Dienstag, 22. März 2016

Streifen-Aiko

Dass Jenny von exclamation-point für die Aktion #12lettersofhandmadefashion den Buchstaben "A" zog, kam mir sehr gelegen. Der Stoff für eine Frau Aiko lag schon bereit.
Kurz hatte ich überlegt ob es nicht doch das A-Linien-Kleid wird, aber nach der recht aufwenigen Jeans war mir mehr nach einem schnellen Projekt. 4 Schnitteile, Säume-fertig!


Der Stoff hatte es mir im Laden direkt angetan. Streifen und Lila melange... Ich wusste sofort das es eine Frau Aiko werden würde. Ich mag nämlich das Bild, dass sich durch die Streifen und den gegensätzlichen Streifenlauf ergibt...


Ein bisschen (ok, ein bisschen sehr) stolz bin ich auf den Verlauf der Streifen. Nachdem ich beim Zuschnitt ein bisschen murks gemacht hatte, hatte ich beim Nähen das Schlimmste befürchtet. Aber meine Sorgen waren unbegründet. Der Murks war geringer als befürchtet und durch den schweren, quasi undehnbaren Stoff trafen sich die Streifen auch auf Anhieb



Was das genau für ein Stoff ist, war beim Kauf völlig nebensächlich, daher überlege ich nun im nachhinein, was ich da wohl trage. Der Stoff ist gestrickt, von beiden Seiten gleich, fällt schwer und ist nur minimalst dehnbar... Er fühlt sich an wie Baumwolle und ist angenehm auf der Haut... Habt ihr eine Idee was das sein könnte?

Ich hab an dieser Aiko einiges angepasst. Man lernt ja dazu. Da mir bei meiner Sweat-Aiko der Ausschnitt zu weit war und der Pulli für meinen Geschmack etwas zu sehr oversize ist, habe den Bruch um 3cm nach innen verlegt. So ist der Pulli insgesamt 12cm schmäler geworden und ist dennoch reichlich. Verlängert habe ich ihn auch wieder um 5 cm. Bauchfrei ist einfach nicht meins...
Auch die Ärmel habe ich wieder auf normal lang verlängert und wesentlich enger genäht. Insgesamt bestimmt 3 cm.


Der Pulli ist weit genug um ihn wirklich als dünnen Pulli über ein T-Shirt/ Langarmshirt zu tragen, aber dennoch fühle ich mich darin nicht verloren. Auch passt nun die Ausschnittweite für mich. Je nach T-Shirt lunst es nicht am Ausschnitt heraus. Und wenn doch, den farblich passenden Loopschal habe ich sogar schon im Schrank...


Verlinkt mit RUMS, #12lettersofhandmadefashion
Schnitt: Frau Aiko von Schnittreif
Stoff: Stoffladen

Dienstag, 1. März 2016

Einmal Pulli für den Mann...

Endlich war mein Mann auch mal wieder dran mit benäht werden. Das passiert leider viel zu selten. Und wenn er mal einen Wunsch äußert, dann muss er sich auch noch in Geduld üben. Schande über mein Haupt...
Schon nach dem gelben "Steam Punk"-Äffchenpulli äußerte er den Wunsch auch so einen haben zu wollen. Irgendwann, als die nächste Stoffbestellung anstand - und das kommt nicht sonderlich häufig vor - durfte er sich einen Sweat aussuchen. Die Wahl viel auf ein Sommersweat in smaragtgrün. Einen guten Geschmack hat der Mann ;-)
Und dann kam das Probenähen für den BasicPulli und dann die ein oder andere Kleinigkeit dazwischen...
Aber jetzt! Jetzt habe ich mir die Zeit genommen und ihm seinen Wunsch erfüllt!

