Dienstag, 25. Oktober 2016

Jeanskleidstil...

Achtung! Die folgenden Bilder schreien nach Sommer. War es zum Zeitpunkt der Fotos auch. Dennoch möchte ich euch mein Jeanskleid, welches keins ist, zeigen. Denn es ist auch im Hinblick auf den Herbst genäht worden....

Aber erstmal von vorne. Alles begann mit einem Werbeprosekt in unserem Briefkasten. Beim durchblättern fiel mir gleich ein olivfarbenes Jeanskleid aus. Aber es war schon ausverkauft und die anderen Farben sagten mir nicht zu.


Dieses Kleid ging mir einfach nicht aus dem Kopf. Also beschloss ich, dass ich das auch genäht bekomme und machte mich auf die Suche nach Schnitt und Stoff. Beim Stoff wurde ich schnell fündig. Die Wahl fiel auf ein Baumwoll-/Leinengemisch von Stoff & Stil. Also nix Jeans!
Die eine Seite ist roséfarben, die andere orange. Ursprünglich war die hellere Seite geplant, aber je nach Lichteinfall, glitzerte die was das Zeug hält. Das war mir beim Kauf nicht aufgefallen. Außerdem war es mittlerweile Spätsommer und mein Gemüt fing an, die gesättigteren Farben zu bevorzugen...


Auf den Detailfotos kann man sowohl die tolle Struktur des Stoffes als auch den Glitzer innen erahnen.

Die Schnittsuche gestaltete sich schon schwieriger. Irgendwann stolperte ich zufällig über MaCalla von Ki-ba-doo. Der Schnitt traf ziemlich genau das Original. Lediglich die Abnäher waren zusätzlich. Dafür fehlten die Taschenklappen... Aber Taschenklappen sind ja schnell dazu gezaubert und Abnäher der Form nur zuträglich...



Lange habe ich mit der richtigen Schnittgröße rumgemacht. Letztendlich habe ich mich wegen des Schulterbereichs für eine 38 entschieden, eine Sba gemacht und in eine 36 auslaufen lassen. Letztendlich habe ich allerdings einiges an Weite in den Abnähern herausgenommen und auch von Achsel bis Taille sowie die Ärmel deutlich verschmälert, so dass ich bestimmt bei einer 34 oder gar 32 heraus gekommen bin. Ich hätte es gerne noch etwas taillierter gehabt, aber dann hätte ich es nur nur noch mit gezuppel über die Brust gezogen bekommen.
Die Schulterweite, Armkugel und Ärmelloch passen top. Daran werde ich mich zukünftig orientieren...

Vor lauter Schulterbereich-Probleme habe ich völlig die Länge außer acht gelassen. Und auch ignoriert, dass auf den meisten Beispielfotos eine Legging unter dem Kleid getragen wurde... Es ist, für mein Geschmack, grenzwertig kurz. Zumal der Saum seitlich sehr weit hoch geht.


 Um nicht mehr Länge zu verlieren habe ich statt wie geplant den Saum umzuklappen, mit Schrägband verstürzt. So habe ich immerhin 1,5-2cm Mehrlänge gewonnen...


Ich überlege die ganze Zeit (ok, nur hin und wieder) ob das zu kurz ist und so gehört und nur ungewohnt für mich ist oder ob es tatsächlich länger sein sollte. Wenn verlängern, dann wie? Ab Hochpunkt Saumbogen einfach ein Stück ansetzten? Ausreichend Stoff hätte ich noch... Aber sieht das nicht gestückelt aus? Was meint ihr?

Interessant finde ich übrigens die unterschiedliche Längenwirkung mit und ohne Gürtel...

Im Sommer habe ich das Kleid ohne Gürtel getragen. Bei 36° war ich einfach nur froh über möglichst wenig Stoff an der Haut. Da war das Kleid wirklich sehr angenehm- trotz Glitzer auf der Hautseite...

Allerdings mag ich den Stil mit Gürtel lieber. Das gibt mir einfach mehr Form.

