Sommer zu allen meinen Hosen getragen oder gar unter einem Hemdblusenkleid...
Denn eigentlich sind Röcke nichts für mich. Und Kleider trage ich auch nur zu Ausnahmen. An bestimmt 95% der Tage im Jahr gibt es mich in Hosen.


Aber so mag ich das - wenn ein Teil möglichst viele Optionen mit sich bringt. Der eine Look hat für mich nicht funktioniert, dennoch ist es keine Schrankleiche geworden...

Allerdings muss ich gestehen, dass nicht alle meine Näprojekte so durchdacht waren. Das ein oder andere Teil ist auch impulsiv entstanden. Weil mir der Stoff so gut gefiel. Wie z.B. meine Flamingo-Bluse


Oder weil ich einfach mal ausprobieren wollte ob ein spezieller Schnitt / Stil mir steht... 
Aber auch die Teile haben mich weiter gebracht. Denn durch die Flamingobluse habe ich z.B. festgestellt, dass ich an mir durchaus gerne einen Hauch von  Extravagantz mag. 
Und woher soll man wissen ob einen ein spezieller Stil steht wenn man es nicht ausprobiert? Wie z.B. meine mittlerweile heißgeliebte Ludwig Lässig.


Insgesamt finde ich gerade das Thema Stil interessant. Aber schwierig. Und ich bewundere jeden, der "seinen" Stil gefunden hat. Ich selbst befinde mich noch auf der Suche. Wobei ich immer häufiger das Gefühl hatte, dass mein aktuelles "Ich" mit meinem aktuellen Kleiderschrank ganz gut zusammen passen.

Wobei mein Kleiderschrank durchaus noch Lücken aufweist. So mag ich es ja gerne gemustert. 


Und habe auch keine Angst vor großflächigen Farbeinsatz. 


Und manchmal triebe ich es schlicht weg zu bunt. Ein paar zurückhaltendere Teile wären durchaus von Vorteil. Gerade für die Übergangszeiten. Wenn man doch noch einen Pulli oder Cardigan braucht...
Zumal die Langarm-Teile noch allesamt aus vor meiner Farbberatungszeit stammen und somit mäßig zu der neuen Gaderobe passen. Und auch nicht mehr unbedingt mein Stil sind. Da gibt es auf jeden Fall dran zu arbeiten
Auch müssten ein paar neue Jeans her. Die Bestandshosen werden in absehbarer Zeit das zeitliche segnen. Und seit langem möchte ich eine Boyfriendshose für mich ausprobieren. Das schiebe ich seit fast einem 3/4 Jahr vor mich her.

Meiner Frühlings-Farbpalette werde ich treu bleiben. Darin fühle ich mich wirklich wohl. Allerdings mag ich sowieso schon die kräftigeren Farben. Und jetzt werden die Farben noch satter /herbstlicher. Das geht schon eine Weile so, dass ich morgens intuitiv zu den satteren Farben greife statt zu den frischen Frühlingsfarben. Warum sich also dagegen sträuben?

Allerdings geht es nicht nur drum Lieblingsteile-Teile zu produzieren, sondern sich auch von Teilen zu trennen, die man aus den unterschiedlichsten Gründen nicht trägt.
So habe ich, bevor ich mit der Frühlings-/Sommergaderobe begonnen habe, die Teile aussortiert, die nicht richtig saßen oder ihre beste Zeit schon hinter sich hatten. Vor einigen Tagen bin ich noch einmal meinen Frühling-/Sommerkleiderschrank durchgegangen und habe alle Teil aussortiert die ich diesen Sommer nicht getragen habe. Da kam einiges zusammen. Auch das ein oder andere selbstgenähte. Was mach ich damit? Für den Flohmarkt sind mir die Teile eigentlich zu schade...
Auch die aktuelle Herbst-/Wintergaderobe werde ich nächstes Wochende kritisch begutachten und schon mal alles aussortieren was eigentlich nicht mehr wirklich tragbar ist. Und dann nach und nach ein Naja-Teil gegen hoffentlich weitere Lieblingsteile ersetzten.

Und wie sieht es mit dir aus? Mistest du regelmäßig deinen Schrank aus? Wie nähst du? Impulsiv oder durchstrukturiert? Hast du deinen Stil gefunden oder suchst du noch, so wie ich?

An dieser Stelle mag ich mich bei Elke und Lena bedanken, die mich an das Thema vernetzten Kleiderschrank herangefürt haben und mich zu einer neuen Denkweise bewogen haben. Wenn dich das Thema ebenfalls interessiert, schau doch mal bei Elle Puls vorbei,