Die Ansage war, ein Hoodie ohne Kapuze, aber mit Kragen, ohne Beuteltasche.
Als Basis diente das Schnittmuster Rolli von AnniNanni. Das ist ehrlich gesagt nicht so wirklich der Burner. Schon beim zusammenkleben der Ausdrucke habe ich geflucht. Genäht habe ich XXXL. Nicht sonderlich schmeichelhaft für jemanden der normalerweise XL bzw. XXL trägt. Und das meistens nur wegen der Ärmellängen... Und wer hätte das gedacht, dass ausgerechnet die sonst immer zu kurzen Ärmel viel zu lang waren. Ich habe sie um 9 (!)cm gekürzt und um 7 cm enger gemacht. Und sie sitzten immer noch locker. Auch die Gesamtlänge war reichlich. So dass ich auf das geplante Bündchen verzichtet habe und stattdessen ein Bündchen für Faule gemacht habe.


Damit der Raglanpulli nicht völlig lahm daher kommt, habe ich die Teilung des Steampunk-Pullis auf das Schnittmuster übertragen und „gefake-covert“. In meinem Fall heißt das, dass ich mit der Overlock die Schnittteile links auf links zusammen genäht habe. Und zwar nur mit drei Fäden. Die rechte Nadel habe ich herausgenommen. Anschließend die Nahtzugabe ordentlich gebügelt und abgesteppt, so dass die untere Seite des Nahtbildes sichtbar ist. Das wollte ich schon immer mal ausprobieren! Und ich find's cool. Mein Mann zum Glück auch. Das werde ich sicherlich wieder anwenden...
Vielleicht versuche ich mich beim nächsten mal am Flatlock-Stich. Aber das habe ich mich auf so langen Strecken nicht getraut ohne vorher zu üben.

 

Den Kragen habe ich überlappend genäht und damit er den nötigen Stand bekommt, den Rest vom Putzlappen, den ich für meinen Kragen genutzt habe verwendet. Eigentlich wollte ich die Ösen gerne auf der anderen Seite haben, damit die Bänder ein Gegengewicht zur seitlichen Teilung sind - aber scheinbar habe ich nicht richtig aufgepasst. Naja, so schaut es auch ganz gut aus...

Die Kordeln- man könnte sie auch Strick nennen- waren ein wahrer Glücksfund. Gefühlt hatte ich das gesamte Internet nach dicken Kordeln, also mehr als 4mm, abgesucht. Nichts. Also versuchte ich mein Glück Offline. Und siehe da ich wurde fündig. Viele unterschiedliche Kordeln und Seile waren in der Nautikabteilung des Baumarktes zu finden. Ich entschied mich für die 12mm Stärke. 8mm hätten es wohl auch getan, aber so sehen sie zu mindest alles andere als fipsig aus.


Und weil ich schon mal im Baumarkt war, schaute ich noch schnell in der Elektroabteilung vorbei und fand auch noch farblich passende Schrumpfgummis für meinen Kordelabschluss.
Das Gummi schrumpft unter Hitzeeinfluss bis maximal 50 %. Schrumpfgummis lassen sich wirklich simpel verarbeiten. Gummi auf die richtige Länge schneiden, über die Kordel stülpen, z.B. über einer Kerze erhitzten und aufpassen, dass man das Gummi nicht ankokelt. Fertig. Jetzt kann sich die Kordel nicht mehr aufribbeln.



Mein Mann mag seinen neuen Pulli sehr gerne und trägt ihn wirklich regelmäßig. Darüber freue ich mich sehr. Vielleicht darf ja nun öfters mal ein von mir genähter Pulli in seinen Schrank wandern. Allerdings wohl nicht mehr nach diesem Schnitt. Welche Schnitte näht ihr so für eure Männer?


Stoff: smaragtgrüner Sommersweat von Königreich der Stoffe
Schnitt: Rolli von AnniNanni





Mittwoch, 24. Februar 2016

Meine erste Jeans...

Manchmal braucht man den Wink mit dem Zaunpfahl. Bei mir war es ein plötzlich akut auftrender Hosennotstand im Schrank. Und als dann Laura von die Tagträumerin bei #12lettersofhandmadefashion auch noch der Buchstabe „J“ gezogen wurde, war alles klar. Es war Zeit für das Projekt „Jeans“.
Ein schöner grau-beiger Jeansstoff war beim letzten Einkauf sowieso in den Warenkorb gewandert und meine mehrfach geflickte Lieblingsjeans die leider, leider nicht mehr zu retten war, schon vor Monaten beiseite gelegt worden. Denn ich wollte den Schnitt von ihr abnehmen. Sie war nicht umsonst Lieblingsjeans- wann hat man schon mal eine Jeans die einfach perfekt sitzt?