Jetzt, im Herbst, an den wärmeren Tagen, habe ich das Kleid übrigens auch mit Shirt und Legging drunter getragen. Entweder mit Stiefletten, Stiefeln oder gar mit Chucks...



Und mit Cardigan drüber...
Einzig blöde an der Strumpfhosen/ Leggingsversion ist, dass das Kleid sich natürlich noch weiter hochribbelt. Aber ein Unterkleid ist etwas schwierig wegen des hohen seitlichen Saumbogens...

Oder wenn es mal seriöser sein soll, mit Kleid in der Hose als Bluse...



Also durchaus Übergangszeit tauglich, oder nicht?

Verlinkt mit MMM
Schnitt: MaCalla von Ki-ba-doo
Stoff: Baumwoll-/ Leinengemisch von Stoff & Stil

Sonntag, 23. Oktober 2016

Wind-& Wetterparka - es wird...

langsam aber stetig.

Sämtliche Stoffe und Stoffproben sind bei mir eingetroffen. Wie zu erwarten, hatten die Stoffproben zu kurzfristiger Entscheidungsfaulheit und Planabweichungen geführt. 
Denn es war ein rehbrauner Twill dabei, der es mir sehr angetan hatte. Und der eigentlich bestellte, sandfarbene Outdoorstoff, verunsicherte mich. Welche war nun die Außenseite? Das Gold ging gar nicht. Weder haptisch noch optisch. Aber eine kurze Mail zum Verkäufer brachte Aufklärung. Gold ist innen (viel goldener und vorallem gläzender als auf dem Foto), Beige ist außen. Und nachdem auch der Futterstoff eingetroffen war und der rehfarbene Twill  farblich nicht so recht passen wollte, war ich wieder auf Kurs gebracht. Denn der Plan war eigentlich ein regen- und winddichter Parka...


Es folgten intensive Vergleiche. Zuerst Vergleich des "alten" W&WP mit der Schnittüberarbeitung. Anschließend mit dem Fisch-Schwanz-Parka aus der Ottobre. Letztendlich viel die Entscheidung komplett den W&WP zu nähen. Und zwar in der alten Version, mit Kapuze der neuen, aber dem Fischschwanz vom Ottobre-Schnitt ...
Nachdem ich den Schnitt abgepaust hatte, verglich ich den Schulterbereich noch einmal mit meinem Doufflecoat vom letzten Jahr. Der Schulterbereich ist ja meine „Problemzone“- breites Kreuz, wenig Brust... Schien aber zu passen.

Ich konnte also endlich mit dem Zuschnitt beginnen. Allerdings erst nur den Futterstoff um ggf. Anpassungen besser vornehmen zu können. Hab ich dann auch. Nämlich die Schulter um 1 cm nach innen gesetzt.


So gefällt es mir besser und ich habe immer noch Bewegungsfreiheit.
Und wie zu erwarten, fielen die Ärmel für mich zu kurz aus. Aber das kam mir gerade recht, denn so brauchte ich sie nicht zu kürzen um die verdeckten Bündchen einzunähen.

Diese Anpassung ging sehr einfach. Ich habe das Bündchen zuerst wie immer eingenäht. Und anschließend den zum Ring geschlossenen Futterstoff. So einfach ist das.


Mir gefällt die Kombination des Mind the Moose-Stoff mit dem Ärmelfutter-Taft und dem Braunen Bündchen. Schade, dass das hinterher keiner sieht....

Anschließend habe ich das Vlies zurecht geschnitten und separat zusammen genäht. Denn, wie ich erfuhr, lässt mit jeder Naht das Thinsulate mehr Wind durch. Fand ich logisch. Also, dass da wo ein Loch ist, es durchpfeift. Daher habe ich nicht gesteppt, sondern das Vlies über das Futter gestülpt und an den Kanten versäubert. So kann beim Verbinden mit dem Außenstoff nichts verrutschen und ich muss keine Angst haben, dass sich die Baumwolle aufribbelt. An den Schulternähten und der Kapuze habe ich die Nahtzugabe abgesteppt, damit sie nicht aufträgt.Wie schlau diese Vorgehensweise war wird sich zeigen...


