Freitag, 26. August 2016

Von Wildschweinen und Krokodilen...

Das Äffchen hat mit seinen jetzt 4 Jahren schon lange konkrete Vorstellungen von den Sachen die ich für ihn nähen soll. Das finde ich toll!
Ich freue mich immer sehr wenn er was "bestellt" und ich ihm seine Wünsche erfüllen kann. Und natürlich freue ich mich drüber, dass er die Sachen dann sehr gerne trägt. So wie seine Krokodils-Hose, die, wenn es nach mir gegangen wäre, eigentlich ein Hemd geworden und ganz eigentlich mit Wildschweinen drauf gewesen wäre...


Lust auf eine kleine Anekdote zu dieser Hose?

Die Jungs und ich waren in der Stadt unterwegs. In dem Laden gab es auch eine Hand voll Stoffe. Das Äffchen schnappte sich den erst besten und wollte was davon mitnehmen... Da ich die Tage eh in einen großen Stoffladen wollte, bat ich ihn den Stoff zurück zu stellen, er dürfe sich dafür einen Stoff wünschen... "Ok Mami, dann hätte ich gerne einen mit Wildschweinen" Uuups, schluck -Wildschweine? Öhm ja... Ich sagte ihm zwar, dass ich befürchte dass es keinen Wildscheinstoff gäbe, wir aber gleich zu Hause online nachsehen würden. Glücklicherweise ließ er sich auf den Deal ein und wir gingen ohne Stoff nach Hause.
Dort haben gleich online nach gesehen ob es einen Wildschweinstoff gab. Natürlich gab es ihn nicht! Zum Glück sprang ihm gleich der Krokodilsstoff ins Auge.  "Ok, dann eben die Krokodile..."
Glück gehabt! 


Daraus konnte ich mir auch gleich ein Hemd für ihn vorstellen...
Als ich dann paar Tage später den Stoff geshoppt hatte, gab's direkt eine WhatsApp nach Hause, mit prompter Antwort - das Äffchen will daraus eine Hose!
Da zeigte er sich allerdings kompromisslos. Recht hatte er. Als kurze Hose macht sie sich toll. Und der etwas festere Baumwollstoff eignet sich dafür auch viel eher als für ein leichtes Sommerhemd...


Das Äffchen mag seine Krokodilshose wirklich gerne. Trägt sie häufig. Die Wildschweine sind kein Thema mehr (wie auch immer er da plötzlich drauf kam- die waren vorher nämlich auch nie Thema). Und natürlich hat er seine Hose direkt in seinen Koffer gepackt, damit sie heute mit uns in Urlaub fahren kann. 

Genäht habe ich übrigens eine Motti Shorts. Mit gelber fake Paspel und Ziernähten. Die gehen allerdings ziemlich unter...

Auch wenn es so aussieht, ist die Hose nicht zu öffnen. Ich habe nämlich das Naht vom Saumbund bewusst nach vorne genommen und einen Knopf angenäht. Ursprünglich war der Knopf für die Potaschen gedacht, aber der Zweite war plötzlich verschwunden (dass er mittlerweile wieder aufgetaucht ist, versteht sich von selbst, oder?)... im Nachhinein auch gut so, denn sonst wären die gedrehten Krokodile gar nicht sehen...


Gesäumt habe ich nach außen und ebenfalls mit gelben Faden festgenäht.

Sitzen tut die Hose super und ist auch recht schnell genäht (wenn man sich nicht so doof anstellt wie ich es getan habe. Aber das ist eine andere Geschichte und hat lediglich was mit geistiger Umnachtung und nichts mit dem Freebook zu tun). Außerdem finde ich das System von Motti super. Breite und Länge der Hose werden separat betrachtet. Man wählt die passende Breite für sein Kind und anschließend kann man anhand einer Tabelle die passende Längenmarkierung wählen. Zwar handhabe ich es grundsätzlich so, dass ich das Kleidungsstück nach der passenden Breite wähle und dann mit einem Kleidungsstück in der richtigen Länge vergleiche und dann die entsprechende Länge nähe, aber bei Motti ist die Größe schon aufgeschlüsselt und für "Nicht-Standard-Maß-Kinder" durchaus hilfreich.