Ich kramte also die alte Jeans heraus und trennte fleißig das eine Bein auf. Man, was eine Arbeit. Jetzt ist mir auch klar, warum bei Jeans in der Regel nicht die Naht platzt, sondern vorher der Stoff auf gibt...
Übertrug die einzelnen Teile auf Papier, denn wenn das Vorhaben gelingen sollte und meine neue Hose so gut saß wie das Original, dann würde es davon mehr geben. Kein nerviges Jeans suchen mehr um hinterher festzustellen, dass sie an Tag drei, wenn der Stoff ein wenig nachgegeben hat, doch ein Bauarbeiterdekoltée offen zu legt....


Das Nähen an sich ging wirklich gut. Ich hab einfach der Logik nach alle Teile zusammen genäht. Vermeidlich knifflige Stellen hatte ich vorher, beim Auseinander nehmen der Vorlage, abfotografiert. Leider habe ich keine Fotos, geschweige denn Notizen, vom zusammen nähen gemacht. Das heißt beim nächsten mal muss ich wieder nachdenken.
Das einzige Teil was mir Probleme bereitete war der Bund. Ich dachte, ich bin schlau und schneide den Bund über die lange Seite im Bruch zu, statt zwei Schnittteile draus zu machen wie im Original. Aber beim zusammen nähen warf der Stoff massig Falten bzw. verzog sich total. Obwohl ich innen und außen mit Vlies verstärkt habe. Den Nähfussdruck kann ich bei meiner Maschine leider nicht verstellen. Wenn es zwei Schnittteile gewesen wären, dann hätte der Stoff nicht unten Spannung gestanden... Oder macht das eigentlich keinen Unterschied?
Nach mehrfachen auftrennen und nachdem ich von der Mitte nach außen hin genäht habe und fleißigem bügeln war es ok. Nichts desto stand der Bund ein wenig ab. Deshalb habe ich zwei Abnäher im Bund gemacht- die sind jetzt unter der Gürtelschlaufe versteckt... Ist zwar ein bisschen geschummelt, aber jetzt liegt sie gut an. Hätte ich da was spezielles beachten müssen? Im Original ist das nämlich nicht so. Allerdings muss ich gestehen, dass ich den Bund nicht aufgetrennt habe – zu faul- und ihn komplett gerade zugeschnitten habe.



Eigentlich sitzt sie vorne rum super, allerdings scheint die eine Seite ein wenig unter Spannung zu stehen- warum auch immer. Die Blende über dem Reißverschluss steht ein wenig ab und wirft auf der anderen Seite der Naht Falten in Richtung Taschen. Klar wäre es schöner ohne, aber mich stört es jetzt nicht wirklich.

Die Hosenbeine habe ich nachträglich enger gemacht. Hier habe ich mich an meiner Ludwig Lässig orientiert, weil mir die Weite an den Waden gut gefällt. Das ist nicht skinny- das mag ich nämlich nicht, aber auch etwas enger als das normale gerade Bein. So passt die Hose sowohl gut in die Stiefel, als auch drüber.

Damit die Hose auch wirklich eine richtige Jeans wird, durften die typischen Jeansdetails natürlich nicht fehlen. Die Nähte habe ich mit doppelten beigefarbenen Garn abgesteppt. Und natürlich Jeansknopf und -nieten in Alt-Kupfer. Das Münzgeldtäschen habe ich mir gesparrt. Das hat sich mir eh noch nie erschlossen für was das gut sein soll.


Als Taschenfutter habe ich die Reste dieses schönen frühligshaften Tilda-Stoff verwendet.