Die Kapuze ist noch nicht angenäht. Ich hab nämlich die Wendeöffnung vergessen...

Das Futter ist also fast fertig. Fast- weil ich eigentlich gerne Belege dranbasteln wollte. Aber ich war bei der Bestellung des Außenstoffes etwas knauserig... Dafür habe ich massig Mind the Moose übrig.... Was ist da bloß schief gegangen? Mein Man hat meinen Vorschlag, aus dem Rest ein Weihnachtshemd für ihn zu nähen, dankend ausgeschlagen... Also wenn ihr Interesse habt...


Bisherige Zeitinvestition:
... 1h Abpausen
... 1h Zuschneiden Futter
... 1h Nähen Futter
...2,5 h verstecktes Bündchen + Zuschnitt Thinsulate
... 2 h Thinsulate nähen, Schultern rein setzten + Futter mit Vlies verbinden
= 7,5 h

Als nächstes steht also Zuschnitts-Tetris und Nähen des Außenstoffes an. Davor habe ich etwas Angst. Also vorm Nähen. Denn ich habe noch kein Ahnung wie sich diese Teflonbeschichtung mit meinem Nähfuß verhält...
Außerdem bin ich mir bei einigem Designferz insbesondereTaschen und Knöpfe noch unsicher und hoffe auf Eingebung während des Nähens....

Es bleibt also spannend...

Nun schaue ich mir aber erstmal an, wie die anderen Teilnehmer(innen) die letzten Wochen vorangekommen sind.

Verlinkt mit MMM


Dienstag, 18. Oktober 2016

Endlich...

passt auch das Räupchen in eine Ludwig Lässig. Ich liebe diesen Schnitt am Äffchen und auch an mir. Daher habe ich lange drauf hingefiebert bis seine Bein lang genug waren um in die kleinste Größe zu passen. Und dann war ich mir erstmal unsicher ob  mein Plan Breitcord dafür zu nehmen, nach was aussieht... Aber tut es. Finde ich zu mindest...


Ich finde ihn so zum Anbeißen in seiner neuen Hose...


Da es nun die insgesamt vierte Version ist, die ich genäht habe - eine für mich, eine fürs Äffchen und eine verschenkt, habe ich Kleinigkeiten die mich gestört haben, geändert.

Zum Beispiel habe ich im Oberschenkelbereich gleich Weite herausgenommen. Und sie ist immer noch ausreichend weit.



Dafür in den Waden die nächste Größe genommen, da der Cord nicht dehnbar ist. So ist auch unten der Saum weit genug um problemlos angezogen werden. Ich kenn doch mein Räupchen! Der hat nicht die Nerven für Rumfummeleien bis endlich was angezogen ist. Bei ihm wäre die Hose gleich unten durch...


A Propos enger Saum. Wisst ihr, wie man recht problemlos enge Säume unter der Nähmaschine säumt? Egal ob Hosen oder Ärmelsaum? Man dreht die Hose auf links und näht von innen. Falls ihr das nicht eh schon so macht- versucht es mal aus. Ich war damals sehr dankbar für den Tipp!


Außerdem habe ich getestet wie es aussieht, wenn die Hose hinten statt einer Falte einen Abnäher hat. Die Länge des Abnähers habe ich nach Gefühl gemacht.
Gefällt mir gut und werde ich für meine nächste Version auch übernehmen.


Die letzte Änderung war reine Kosmetik. Ich wollte gerne, dass man am Bund die Versäuberung nicht sieht. Deshalb habe ich den inneren Stoffstreifen meines Bunds 5mm breiter zugeschnitten.
Wenn ihr den Bund nur aus einem Teil macht, wie eigentlich vorgesehen, dann bügelt ihr die Mitte nicht in die tatsächliche Mitte, sondern so, dass das innere Teil 5mm länger ist. Anschließen wie gewohnt versäubert und die 1 cm Nahtzugabe umgebügelt.


