Mittwoch, 27. Juli 2016

Über Streifen und Erkenntnisse...

Ich packe meinen Koffer... und nehme mit- mein neues Streifen Shirt. Es ist bei weitem nicht perfekt und bis zum Urlaub dauert es auch noch ein bisschen. Aber sind da traditionell der letzte MeMadeMittwoch vor der Sommerpause der Urlaubsgaderobe gewidmet ist, wollte ich es euch unbedingt zeigen. Zumal ich beim Nähen ein Bild von Sonne, Strand, Meer und Eis vor Augen hatte.


Normalerweise trage ich das Shirt zu einer engen Hose. Doch neulich sah ich eine Bekannte die ein Bretonenshirt und ein Midi-Jeansrock trug. Das Shirt locker in den Rock gesteckt. Das gefiel mir unheimlich gut an ihr und erinnerte mich dran, dass ich einen ähnlichen Jeansrock besitzte. Denn hatte ich vor über 10 Jahren in einem Second-Hand-Laden gekauft. Damit ist er sicherlich so Antik wie er aussieht... Ehrlich gesagt wusste ich den Rock nie recht zu tragen und fand auch die Länge seltsam an mir. Erstaunlich dass er diverse Ausmist-Aktionen überlebt hat... Heute bin ich ganz froh drüber. Denn mir gefällt die Kombi eigentlich recht gut, wenn auch ungewohnt. Mein Mann findet, es verkürzt den Oberkörper zu sehr. Grundsätzlich hat er recht, aber zu dem Stil finde ich es passend. Sonst bevorzuge ich es auch wenn Shirts bis zur Mitte Hüftknochen gehen...



Bei meinem Shirt handelt es sich übrigens um "Plantain" von Deer and Do.

Allerdings habe ich den Ausschnitt verringert, da er mir zu tief war. So finde ich ihn super.
Was ich nicht so toll finde, ist, dass die Ärmel für mich deutlich zu weit innen sitzen. Das sind bestimmt 1,5- 2cm pro Schulter die die Ärmel weiter nach außen könnten. Dabei hatte ich mich bei der gewählten Größe nach dem Brustumfang gerichtet. Aber das hat mich zu einer Erkenntnis gebracht- ich habe einen breiten Rücken! Und Julia hat mit ihrer Vermutung dass das Weite im Rücken meines Frühlingsblüschens fehlt, wahrscheinlich recht. Ich werde mich also mal mit dem Thema small breast ajustment (SBA) und dem richtigen Maßnehmen auseinandersetzten...


Leider habe ich, anders als vorgesehen, die Nähte normal mit der Overlock zusammengenäht und die überflüssige Nahtzugabe abgeschnitten. So war dann nichts mehr mit Ärmel weiter außen ansetzten. Denn eigentlich wäre einiges an Nahtzuge (1,5cm um genau zu sein) vorhanden gewesen, da das Schnittmuster diese schon beinhaltet, da es eigentlich französische Nähte vorsieht.

Laut deren Größentabelle hätte ich in der Taille allen ernstes 3 Nummern größer gebraucht. Hätte ich die Größen wie gesollt verbunden, hätte ich an der Taille eine Beule nach außen haben müssen. Darauf habe ich dann mal verzichtet und komplett in 36 zugeschnitten. Und siehe da es passt... Aber es hat mir gezeigt, dass ich keine Taille besitze.


A Propos Taille. Eigentlich hätte ich das Shirt hier um die nötigen 4 cm (Deer and Doe Schnitte sind für Frauen von 170cm angelegt) verlängern sollen- das hätte meiner nichtvorhandenen Taille sicher gut getan. Stattdessen habe ich die fehlenden Zentimeter am Saum angefügt. Jetzt beginnt der schwingende Teil, eigentlich ab Taille, etwas zu weit oben. Und der Saum wird noch ausgestellter. Jetzt verstehe ich durchaus den Sinn, warum die Verlängerung eigentlich in der Taille stattfinden sollte...
Aber grundsätzlich finde ich, dass dieses unten schwingende (das kommt mit einer Hose viel besser zur Geltung) Abwechslung in den Kleiderschrank bringt und wunderbar den Bauch kaschiert.