Den Alltagstest hat die Hose schon bestanden. Die Nähte haben stand gehalten, sie ist beim Sitzen nicht runter gerutscht und keiner ist auf die Idee gekommen, dass sie selbst genäht ist. Am Abend saß sie natürlich nicht mehr ganz so knackig, aber immer noch gut. Und sie musste erstaunlicherweise nicht am Abend in die Wäsche. Da hatte ich bei dem hellen Ton durchaus meine Befürchtungen...
Aber die Farbe ist super. Sie passt zu bestimmt zwei Drittel meines Kleiderschrankes. So soll es sein.
Und zur hell-beigen Wandfarbe passt sie auch ganz super- eine weiße Wand wäre für den Kontrast durachaus von Vorteil gewesen....



Ein Punkt weniger auf meiner To-Sew-Liste. Yeah! Und die Hose ist definitif eine Bereicherung in meinem Kleiderschrank. Bis auf die zwei Kleinigkeiten die ich oben genannt habe, bin ich sehr zufrieden mit mit dem Ergebniss und denke, dass der erstellte Schnitt eine gute Basis für Folgejeans ist. Oder was sagt ihr?

Verlinkt mit MeMadeMittwoch, AfterWorkSewing, #12lettersofhandmadefashion
Stoff: sandfarbener Jeansstoff über Königreich der Stoffe, Taschenfutter von Tilda vom örtlichen Stoffladen
Schnitt: Meiner :-)

Dienstag, 9. Februar 2016

Ein Draußenkind fürs Räupchen...

Das Äffchen liebt es draußen zu sein. Schon immer! Ihr hättet mal sehen sollen, wie er als Baby seine Schuhe aportiert hat um mir zu zeigen dass er raus möchte. Und auch heute ist er draußen in seinem Element. Und rausgehen ist auch mein Patentrezept bei kippender Stimmung, wenn er völlig überdreht ist oder beginnt die Wohnung auseinander zunehmen. Ein bisschen frisch Luft wirkt wunder.
Und das Räupchen? Das muss mit! Das ist das Los der zweitgeborenen. Aber auch er hat ziemlich schnell begriffen, dass die Welt draußen vor der Tür um einiges spannender ist als zu Hause. Und für ihn gilt- je mehr HalliGalli, desto besser. Das passt also ganz gut...

Für mich stellte sich daher die Frage, wie das Winteroutfit vom Räupchen aussehen soll. "Damals" noch am Krabbeln, jedoch kurz vorm Laufen und in den meisten Fällen in der Tragehilfe auf dem Rücken. Eine Jacke kam nicht in Frage. Das ist beim Tragen total unpraktisch. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich für den Overall Draußenkind von Lotte & Ludwig endschieden. Der Schnitt ist speziell für Tragekinder entwickelt worden und für uns tatsächlich perfekt!

Und hier sieht man auch gut warum- die Beine und Arme sind extralang, so dass sie über die Schuhe und Hände gehen. Da das Räupchen anfangs noch gekrabbelt ist und oft Puschen an hatte, habe ich mich auch für die Fuß- und Armklappen entschieden. Die Füße sind auf dem Bild mit den Fußklappen gut eingepackt und die Hände sind frei und dennoch schön warm. An richtig kalten Tagen oder wenn das Räupchen schläft, werden auch die Armklappen umgeklappt.

Wenn er läuft, werden die Ärmel und Beine einfach hochgekrempelt. 

Damit nichts reinzieht gibt es noch Bündchen.
 
Das der Overall aus Walk werden würde stand von anfang an fest- den hatte ich nämlich gleich mitbestellt als ich den Walk für meinen Doufflecoat und den des Äffchens bestellt habe. Auf gut Glück, da damals das Schnittmuster noch nicht feststand. Und obwohl alle drei Walks (Walke- oder wie ist der Plural?) von der gleichen Quelle stammten, ist die Qualität von dem marineblauen eingeutig die beste. Weicher als die anderen und noch etwas dicker.
Gefüttert habe ich mit einem hellblauen Jersey.