Von rechts wird dann, wie vorgesehen, im Nahtschatten abgesteppt. Dadurch, dass der Stoff innen nun 5mm breiter war, erwischt man ihn auf jeden Fall...
Ein fertiges Foto von innen habe ich jetzt leider nicht für euch. Das müsst ihr mir einfach glauben, dass es ein schön sauberes Ergebnis gibt ;-)


Verlinkt wird meine Breidcord Ludwig Lässig bei CreaDienstag, DienstagsDinge, Handmadeon Tuesday, Made4Boys und Cord Cord Cord

Dienstag, 11. Oktober 2016

#myfallessentials...

Das Thema Capsule Wardrobe fand ich seit der ersten Begegnung mit diesem Begriff spannend. Seinen Kleiderschrank reduzieren auf das was man wirklich braucht, regelmäßig trägt, ganz sein Stil und untereinander gut kombinierbar ist.  Klingt super, oder?
Mit dem Hintergedanken an so einen durchdachten Kleiderschrank habe ich im Frühling und Sommer für mich genäht. Denn sowohl der Platz in meinem Kleiderschrank, als auch meine Zeit ist begrenzt. Sowohl meine Nähzeit, als auch meine Zeit morgens beim Anziehen. Ich mag ordentlich aussehen, mir aber eigentlich keine/kaum Gedanken darüber machen müssen ob das nun zusammen passt oder nicht. 
Daher habe ich die meisten Nähprojekte lange mit mir herumgetragen bis ich es tatsächlich umgesetzt habe. Meist begann es mit einem Inspirationsbild von Pinterest oder einem Modeprospekt. Wenn mich dieses Bild nicht mehr losgelassen hat, habe ich versucht es zu analysieren. Was hat mich an dem Bild angesprochen? War es der Stil? Die Kombination? Ein spezielles Kleidungsstück? Passt es auch zu mir? Wenn ja, was muss ich machen um den Look zu erreichen? Habe ich schon Teile im Kleiderschrank die ich dafür brauche? Funktioniert z.B. das Oberteil auch ohne die Hose des Bildes? Würde es auch zu Hosen aus meiner Gaderobe passen? Denn ein "Folgenähen" wollte ich auf jeden Fall vermeiden.
Wenn mir spontan mindestens zwei passende Kombinatiosmöglichkeiten dazu eingefallen sind, habe ich mich weiter mit passender Stoff- und Schnittsuche beschäftigt. Im Vergleich zu den vielen Gedankengängen, waren die meisten Teile schnell genäht....

Ein gutes Beispiel ist mein Streifen-Shirt. Den Look hatte ich bei einer Bekannten gesehen. Den passenden Rock hatte ich noch in meiner Upcycling-Kiste und den Streifenstoff in meiner Stoffkiste. Ich mag Look. Aber der Rock ist zum kürzen wieder in die Upcycling-Kiste gewandert und ich habe das Shirt im Sommer zu allen meinen Hosen getragen oder gar unter einem Hemdblusenkleid...
Denn eigentlich sind Röcke nichts für mich. Und Kleider trage ich auch nur zu Ausnahmen. An bestimmt 95% der Tage im Jahr gibt es mich in Hosen.


Aber so mag ich das - wenn ein Teil möglichst viele Optionen mit sich bringt. Der eine Look hat für mich nicht funktioniert, dennoch ist es keine Schrankleiche geworden...

Allerdings muss ich gestehen, dass nicht alle meine Näprojekte so durchdacht waren. Das ein oder andere Teil ist auch impulsiv entstanden. Weil mir der Stoff so gut gefiel. Wie z.B. meine Flamingo-Bluse


Oder weil ich einfach mal ausprobieren wollte ob ein spezieller Schnitt / Stil mir steht... 
Aber auch die Teile haben mich weiter gebracht. Denn durch die Flamingobluse habe ich z.B. festgestellt, dass ich an mir durchaus gerne einen Hauch von  Extravagantz mag. 
Und woher soll man wissen ob einen ein spezieller Stil steht wenn man es nicht ausprobiert? Wie z.B. meine mittlerweile heißgeliebte Ludwig Lässig.