Jetzt freue ich mich aber erstmal auf unseren Sommerurlaub. Ok- nicht auf die lange Fahrt die bevorsteht, aber auf den Tapetenwechsel und die Familienzeit. Und noch einmal ausgiebig die vielen (selbstgenähten) Sommerklamotten zu tragen. Daher verabschiede mich für kurze Zeit in die Runde und wünsche euch derweil eine gute Zeit...
Stoff: Stoff &Stil


Donnerstag, 18. August 2016

Camouflage-Retro-Top...

Direkt nach dem Erscheinen der aktuellen La Maison Victor (Juli/August16) habe ich mir das Top Bree genäht. Für die heißen Sommertage...  Auch wenn gefrotzelt wird, dass dieser Sommer kein Sommer war, habe ich das Teil  recht häufig getragen. In allen möglichen Kombinationen... So wie hier mit Jeans oder zu meinen Chinos oder zu kurzen Hosen...


Im Büro mit einem luftigen Hängerchen drunter - der Ausschnitt ist schon seeehr tief geraten - nachmittags oft nur mit Bikini Oberteil... Seltsamerweise fühle ich mich mit Bikini drunter angezogener als mit BH. Dabei macht es stoffmengenmäßig wirklich keinen Unterschied. Komisch, oder? Geht es euch auch so?


Nun aber zum Schnitt. In der LMV ist es mit "schnell zu nähen" und als mittel schwer (2 von 4) eingestuft.
Schnell zu nähen ist es wirklich. Ich habe ca. 4 Stunden gebraucht für alles. Also mit abpausen, zuschneiden und nähen. Ok, dann noch einmal ca. eine halbe Stunde weil ich diverse Änderungen vorgenommen habe.
Grundsätzlich hatte ich das Top schon 12 cm länger zugeschnitten als vorgesehen. 6 cm wegen der Größe und nochmal 4 cm weil das Top an dem Model knapp aussah. Ich mag einfach kein bauchfrei...
Im nachhinein habe ich aber noch einige Änderungen vorgenommen. So habe ich aus dem Top die leichte A-Linie herausgenommen. Das ist mir mittlerweile schon öfters aufgefallen, dass mir diese Form nicht schmeichelt. Gerade geschnitten oder tailliert sieht bei mir einfach besser aus. Außerdem habe ich unten den Saum noch einmal aufgetrennt und das Gummi verlängert.

Statt des Druckknopfs oben, habe ich den Kreuzungspunkt einfach festgenäht. Die Ausschnittweite reicht mehr als aus um einfach nur hereinzuschlupfen. Außerdem habe ich die untere Stofflage punktuell an der äußeren Kante festgenäht. So kann die obere Stofflage sich frei bewegen und weich fallen. Hier auf dem Foto kann man es erahnen...


Erst hatte ich das nicht gemacht, aber da hat jeder noch so kleine Windstoß den leichten Baumwollstoff so verzogen, dass oft der Bauch frei lag....

Was mir an dem Sitz gut gefällt und wo ich auch nichts geändert habe und ich ehrlich gesagt auch nicht wüsste wie, ist wie der Halsausschnitt im Nacken sitzt. Da steht nichts ab. Und auch den Armausschnitt finde ich gut gelungen. Eng genug damit normalerweise (ja, ja Ausnahmen bestätigen die Regel) nichts hervorlunst, aber nicht einengend oder gar einschneidend.
 

Wie empfohlen habe ich mein Top aus einem "weichfallenden gewebten Stoff" genäht. In meinem Fall ist es eine ganz dünne Baumwolle. Eigentlich mit Halbkreisen und Strichen bedruckt. Also eigentlich ein graphisches Muster. 


Mein Mann meint aber, dass es von weitem was von Camouflage hat... Mal ehrlich, so ganz unrecht hat er nicht... Dennoch finde ich das Teil (nach den Änderungen) recht kleidsam geworden. Und vorallem sehr angenehm zu tragen. Wenn es heiß ist, gibt es kaum was angenehmeres als luftig-leichte Webware...