Besonders ist auch, dass der Saum gebogen ist. Das kommt mit den Streifen gut zur Geltung...

Ich könnte mir vorstellen, ein weiteres Plantain zu nähen, in denen ich meine Erkenntnise umsetze. Denn ich mag mein Shirt und habe es schon häufiger angehabt. Ich mag das Spiel mit den Streifen.

 

Mir gefällt der gerundete Saum und auch die Mehrweite ab Taille. Und je nachdem wie ich es kombiniere, wirkt es unterschiedlich. In den Jeansrock gesteckt, retro und zur Jeans lässig... So Teile mag ich gerne...
A propos in den Rock reingestopft - was sagt ihr? Shirt rein oder raus? Was gefällt euch besser? Und der Rock -top oder flop?

Verlinkt mit MeMadeMittwoch, Nähfrosch
Stoff: Jersey vom Stoffmarkt
Schnitt: Plantain von Deer and Doe

Dienstag, 19. Juli 2016

Meine Reste-Alltags-Büro-Tasche...

In meinem letzten Post hatte ich ja schon verraten, dass ich mir die Tulipa auch als Shopper  genäht habe. Eigentlich als "Arbeits-geh-Tasche". Aber sie mausert sich immer mehr als Alltags-Tasche. Ich trage sie einfach zu gerne. Und nachdem ich schon das ein oder andere mal drauf angesprochen wurde, trage ich sie natürlich noch lieber - das liebe Ego ;-)
 

Dabei ist die Tasche eigentlich fast ausschließlich aus Resten entstanden.

Den schmalen Streifen Kunstleder hatte ich noch von der Laptoptasche meines Mannes übrig. Der hat gerade so für den Boden und die untere "Blüte" gereicht.
Beim Nähen habe ich mich gefragt wie ich damals, als fast blutige Anfängerin, in der Lage war diesen Stoff zu nähen... Der hat dermaßen geklebt und die Maschine nicht ordentlich transportiert... Damit der Fuß besser rutscht, habe ich diesmal Tesa auf das Kunstleder, neben die Nahtlinie, geklebt. Damit hat es dann wunderbar geklappt.

Der braune Stoff ist ein Reststück Jeansstoff, der noch von der Knickebockerhose vom Äffchen übrig ist. Wenn auch noch ein bisschen lang, trägt sie aktuell übrigens das Räupchen...


Und das Futter war noch vom Hemd vom Mann übrig. Nun ist der Stoff aber tatsächlich komplett aufgebraucht. Eigentlich schade, aber die Restekiste dankt es mir...

Nur der blaue Stoff ist "neu". Eigentlich sollte aus dem knappen Meter Poly-irgendwas eine Hose oder ein Rock werden. Aber aus dem selben Stoff, nur in der anderen Farbe, hatte ich schon meine Bermuda genäht und musste feststellen, dass sie nicht angenehm auf der Haut ist. Schon gar nicht wenn es warm ist. Daher fand ich den Einsatz an der Tasche für den Stoff nicht schlecht. Da muss er nur gut aussehen und nicht bequem sein...


Da diese Tasche nur aus Stoff besteht, habe ich sie mit Thermolam gefüttert. Das hatte ich auch noch übrig ;-) Vom Rucksack meines Mannes (Denn muss ich euch unbedingt mal zeigen...)
Thermolam ist für diesen Zweck wirklich nicht ideal. Denn im Gegensatz zu Decovil oder H630, welches im Ebook empfohlen wird, kann man Thermolam nicht aufbügeln. D.h. ich hab das Thermolam zusammen mit den einzelnen Blüten vernäht. Da war genaues Arbeiten nicht einfach. Aber der Stand/ die Festigkeit des Endresultates gefällt mir. Sie wirkt nicht so starr wie mit Decovil.