Insgesamt finde ich gerade das Thema Stil interessant. Aber schwierig. Und ich bewundere jeden, der "seinen" Stil gefunden hat. Ich selbst befinde mich noch auf der Suche. Wobei ich immer häufiger das Gefühl hatte, dass mein aktuelles "Ich" mit meinem aktuellen Kleiderschrank ganz gut zusammen passen.

Wobei mein Kleiderschrank durchaus noch Lücken aufweist. So mag ich es ja gerne gemustert. 


Und habe auch keine Angst vor großflächigen Farbeinsatz. 


Und manchmal triebe ich es schlicht weg zu bunt. Ein paar zurückhaltendere Teile wären durchaus von Vorteil. Gerade für die Übergangszeiten. Wenn man doch noch einen Pulli oder Cardigan braucht...
Zumal die Langarm-Teile noch allesamt aus vor meiner Farbberatungszeit stammen und somit mäßig zu der neuen Gaderobe passen. Und auch nicht mehr unbedingt mein Stil sind. Da gibt es auf jeden Fall dran zu arbeiten
Auch müssten ein paar neue Jeans her. Die Bestandshosen werden in absehbarer Zeit das zeitliche segnen. Und seit langem möchte ich eine Boyfriendshose für mich ausprobieren. Das schiebe ich seit fast einem 3/4 Jahr vor mich her.

Meiner Frühlings-Farbpalette werde ich treu bleiben. Darin fühle ich mich wirklich wohl. Allerdings mag ich sowieso schon die kräftigeren Farben. Und jetzt werden die Farben noch satter /herbstlicher. Das geht schon eine Weile so, dass ich morgens intuitiv zu den satteren Farben greife statt zu den frischen Frühlingsfarben. Warum sich also dagegen sträuben?

Allerdings geht es nicht nur drum Lieblingsteile-Teile zu produzieren, sondern sich auch von Teilen zu trennen, die man aus den unterschiedlichsten Gründen nicht trägt.
So habe ich, bevor ich mit der Frühlings-/Sommergaderobe begonnen habe, die Teile aussortiert, die nicht richtig saßen oder ihre beste Zeit schon hinter sich hatten. Vor einigen Tagen bin ich noch einmal meinen Frühling-/Sommerkleiderschrank durchgegangen und habe alle Teil aussortiert die ich diesen Sommer nicht getragen habe. Da kam einiges zusammen. Auch das ein oder andere selbstgenähte. Was mach ich damit? Für den Flohmarkt sind mir die Teile eigentlich zu schade...
Auch die aktuelle Herbst-/Wintergaderobe werde ich nächstes Wochende kritisch begutachten und schon mal alles aussortieren was eigentlich nicht mehr wirklich tragbar ist. Und dann nach und nach ein Naja-Teil gegen hoffentlich weitere Lieblingsteile ersetzten.

Und wie sieht es mit dir aus? Mistest du regelmäßig deinen Schrank aus? Wie nähst du? Impulsiv oder durchstrukturiert? Hast du deinen Stil gefunden oder suchst du noch, so wie ich?

An dieser Stelle mag ich mich bei Elke und Lena bedanken, die mich an das Thema vernetzten Kleiderschrank herangefürt haben und mich zu einer neuen Denkweise bewogen haben. Wenn dich das Thema ebenfalls interessiert, schau doch mal bei Elle Puls vorbei,

Dienstag, 27. September 2016

Hipster-Rucksack...


Das war der Arbeitstitel für das Geburtstagsgeschenk für meinen Mann.
Eigentlich wollte ich einen kaufen, aber alle Modelle die ich ihm zeigt, hatten ein Manko. "Ja, so wie der, nur.. " Also beschloss ich ihm einen zu nähen.  Einfach so- nach meiner Vorstellung bzw. so wie ich das Gefühl hatte, wie mein Mann seinen Rucksack haben wollte.