Die Naht im Futter gehört eigentlich nicht dorthin- aber ich hatte vergessen die obere Passe an das Schnittmuster zu kleben und mit zuzuschneiden.
Die Belege habe ich mit einem petrolfarbenen Sternenjersey abgesetzt. Die Belege und Bündchen sind definitv die Schwachpunkte des Overalls - die sehen mittlerweile aus... Zum Glück verzeiht die Farbe recht viel. Nichtsdestotrotz wird das Teil bald mal gewaschen werden müssen.
 
Der Walk hingegen ist einfach klasse. So eingesandet das Räupchen hier auch war- es lässt sich tatächlich einfach rausklopfen und er sieht aus wie neu. Unglaublich! Und so ist ist es mir bisher mit jedem Dreck ergangen in dem sich das Räupchen gesuhlt hat.
Hier sieht man auch schön wie toll die senfgelbe Papsel an der Seite aufeinander treffen. Die und die Nahtzugaben habe ich übrigens mit doppelten petrolfarbenen Faden abgesteppt. Mir war es sonst zu streng.
Und da mich das ganze ein bisschen an eine Uniform einer gewissen Fluggesellschaft erinnert hat, konnte ich es mir nicht verkneifen ein Emblem aus SnappPapp aufzunähen mit den Inizialien des Räupchens

Als sehr praktisch hat sich auch der Kragen erwiesen. Der liegt nämlich super an und es zeiht nichts rein. Nur an ganz kalten ziehe ich noch was an des Hals.

Dank des Kragens ist der Overall auch sehr praktisch für das Auto.

Kurzum, ich bin wirklich richtig glücklich mit dem Overall. Er wird fast täglich getragen- im Auto, auf dem Rücken oder im Kinderwagen- völlig egal- das Teil ist einfach nur richtig praktisch.
Auch ganz egal wie kalt es ist- das Räupchen kommt immer mollig warm da wieder raus.

Verlinkt mit CreaDienstag, Made4Boys, SewMini
Schnitt: Draußenkind von Lotte&Ludwig
Stoffe: marineblauer Walk von Schäppchenstoffe, Jersey vom Stoffmarkt

Dienstag, 2. Februar 2016

...und manchmal passt so gar nichts...

Passend zu dem Post von neulich...
Normalerweise blogge ich ja über Näherfolge- aber diesmal habe ich es wirklich versemmelt. Aber so richtig! Und das ausgerechnet bei dem Geburtstags-Pulli für das Räupchen :-(

Dabei ging alles gut los. Der Schnitt stand schnell fest. Der Mini BasicPulli (Gr. 50- 74)  sollte während des Probenähen für Lotte & Ludwig eh getestet werden. Perfekt. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Auch das "Konzept", sprich Stoff- und Motivwahl stand schnell. Der Zuschnitt klappte auch noch einigermaßen, aber ab hier begann alles schief zu laufen...

Der Zuschnitt für die Knopfleisten war aus irgendwelchen unerklärlichen Gründen zu kurz geworden. Ach, was solls- das passt schon. Muss! Immerhin war der Stoff schon ordentlich verstärkt und gebügelt und ich bin doch faul... Also Knopfleisten festnähen und absteppen.

Dann kam die Applikation. Der rostbraune Stoff der Knopfleiste schrie förmlich nach einem Eichhörnchen. Als Vorlage diente mir die Illustration meines Manne, die seit jeher das Kinderzimmer zierte. Ich versuchte mich zum ersten Mal im "Nähmalen" und ich muss sagen es klappte ganz hervorragend. Damit ich eine schön sichtbare Naht habe, habe ich mit zwei Fäden genäht. Auch die Augen und die Barthaare sind der Nähmaschiene "gestickt".


Ich nähte alle Teile zusammen. In dem Bereich wo die Knopfleisten fehlten, wurschtelte ich alles irgendwie dass es passte. Es knubbelte zwar etwas, aber hey!- wer guckt schon unter den Arm...
Der Pulli lag soweit fertig vor mir zum ausmessen der Halsbündchen, aber was war das?!? Vorne ist der Ausschnitt höher als hinten? Ein bisschen gezuppelt- immer noch der Fall. Ich hab doch nicht etwa? Doch, hab ich! Mist, verdammter! Vorderteil und Rückteil sind vertauscht... Und nun? Erst mal fertig machen. Vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm wenn ich den Pulli falschrum anziehe. Immerhin ist der Unterschied in den Schnttteilen gar nicht so groß. Sonst wäre mir der Fehler sicher schon viel früher aufgefallen.
Doch- es macht einen riesen Unterschied. Das Halsbündchen klafft auf und sieht gar nicht schön aus.
Pulli falsch rum anziehen? Eichhörnchen auf den Rücken? Das hatte ich kurzfristig ernsthaft in Erwägung gezogen...