Vom Verarbeiten war die Konstellation bei weitem nicht so kraftaufwendig wie meine Mini-Tulipa. Aber es liegt auch an der Größe. Je kleiner das Modell umso kniffliger...

Diesmal habe ich auch den Träger nach Anleitung gemacht. Mit Ringen und Schnallen. Wie es sich gehört....
Die Träger werden nicht rechts auf rechts zusammen genäht und dann gewendet, sondern unterschiedlich breit umgebügelt und links auf links zusammen genäht. Es war eine unglaubliche Arbeit und ich habe fast alle meine Stecknadeln benötigt, aber ich mir gefällt es wie Innen der Futterstoff mit einem schmalen Streife Außenstoff beideitig gefasst ist.

Dafür war ich beim Innenleben meiner Tulipa dann wieder faul. Kurz hatte ich überlegt ob ich die Fächer nähe, die im Ebook erklärt werden, war aber dann ehrlich zu mir selbst. Ich nutze sie zwar schon, aber als schwarzes Loch. Das was einmal darin eingepackt wird, bleibt auf ewig drin... Deshalb gab es nur die Reißverschluss-Tasche. Für die Wertsachen.


Und das Band mit dem Karabiner für die Schlüssel. Schlüssel suchen mag ich nämlich gar nicht leiden...

Gerne hätte ich die Tasche oben mit einem Reißverschluss verschlossen, aber dann hätte kein DIN A4-Hefter ordentlich reingepasst. Oder auch für meine Wasserflasche wäre es knapp geworden... Deshalb nur mit Magnetknopf.

Damit ihr besser einschätzen könnt wie groß die Tasche tatsächlich ist, habe ich euch auch Fotos im befüllten Zustand gemacht. So sieht meine Tasche in der Regel bepackt für die Arbeit aus...


Da passt schon einiges rein... Und es ist noch Luft nach oben...

Das ist sie also - meine Reste-Alltags-Büro-Tasche. Auch wenn sie nicht wirklich nach Reste aussieht.  Ich hoffe euch gefällt sie genauso gut wie mir.



Verlinks mit CreaDienstag, DienstagsDinge, HoT, Taschen & Täschchen
Stoffe: Reste vom Stoffmarkt und örtlichen Stoffladen

Donnerstag, 14. Juli 2016

Meine erstes Täschchen...

Bisher gab es von mir hier au dem Blog noch keine Taschen zu sehen. Aus gutem Grund. Ich bin da nämlich eher pragmatisch.
Ich habe einen ganzen Kühlschrank (ja, wirklich!) voll mit Taschen. Aber nutzen tue ich lediglich meine "Arbeitgeh-Tasche", die Spielplatztasche und eine kleine Umhängetasche, für meine Wertsachen... Ok, und noch den Rucksack für den Sport.

Daher bestand für mich keine Notwendigkeit Taschen zu nähen. Aber dann kam Tulipa. Ich war sofort verliebt und wusste, die Tasche wäre das I-Tüpfelchen meines geplantes Outfit als Hochzeitsgast...


Leider kann ich euch die Tasche nicht mit dem Kleid präsentieren, denn momentan müsste ich noch nackig zur Hochzeit. Aber Hauptsache die Tasche ist fertig, was? ;-)
Und so zu meinen Alltags-Klamotten macht sie sich auch richtig gut, oder nicht?


Der Taschenschnitt beinhaltet 3 Größen. Shopper, Handtasche und Mini. Für meine erste Tasche habe ich mich für die Mini-Version entschieden. Sie ist gerade so groß genug, dass mein Portmonnaie, Handy und Schlüssel rein passt.
Das ist für meinen Zweck völlig ausreichend....
Ansonsten eignet sich die Größe meiner Meinung nach wunderbar als Kindertasche (meine Jungs entwenden sie mir ständig zum Spielen...), Clutsch oder Kosmetiktäschen...