Und ich hatte Glück - ich habe einen Volltreffer gelandet. Der Rucksack ist tagtäglich im Einsatz....
Meine größten Befürchtungen, nämlich mangelnder Komfor haben sich nicht bewahrheitet.
Mein Mann behauptet zu mindest, dass er sehr bequem sei...

Neben dem Komfort war mein schwerwiegenstes Probleme die Frage des Obermaterials - schöne Haptik, dennoch ein wenig wasserabweisend ...
Letztendlich habe ich mich für dunkelblaues schweres Segeltuch (300g/m²) entschieden. Und nachdem ich in der Dusche den Härte-Wassertest gemacht habe, entschloss ich spontan einen aussortierten Duschvorhang als zusätzlichen Wasserabweiseschutz zu integrieren. Immerhin wird darin regelmäßig ein Laptop transportiert....
Um ausreichend zu polstern habe ich Thermolan genutzt. Damit habe ich sowohl den Rücken, als auch die Träger und das Trennfach gepolstert. Und ordentlich abgesteppt, weil es nicht aufbügelbar ist. Sicherlich hätte man dafür auch Volumenvlies nehmen können, aber ich habe mich - in meiner Ahnungslosigkeit- dafür entschieden, weil es von sich aus schon Stand hat.

Da unsere Taschen an den untern  Ecken meistens total verschrammelt sind, habe ich den unteren Teil mit Echtleder abgesetzt. Bis das mal durch ist, schwächelt alles andere...


Innen ist der Rucksack in zwei Fächer unterteilt. Der hintere am Rücken, für den Laptop. Daher ist auch die Trennung gefüttert. Hier liegt die wasserdichte Schicht  zwischen dem blauen Segeltuch. Das vordere große Fach besteht nur aus Oberstoff und Duschvorhang. An der Trennung gibt es noch ein kleines Fach für Krimskrams. Wenn ihr genau hinseht, könnt ihr oben auf dem Bild die Klappe erkennen. Inklusive dem Loch für die Duschringe... Eigentlich wollte ich es als Knopfloch nutzen- fand es letztendlich jedoch zu unpraktisch. Jetzt hängt an dem Loch ein Karabiner für den Hausschlüssel....


Verschlossen wird die Tasche, indem das obere Teil einfach gerollt und mit ein Lederband mit Löchern auf einen Stift gesteckt wird. Dies stammt von einer alten, ausrangierten Tasche

Außen gibt es auch noch einmal drei Fächer. Zwei kleine, für Flasche und Regenschirm, seitlich und ein großes vorne. Das große Fach ist noch einmal mit einem Magneten gesichert, damit es nicht aufsteht.

Außerdem noch eine Echtleder-Aufhängung.

 

 Hier sieht man auch nochmal wie die Träger abgesteppt sind. Einmal seitlich und das Gurtband ist auch aufgenäht.zu mindest bist einige Zentimeter vor Schluss. Da ging es natürlich nicht mehr, da der Schieber befestigt werden musste.
A propos Schieber. Ich habe hier einen metallenen verwendet. Das sieht zwar cool aus. Hält aber nicht so gut das Gewicht des Rucksacks. Schon gar nicht wenn er voll bepackt ist... Wir haben jetzt ein wenig Gafferband um den mittleren Steg gemacht und seitdem besteht das Problem nicht mehr...

Als der Rucksack für die Fotos so hing, kam ein Windstoß und bescherte euch diesen wunderbaren Rundumblick...


Und? wäre so ein Rucksack auch was für euch, oder eure Männer?

Verlinkt mit CreaDienstag, DienstagsDinge, HoT, Söhne und Kerle, Taschen & Täschen
Schnitt: eigner
Stoff: Segeltuch von Stoffmeile; Leder von Joe und Anna


Sonntag, 25. September 2016

Wintermantel-Sew-Along 2016...