Also Eichhörnchen vorsichtig wieder ab getrennt und auf die tatsächliche Vorderseite wieder drauf. Das es natürlich nicht ganz so schön und ordentlich geworden ist wie beim ersten mal ist ja selbstredend, oder?


Das Anziehen mit der großen Öffnung durch die Knopfleiste war wirklich sehr praktisch, aber die Drücker auf dem Rücken konnte ich mir so gar nicht vorstellen. Deshalb habe ich die Knopfleiste festgenäht. So ist der Pulli immerhin tragbar.



Ein Lieblingsteil wird er wohl nicht werden. Jedesmal wenn ich ihn sehe, ärger ich mich über mich. Er hätte so schön werden können....



Werde ich den Schnitt nochmal nähen? Wahrscheinlich. Denn ich finde die Lösung mit den beiden Knopfleisten eigentlich ganz Clever für Babys die das über den Kopf anziehen nicht mögen. Für Babys würde ich allerdings eher Jerseydrücker als Snaps nehmen, damit es nicht drückt- falls man Bauch- bzw. Seitenschläfen-Kinder hat.

Das Freebook erhaltet ihr übrigens hier. Das mein Pulli nichts geworden ist liegt weder am Schnitt noch an den Erklärungen - die sind top - sondern schlicht weg an meinem Pfusch.

Und sonst? War es mir eine Lehre. Seither markiere ich mir penibelst Vorder- und Rückenteil. Auch an den Ärmeln. Egal wie eindeutig es ist. Das passiert mir so bald nicht mehr...

Verlinkt mit CreaDienstag, Handmade on Tuesday, Made4BoysKiddiKram, Nähfrosch,  SewMini,
Stoffe: Reste vom Stoffmarkt
Schnitt: Freebook Mini BasicPulli von Lotte&Ludwig

Mittwoch, 27. Januar 2016

Vokuhila in senf...

Ich liebe senf- also die Farbe. Da kann ich nur schwer dran vorbei gehen. Dennoch habe ich im Stoffladen den tollen senffarbenen Strickstoff liegen gelassen. Erst mal. Aber ich konnte nicht anders und bin direkt nach dem Wochenende wieder hin um ihn doch zu kaufen. Eigentlich für einen Cardigan für mich. Kaum wieder zu Hause bin ich mit dem Stoff in der Hand meine Garderobe durchgegangen und habe ich die Idee verworfen.
So sehr ich Farbe auch mag, das wäre mir doch ein wenig zu bunt geworden. Aber als Pulli habe ich des Problem nicht mehr und zu blauer Jeans passt die Farbe super. Deshalb ist stattdessen ein „Mein Basic Pulli“ entstanden. Ganz anders als der andere und das liegt nicht nur an der Vokuhila-Version.


Ich liebe Vokuhila! Und habe schon das ein- oder andere Teil in diesem Stil in meinem Schrank. An deren vorderen Länge habe ich mich orientiert und den Schnitt verlängert. Die im Schnitt vorgesehene Länge wäre gerade so über den Hosenbund bei mir gegangen. Es sieht ja nett aus wenn man den Gürtel sieht, ist mir persönlich aber zu kurz.
Wobei wenn ich die Bilder so sehe, könnte der Pulli doch noch einen Ticken kürzer sein...


Und hinten fällt er schön locker über den Popes.
 