Die Größe ist allerdings ganz schön fummelig zu nähen Und das verwendete Echt-Leder macht es nicht unbedingt leichter.

Es war zwar ein Kraftakt und gezerre das Leder in die Rundung zu legen und auch das Absteppen war echt nicht ohne, aber es hat zum Glück von Anfang an problemlos geklappt. Nur das letzte Absteppen des Bodens und der vorderen Naht klappte nicht. Da wusste ich nicht wie ich die Tasche unter die Maschine packen sollte. Letztendlich wäre es ganz einfach gewesen.  Einfach umstülpen, so dass die rechte Seite innen ist... Aber dazu gibt es nun auch eine super Erklärung im Ebook. Für mich kam sie aber zu spät, da war das Futter schon drinen.
Auch wenn es kräftezerrend war (ich habe meine Finger ungelogen zwei Tage gespürrt)  hat das Leder in Kombination mit der Taschengröße einen Vorteil- ich konnte mir die Einlage (Decovil/H630) sparen....


Gefüttert ist innen ganz schlicht mit gepunkteter Baumwolle. Punkte gehen schließlich immer ;-)
Und damit nichts rausfällt, habe ich sie mit einem Magnetknopf gesichert. Auf diverse Reißverschlüsse oder Unterteilungen die im Ebook erklärt werden, habe ich verzichtet.

Auch habe ich statt des im Ebook geplanten Trägers, eine antikkupfer-farbene Gliederkette verwendet. Ich hätte eigentlich gerne richtiges Kupfer gehabt.  Das hätte noch schöner zu dem braunen Leder ausgesehen, aber ich bin nicht fündig geworden....


Die Aufhänger habe ich analog zu den anderen Größen dazu gefriemelt um die Gliederkette zu befestigen.

Im Allgemeinen finde ich das Ebook super erklärt. Und das sage ich jetzt nicht weil ich mit Probenähen durfte, sondern weil ich, als Taschen-Neuling, problemlos klargekommen bin. Wie alle anderen im Probenäh-Team auch. Und die kleinere Unstimmigkeiten/Erklärungsschwächen wie das Absteppen des Bodens sind behoben.
Daher denke ich, dass auch geübte Anfänger (so 1-10 Teilchen sollte man schon genäht haben) gut mit dem Schnitt zurecht kommen. Natürlich ist das auch abhängig vom Material....
Da man allerdings recht akkurat arbeiten muss und es doch einiges an Schnitteilen und Arbeitsschritte sind, bewerte ich den Schnitt mit 2 1/2 Schwierigkeitsknöpfen. 
Die Passformproblematik hat sich bei einer Tasche zum Glück auch erledigt- sehr sympatisch...
Und Beliebtheit entfällt, da sie für einem speziellen Zweck entstanden ist.

 

Ich muss sagen, mir hat das Nähen der Tasche wahnsinnig viel Spaß. Daher habe ich doch noch eine(n?) Shopper hinterher genäht, die jetzt meine Alltags-Büro-Tasche ist. Dazu aber demnächst mehr.
Und ich fürchte es wird nicht nur bei den beiden bleiben. Durch die Unterteilungen eignet sie sich super als Resteverwertung. Allerdings wirkt sie auch in gemustert oder ganz uni gut... So viele Möglichkeiten...
 
Stoff: Leder von Joe und Anna, Futter aus dem Bestand, Gliederkette von vintageparts.eu 

Donnerstag, 23. Juni 2016

B wie Bermuda...

Andere nähen sich für den Urlaub Röcke oder Strandkleider. Das fand ich für einen Berg-/ Wanderurlaub nicht so passend. Deshalb ist es bei mir eine Bermuda geworden... Hätte ich geahnt welches Wetter uns hier erwartet hätte ich meine Zeit wohl eher in einen Friesennerz oder dicken Pulli investiert... Wobei ich wirklich nicht meckern darf - die letzten zwei Tage waren super, so dass ich meine neue Bermuda tragen und Fotos machen konnte.