Endlich ist es wieder Zeit zum Wintermantel-Sew-Along!
Ich liebe zwar nachwievor meinen roten Doufflecoat vom letzten Jahr und hab ihn wirklich gerne getragen, aber für so richtig knackig kalte Wintertage oder wenn es arg windig war,  war er grenzwertig und ich habe dann auf meine Outdoorjacke zurück gegriffen...
Daher "brauche" ich  einen richtig warmen Mantel. Mit Futter. Und wenn es geht auch ein bisschen Regen- / Schnee (haha) abweisend. Daher habe ich den Sew-Along-Termin herbei gesehent. Ich kenn mich doch... So Großprojekte schiebe ich nämlich gerne vor mich her...

Der Schnitt steht schon lange fest und liegt schon geplottet seit einer Weile zu Hause. Es soll der Wind- und Wetterparka von Lotte & Ludwig werden. Der gefällt mir schon seit immer. Und ich habe im letzten Winter meinen Mann um seinen Parka beneidet. Allerdings gefällt mir auch der Autumn Windbreaker aus der Ottobre 4/13 sehr gut. Da werde ich sicherlich einige Elemente übernehmen, so wie die Belege und den Fischschwanz...

Ottobre 4/13 und Wind & Wetter Parka Lotte & Ludwig
Als sonstige Features / Änderungen stehen schon fest: - kleiner Kapuze als vom WWP, verdeckte Bündchen, eine Blende, mit Schulterpasse. Joa, soweit...

Diesmal soll die Farbe nicht so knallig sein wie beim Doufflecoat. Daher habe ich mir jetzt bei Aktivstoffe als Hauptstoff einen Baumwoll-Mischgewebe mit Teflon Imprägnierung in Sand  und in Rost-orange bestellt.
Wenn "Sand" genau so aussieht wie auf meinem Rechner, ist es von der Farbe exakt das was ich gesucht habe. Das einzige was mich eventuell stören könnte, ist die Haptik. Es könnte sein, dass mir die Griffigkeit fehlt. Deshalb habe ich von der Stoffmeile Segeltuchstoffproben in beige und Terra bestellt.
Als Futter mag ich auf jeden Fall "Mind the moose" von Soft Cactus in braun haben. Den finde ich für eine Winterjacke einfach perfekt.


Auch wenn das jetzt gedanklich schon recht weit klingt, gibt es doch noch einige Entscheidungen zu treffen. So weiß ich noch nicht welche Taschen. Vermutlich werden es doch die klassischen Beuteltaschen. Eventuell oben noch Paspeltaschen.
Dann ist überlege ich noch ob zweifarbig oder einfarbig und dafür mit Paspel. Das entscheide ich dann, wenn die Muster / Stoffe da sind....
Welche wärmende Einlage. Thinsulate? H640? Was anderes? Dazu wolte ich mir den Beitrag vom letzten Jahr noch einmal genau durchlesen. Oder habt ihr irgendwelche Empfehlungen? Ich bin wirklich eine Frostbeule...

Jetzt bin ich aber gespannt was eure Wintermantelprojekte so sind...

Mittwoch, 14. September 2016

Blusen können so lässig sein...

Schon länger hatte ich Lust mir eine Bluse zu nähen. Aber bitte trotzdem schön lässig… Über Umwege und rein zufällig bin ich über Mélilot von Deer & Doe gestolpert.
Genau das was ich gesucht hatte! Überschnittene Schultern, leichter Loose / Oversize-Charakter und einiges an Variationsmöglichkeiten… Langarm / Kurzarm, Kragen / Mao-Kragen, normale / verdeckte Knopfleiste, Brusttaschen… 


Theoretisch wäre so eine richtig, echte Bluse möglich - also Langarm mit Ärmelschlitz und Manschetten und einem feinen Kragen…  Die ist auch schon geplant, aber vorerst habe ich mich für die Sommervariante in Kurzarm mit Umschlag und Mao-Kragen entschieden. Und verdeckter Knopfleiste. Und zwei Brusttaschen.