Weil der Strickstoff recht flutschig zu nähen war und ich angst hatte beim Säumen die umgeklappte Lage nicht ordentlich zu erwischen, habe ich gebügelt und natürlich gesteckt was das Zeug hält. Und es hat super funktioniert. Im nachhinein Frage ich mich, warum ich nicht schon immer den Saum oder auch das Bündchen vor dem Nähen gebügelt habe. Das erleichtert die Arbeit um einiges und wird ab jetzt immer so gemacht.


Auch diesmal habe ich wieder einen Kragen genäht. Natürlich hat der Kragen erwartungsgemäß keinen Stand. Aber ich finde es gerade mit den Bändern ein ganz schönes, leicht verspieltes Detail.


Das Band an sich hat ziemlich lange in der Herstellung gedauert. Das Wenden war eine Qual. Und für was? Um hinterher festzustellen, dass es mir zu breit ist. Also habe ich es zusammen geklappt und noch einmal festgenäht. So hätte ich es auch leichter haben können. Aber nun gefällt mir die Breite.



Im Stoffladen hatte ich außerdem passende Knöpfe gefunden. Die musste ich für den Pulli unbedingt haben. Daraus ist dann die Idee mit den Ärmelklappen geboren. Außerdem konnte ich so noch einmal den tollen gepunkteten Stoff aufgreifen.


Allerdings hätten die Knöpfe fast noch höher gekonnt. Die letztendlich Höhe war durch die Raglanärmel schwer einzuschätzen.
Und die Klappen knubbeln ein bisschen wenn die Ärmel normal lang getragen werden. Deshalb überlege ich, ob ich sie nicht ein wenig kürze und samt Knopf höher setzte.


Bis auf die Position der Ärmelklappen ist der Pulli so geworden wie ich es mir vorgestellt habe. Und mir gefällt er auch von der Farbe und vom Stil her total gut, aber wahrscheinlich wird er nicht mein Lieblingspulli werden. Was ich beim Stoffkauf leider nicht beachtet habe ist, dass er aus 100% Polyester besteht. Obwohl mir nicht richtig warm ist, schwitze ich darin. Das ist unangenehm und wirklich schade.

Verlinkt mit MeMadeMittwoch und AfterWorkSewing
Schnitt: Mein BasicPulli von Lotte & Ludwig

Stoff: Strickstoff aus dem örtlichen Stoffladen

Donnerstag, 21. Januar 2016

Manchmal passt alles...

naja, ok fast alles. Und manchmal ist einfach der Wurm drinne. Diesmal hatte ich Glück.

Ich hatte gerade eine große Stoffbestellung losgeschickt. Unter anderem mit Sweat für einen Kragenpulli für mich. Allerdings ohne konkrete Vorstellung welches Schnittmuster ich nehme wollte.
Wie der Zufall es so wollte, rief Lotte & Ludwig ausgerechnet jetzt zum Probenähen für den „Mein BasicPulli“ auf. Auf gut Glück habe ich mich beworben. Das mache ich normalerweise nicht. Probenähen ist nicht so meins. Ich sitzte lieber in meinem kleinen Kämmerlein tüftel mir die Sachen so zurecht wie es mir passt- oft fernab irgendwelcher Schnittmuster. Zu mindest bei Pullis und T-Shirts... Aber diesmal musste ich einfach mein Glück probieren. Ich liebe die Schnitte. Die sitzten bei mir einfach und sind meist so variantenreich, dass ich nicht wirklich basteln muss. Und mal ehrlich „Baukastensystem“ und „1 Schnitt, 1000 Möglichkeiten“, so wurde der Schnitt beworben, klingt doch genau nach dem richtigen für mich, oder?
Und ich wurde tatsächlich ausgewählt!- Wahnsinn!

Meine Stoffbestellung kam an und der darin enthaltene Sweat war von der Farbe genau das was ich mir vorgestellt hatte. Das ist bei Internetbestellungen ja immer so eine Sache... Und Farbton war, wie sich herausstellte, exakt der gleiche wie bei einem gestreiften Jersey aus meinem Bestand. Perfekt!
Der Plan, wie der Pulli aussehen würde, war daher recht schnell gefasst. Auf jeden Fall Paspeln in die Raglannaht und die Taschen aus dem Ringelstoff. Und Ärmelpatches. Und natürlich mit Kragen! Deshalb hatte ich den Sweat überhaupt gekauft...