Den  Stoff habe ich vom Stoffmarkt. Ich war sofort von dieser Zweifarbigkeit angetan. Creme mit rot, so dass es von etwas weiter weg korallig aussieht. Daher habe ich gar nicht groß nach gefragt, um was es sich da handelt. Ich fürchte, irgendwas poly-mäßiges... Und sehr knitterfreundliches...


Ihr werdet es kaum glauben - die Bermuda war gebügelt und ich hatte sie keine 10 Minuten vor dem ersten Foto an... Allerdings wirkt sie in echt nicht ganz so arg knittrig wie auf den Fotos - zu mindest aus meiner Perspektive...

Genäht habe ich die Pinstripe Plaid aus der aktuellen Ottobre 2/16 ohne Änderungen. Das Nähen ging problemlos. An irgendeiner Stelle bin ich über das Ottobrisch gestolpert und hab dann letztendlich die Hose so zusammen genäht wie immer. Auch mit der Anleitung für den Reißverschluss habe ich so meine Probleme und habe auch hier einfach mal gemacht. Scheint zu passen... Dennoch, wenn ihr einen Link zu einer ordentlichen Erklärung zum Hosenreißverschluss einnähen habt, dann gerne her damit...


Gut erklärt ist jedoch wie der Hosenbund angenäht wird. Der sieht außen und innen schön ordentlich aus. Theoretisch. Praktisch sehe ich gerade auf den Fotos dass er durch das eingenähte Gummi seltsame Falten wirft... Vielleicht nutze ich doch noch den bisschen verbleibende Stoff um Gürtelschlaufen zu machen. Das hatte ich eh überlegt. Das macht eine Hose irgendwie vollständiger. Und unter einem Gürtel interessieren mich Falten wenig...


Hinten gibt es einen Abnäher. Der macht eine schöne Form.


Vorne ist hat die Hose auf beiden Seite zwei Falten. Dadurch bollert sie ein wenig. Macht sie aber auch interessanter- also die Falten, nicht die Beule...
Ansonsten handelt es sich hier um eine Hose mit hohen Bund. Das ist für mich ungewöhnlich. Normalerweise trage ich meine Hosen auf der Hüfte, aber ich muss sagen mir gefällt der hohe Bund auf den Bildern recht gut an mir. Das betont schön den Poppes und man muss keine Angst vor dem Bauarbeiterdekoltée haben...

Oder auch den Bauch, wenn ich zum Erstaunen der Jungs seltsam durch die Gegend hüpfe...


Eigentlich hatte ich überlegt die Hose wie auf diesen Fotos hochgekrempelt zu tragen. Denn die Innenseite des Stoffes ist noch einmal ein bisschen röter. Finde ich als Effekt auch ganz nett... Und die Beine wirken länger. Aber auch diese Bermudalänge gefällt mir erstaunlich gut. Daher habe ich mich- vorerst- gegen das Fixieren auf ca. 15 cm Beinlänge entschieden und werde die Hose je nach Laune als Bermuda oder als Shorts tragen. Noch habe ich den Sommer nämlich nicht aufgegeben...


Ansonsten folgt hier noch meine Zusammenfassung

Wer schon mal eine Hose genäht hat, sollte damit keine Probleme haben. Nur der Reißverschluss ist so eine Sache. Ansonsten finde ich dass die Hose bei mir gut sitzt. Allerdings muss ich mich an den hohen Bund an mir gewöhnen (optisch). Und der Stoff gefällt mir zwar gut, hat allerdings beim Tragen so seine Macken (Falten und Poly).

Heute verabschiede ich mich mit einem Foto der grandiosen Aussicht von unserer gestrigen Tour. Damit ihr mir auch glaubt, dass das Wetter tatsächlich Bermuda-freundlich war. Das lassen die obrigen Fotos gar nicht vermuten...


Stoff: Stoffmarkt


Mittwoch, 22. Juni 2016

Mélange Knit...