Auch wenn mir gleich vom ersten Anblick klar war - das wird „mein“ Blusenschnitt, habe ich ne ganze Weile gezögert den Schnitt zu bestellen. Immerhin ist er mit 17 € (inkl. Versand nach D) nicht ganz günstig und Anleitung ist in französisch oder englisch. Mein französisch ist zwar in Ordnung - allerdings bisher noch keine Erfahrung im Nähjargon. Und mein englisch ist unterirdisch. Zudem ist die Schwierigkeitsstufe mit 4 von 5 angegeben. Laut dem Deer & Doe-Blog bedeutet das, dass Näherfahrung vorausgesetzt wird und die Erläuterungen knapper gehalten sind. Davor hatte ich Respekt…


Letztendlich war es gar nicht schlimm. Die Erläuterungen waren für mich völlig ausreichend. Zu dem gibt es noch die Skizzen. Allerdings ist es wirklich kein Anfängerprojekt. Und entweder sollte man, wenn man weder französisch noch englisch versteht, schon Blusen/Hemden genäht haben oder eine der beiden Sprachen einigermaßen mächtig sein… Aber, wenn man sich ran traut, erhält man wirklich ein tolles Endprodukt.
Denn Dank der französischen Nähten sieht die Bluse auch im Inneren top - oder wie der Franzose sagt - "nickel" aus. Die französischen Nähte heißen im französischen lustigerweise englische Naht…. Das war der einzige Punkt über den ich gestolpert bin. Denn davon hatte ich noch nie was gehört. Aber ein Blick in die englische Anleitung, wo wieder von den französischen Nähten die Rede war, brachte Aufklärung.


Ich habe an dem Schnitt zwei bzw. drei Anpassungen vorgenommen. Und zwar habe ich mich zum ersten Mal an einer sba versucht. Dank Erläuterung im D&D- Blog ging das problemlos. Allerdings darf man nicht vergessen anschließend die Position der Brusttaschen zu korrigieren. Zum Glück fällt mein Faux-pas getragen nicht wirklich auf, nur auf dem Bügel hängend...
Zuden habe ich habe den Schnitt um 4 cm in der Taille verlängert, da er für 1,70m Frauen ausgelegt ist.


Einerseits finde ich die Bluse fast ein bisschen lang (das soll zwar so, aber trotzdem), andererseits waren die paar Zusatz Zentimeter genau richtig. Denn seitlich geht der Saum sehr weit hoch und überdeckt so den Hosenbund ordentlich.


Ohne Verlängerung, wäre es knapp geworden. Wenn man es ganz richtig nimmt, habe ich die Bluse sogar um 5 cm verlängert. Denn satt des vorgesehenen doppelt umgeklappten Saum (insgesamt 2 cm sind im Schnitt vorgesehen), habe ich mit Schrägband gesäumt - weil es mir so gut dazu gefiel. Das war super, denn so bin ich mit den starken Rundungen am Saum nicht in die Bredouille gekommen…


Genäht habe ich diese Bluse übrigens aus Voile in der Farbe Curry. Meiner Meinung nach eher Senf, aber letztendlich völlig wurscht- ganz meine Farbe. Und die Bezeichnung macht der Leichtigkeit des Stoffes alle Ehre. Leider ist er entsprechend transparent. Aber dank den beiden Brusttaschen und bei der richtigen Wahl der Unterwäsche kein Problem.


Anders als auf den obrigen Fotos, habe ich die Bluse meistens offen getragen. So wie hier am Wochenende auf dem Altstadtfest der Nachbarstadt. Diesmal kombiniert mit meiner olivfarbenen Chino, meiner Alltags-Tulipa und einer Kette die ich kurz vorher an einen der Ständen ergattert hatte.


Ich finde die Kombi ziemlich lässig. Und ich liebe diese Farben. So richtig schön herbstlich...

Und weil ich so einen wunderbaren Kragen und die schöne Knopfleiste habe, geht mein Beitrag noch rüber zu #12lettersofhandmadefashion

Verlinkt mit MeMadeMittwoch, deearanddoeaddict
Stoff: Baumwollvoile von Stoff&Stil in Curry (Farbe ist online zu mindest nicht erhältlich)