Im „Mein BasicPulli“ sind zwei Krägen erklärt. Der Schalkragen den man überlappend tragen und dann mit einem Knopf verschließen kann, wenn man möchte, oder ein kurzer Stehkragen. Ich habe mich für den Stehkragen entschieden. Vorallem weil ich die Idee mit dem Passstück so toll finde und die sich daraus ergebende Lösung für die Bänder.

Die Bänder habe ich nach Grundschulmanier aus dem Jersey gedreht bis sie sich zusammen rollen. Ich find sie chic und das Räupchen findet sie auch ganz toll ;-)

Den Kragen habe ich übrigens um 5 cm verlängert. Und damit er einen schönen Stand hat, habe ich einen Putzlappen mit eingenäht. Was anderes hatte ich gerade nicht da. Hat super funktioniert. Allerdings nur, weil ich auch so mit dem Kopf durchkomme und der Ausschnitt nicht gedehnt wird. Trotz Ausschnittverkleinerung die eigentlich für die Kapuze gedacht ist.

Für die Paspeln habe ich den Jersey in 45° Winkel zugeschnitten, so dass die einzelnen Ringel so lang wie möglich sind und mit dem Reißverschlussfüsschen Paspeln hergestellt. Die Arbeit hätte ich mir letztendlich sparen können. Denn beim Tragen haben die Paspeln seltsame Falten geworfen. Also habe ich die innenliegende Kordel wieder entfernt. Das ging zum Glück recht einfach ohne große Auftrennarbeit. Aber vorallem hat es das Problem behoben. Eventuell besteht das Problem nicht bei gekauften Paspeln, aber ich würde beim nächsten mal direkt Fake Paspeln machen. Einmal den Stoff mittig umbügelt und gut ist.

Eigentlich ist der Schnitt nach unten etwas ausgestellt. Da ich aber auch in der Hüfte so schlank bin, habe ich den Schnitt, wie im E-Book erklärt, angepasst.

Da ich auf das Bündchen verzichtet und nur gesäumt habe, habe ich Vorder- und Rückteil entsprechend verlängert. Allerdings tatsächlich nur um die Länge des Bündchens. Normalerweise muss ich Oberteile immer ordentlich verlängern, aber hier hat die Länge auf Anhieb gepasst.

Und weil die Taschen unten im Bündchen bzw. Saum mit gefasst sind, müssen auch sie entsprechend verlängert werden.

Nach dem Nähen stand wie immer das "Shooting" an. Miriam vor Raufaser- ein Traum... Aber auch hier hatte ich tatsächlich Glück. Die ganze Woche war verregnet, bis auf den einen Morgen an dem ich sogar Kinderfrei hatte.  Zwar musste ich alleine shooten und es war ziemlich frisch nur im Pulli, aber was macht man nicht alles...

Diese Version ist die erste von vier „Pullis“ die während des Probenähens entstanden sind, dich ich nach und nach vorstellen möchte. An einem weiteren sitzte ich gerade... Dieses E-Book bietet einfach so viele Möglichkeiten... Kapuze, Knopfleiste, Cardigan, Taschenvarianten, Schösschen, Tunnelzug etc.
Wer neugierig ist, kann ja mal im Ideenbuch luschern ;-)

Und das ist übrigens meine Version der Mama-Jungs-Kombi. Die Jungs haben nämlich auch einen BasicPulli nach dem überarbeiteten Kinderschnitt erhalten. Hier noch mal die drei auf einem Bild.


Passen wir nicht alle toll zusammen? Alle anders und doch nach dem gleichen E-Book. (Bzw. einmal Kinder- und Frauenversion auch als Kombie-book erhältlich).
Ich weiß, dass Bild gab es schon beim Jungsbeitrag, aber ich find's so toll... ;-)

Verlinkt mit RUMs, OutNow
Schnitt: Mein BasicPulli von Lotte & Ludwig
Stoff: Sweat Farbe Rost von Königreich der Stoffe