Ich habe eine Schwäche für Cadigans. So bald es draußen einigermaßen mild ist, werden sie getragen. Deshalb Stand von Anfang an fest, dass ich den Mélange Knit aus der Ottobre 2/2015 nähe. Bis es dann tatsächlich dazu kam hat es mal wieder gedauert. Wie immer... Das lag vorallem daran, dass ich keinen Stoff fand der mir so recht zusagte ohne ein komplettes Poly-irgendwas zu sein. Aber dann wurde ich in Frankfurt im Stoffladen fündig. Mariner Strickstoff mit wollweißen Knubbels und gut 50% Baumwoll- und Viskoseanteil. Den musste ich haben...


Dass der Stoff mich beim Nähen zu übermäßigen Fluchen verführen würde, war mir da noch nicht ersichtlich. Der Zuschnitt war kein Problem. Er fusselte zwar wie sonst was, aber nun gut. Ich wollte mit der Ovi versäubern und nix ging. Ständig flutschte der Stoff weg. Was habe ich geschimpft! Eigentlich dachte ich ja, dass man Strickstoff nicht versäubern müsste, aber nachdem sich am Saum bereits direkt nach dem Zuschnitt Laufmaschen bildeten bleib nix anderes übrig als ganz Oldschool mit der Nähmaschine zu versäubern. Ganz laaaangsam im Schneckentempo um alle fünf Teile.  

Zum Glück sieht der Saum an der vorderen Kante und unten dank Zwillingsnadel auch ohne Ovi recht sauber aus, denn die Strickjacke klafft natürlich immer wieder auf...


Das Zusammennähen ging dann wieder schnell. Ist ja im Prinzip nur Schulternähte schließen, Ärmel annähen, Seitennähte schließen, Säumen - fertig. Also ganz easy...

Da es sich hier um Strickstoff handelt, habe ich, wie von der Ottobre vorgesehen, zum ersten Mal Framilion in die Schulternähte eingenäht. Mal sehen ob es tatsächlich langfristig das Ausleiern der Schultern verhindert. 


Da ich kein Kantenband für den rückwärtigen Ausschnitt hatte, habe ich stattdessen Schrägband aus einem Reststück Baumwolle herstellt, mit eingenäht, umgeklappt und festgesteppt. In meiner Theorie sollte es einen ähnlichen Effekt haben - Den Ausschnitt zu stabilisieren und dennoch ein bisschen elastisch bleiben. Und zudem gut Aussehen...


Ansonsten habe ich tatsächlich alles ganz ottobrisch gemacht. Sogar die Ärmel die ich wie immer pauschal 5cm verlängert hatte habe ich später wieder auf wie vorgesehen gekürzt. Das passiert selten. Die scheinen daher recht lang auszufallen...



Zu guter Letzt habe ich noch Ärmelpatches angenäht. Kurz hatte ich überlegt sie vor dem Schließen der Seitennähte mit der Maschine anzunähen, mich dann aber doch für die Handvariante entschieden. Erst mit Geradestich von Loch zu Loch. Und weil ich aber beim Arbeiten mit den Patches immer an der Tischkante hängen geblieben bin, nochmal im Zickzack drum herum...


Ich sag euch, die Patches waren ein abendfüllendes Programm. Das hatte ich so nicht erwartet... Und so ist aus einem eigentlich schnellen, einfachen Schnitt ein erstaunlich aufwendiges Projekt geworden.


Aber die Mühe war es mir definitiv wert. Der Cadigan ist eine super Ergänzung in meiner Garderobe. Schlicht, aber nicht langweilig. Trägt sich, dank recht hohem Naturfaseranteil, angenehm und ist für die aktuellen Temperaturen werden zu warm noch zu kalt... Ein absolutes Lieblingsteil eben... 


Verlinkt mit: MeMadeMittwoch, HoT
Stoff: Stoff Martino, Frankfurt

Dienstag, 7. Juni 2016

Ananas...

Passend zum Sommer, gab es für das Räupchen ein T-Shirt. Und zwar dem Bug aus der aktuellen Ottobre 3/16. Schon beim ersten durchblättern gefiel mir der Schnitt mit der vorgezogenen Knopfleiste. Das hat ein bisschen was von einem einseitigen amerikanischen Ausschnitt...


Der Ringel- und gelbe Stoff standen schnell fest. Senfgelb steht ihm einfach zu gut und passt wunderbar zu blau. Kurz habe ich überlegt mit welcher Applikation ich das Gelb wieder aufnehmen könnte. Das Quitscheentchen war mir zu kindlich, also bin ich mal dem Trend gefolgt und habe mich für eine Ananas entschieden...


Obwohl ich Vlies unter der Appli hatte, verzog sich der Stoff beim Waben Nähmalen. So kam ich erst auf die Idee die Ananas dreidimensional zu machen.
Ich habe die Ananas zu 2/3 festgenäht und anschließen die Reste einer alten Decke hineingestopft. Das geht natürlich auch mit normalem Volumenvlies, Füllmasse etc. Dann habe ich noch mal einige Waben nachgenäht um sie noch plastischer wirken zu lassen.


Die Blätter sind ganz normal drauf appliziert.
Das Mint der Blätter habe ich auch noch einmal an der Streifenversäuberung der Ärmel aufgenommen.



Was ich bei dieser ganzen 3D-Geschichte außer Acht gelassen habe, war, dass das Räupchen einen kleinkindtypischen Kugelbauch hat. Das ist so doch ziemlich viel Bauch... Am Tag der Fotos ganz besonders, Dank Magen-Darm-Blubber-Bauch. Armes Räupchen...


Zu nähen ging das Shirt sehr gut. Allerdings bin ich über die einzige Hürde gestolpert die es bei einem Asymmetrischen Schnitt zu nehmen gibt - die Asymmetrie...
Weil es sich ja um ein simples Shirt handelt, habe ich die Anleitung weggeräumt und wollte es ohne nähen und habe prompt die gegenseitige Lasche abgeschnitten. Großartig...! Neu zuschneiden war nicht, wegen kein Stoff mehr. Also wieder mit minimaler Nahtzugabe angenäht und gehofft dass es sich beim Tragen nicht zu sehr verzieht. Tut es zum Glück nicht!


Das Räupchen hat echt Pech. Kommt beim Nähen zu kurz und ständig passiert Murks...
Und dann habe ich mir noch nicht mal Mühe beim Streifenverlauf gegeben...


Dafür gab es noch mal ein extra Design-Feature am Saum. Den schönen geschwungenen Abschluss habe ich mit der Zwillingsnadel mit gelben und mintfarbenen Faden gesäumt...

Da das Räupchen im Brustbereich 86 benötigt, habe ich diese Größe auch genäht. Ich finde das Shirt recht schmal. Wer also wie das Räupchen ein etwas kräftigeres Kind hat und es gerne etwas legerer mag, sollte es vielleicht eine Nummer größer zuschneiden. Die Länge ist hingegen reichlich. Auch die Ärmel finde ich recht lang... Nichts destotrotz mögen wir alle sehr gerne das Shirt und es wird häufig angezogen. Das Äffchen hat beim ersten mal Tragen auf die Ananas gezeigt und mit "Da!-Oooooh..." kommentiert. Scheint ihm also auch zu gefallen


Schwierig ist der Schnitt nicht. Ein Blick auf die technische Zeichnung hätte genügt um die richtige Laschen abzuschneiden. Ansonsten muss man nur beachten, dass am kompletten Auschnitt keine Nahtzugabe hinkommt.


Ich glaube für das Äffchen gradiere ich den Schnitt hoch. Der ist ja eher schmal gebaut und mir gefällt diese Ausschnittsart gut.

Verlinkt mit CreaDienstag, Made4Boys, SewMini
Schnitt: Ottobre, Bug
Stoff: Jersey, Stoffmarkt