Schwer oder aufwendig zu nähen war es übrigens  nicht. Die zwei von vier Häusern kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Ich habe extra auch noch mal deren Definition von Stufe 2 angesehen. Das einzige was  nach deren Definition die Stufe zwei rechtfertigt, sind die Belege.
Das Top besteht aus einem Rückenteil, den beiden Vorderteilen, Ärmel- und einen Halsbeleg. Der wird vorne an den Beleg der Vorderteile dran genäht. Dieser ist aber schon im Vorderteil integriert und wird nur umgebügelt und abgesteppt. Ansonsten noch einen Tunnelsaum für das Gummi nähen und die Ärmelbelege annähen und umklappen...



Verlinkt mit: Rums
Stoffe: weichfallender Baumwolle-Webware vom Stoffmarkt

Mittwoch, 27. Juli 2016

Über Streifen und Erkenntnisse...

Ich packe meinen Koffer... und nehme mit- mein neues Streifen Shirt. Es ist bei weitem nicht perfekt und bis zum Urlaub dauert es auch noch ein bisschen. Aber sind da traditionell der letzte MeMadeMittwoch vor der Sommerpause der Urlaubsgaderobe gewidmet ist, wollte ich es euch unbedingt zeigen. Zumal ich beim Nähen ein Bild von Sonne, Strand, Meer und Eis vor Augen hatte.


Normalerweise trage ich das Shirt zu einer engen Hose. Doch neulich sah ich eine Bekannte die ein Bretonenshirt und ein Midi-Jeansrock trug. Das Shirt locker in den Rock gesteckt. Das gefiel mir unheimlich gut an ihr und erinnerte mich dran, dass ich einen ähnlichen Jeansrock besitzte. Denn hatte ich vor über 10 Jahren in einem Second-Hand-Laden gekauft. Damit ist er sicherlich so Antik wie er aussieht... Ehrlich gesagt wusste ich den Rock nie recht zu tragen und fand auch die Länge seltsam an mir. Erstaunlich dass er diverse Ausmist-Aktionen überlebt hat... Heute bin ich ganz froh drüber. Denn mir gefällt die Kombi eigentlich recht gut, wenn auch ungewohnt. Mein Mann findet, es verkürzt den Oberkörper zu sehr. Grundsätzlich hat er recht, aber zu dem Stil finde ich es passend. Sonst bevorzuge ich es auch wenn Shirts bis zur Mitte Hüftknochen gehen...



Bei meinem Shirt handelt es sich übrigens um "Plantain" von Deer and Do.

Allerdings habe ich den Ausschnitt verringert, da er mir zu tief war. So finde ich ihn super.
Was ich nicht so toll finde, ist, dass die Ärmel für mich deutlich zu weit innen sitzen. Das sind bestimmt 1,5- 2cm pro Schulter die die Ärmel weiter nach außen könnten. Dabei hatte ich mich bei der gewählten Größe nach dem Brustumfang gerichtet. Aber das hat mich zu einer Erkenntnis gebracht- ich habe einen breiten Rücken! Und Julia hat mit ihrer Vermutung dass das Weite im Rücken meines Frühlingsblüschens fehlt, wahrscheinlich recht. Ich werde mich also mal mit dem Thema small breast ajustment (SBA) und dem richtigen Maßnehmen auseinandersetzten...


Leider habe ich, anders als vorgesehen, die Nähte normal mit der Overlock zusammengenäht und die überflüssige Nahtzugabe abgeschnitten. So war dann nichts mehr mit Ärmel weiter außen ansetzten. Denn eigentlich wäre einiges an Nahtzuge (1,5cm um genau zu sein) vorhanden gewesen, da das Schnittmuster diese schon beinhaltet, da es eigentlich französische Nähte vorsieht.

Laut deren Größentabelle hätte ich in der Taille allen ernstes 3 Nummern größer gebraucht. Hätte ich die Größen wie gesollt verbunden, hätte ich an der Taille eine Beule nach außen haben müssen. Darauf habe ich dann mal verzichtet und komplett in 36 zugeschnitten. Und siehe da es passt... Aber es hat mir gezeigt, dass ich keine Taille besitze.


A Propos Taille. Eigentlich hätte ich das Shirt hier um die nötigen 4 cm (Deer and Doe Schnitte sind für Frauen von 170cm angelegt) verlängern sollen- das hätte meiner nichtvorhandenen Taille sicher gut getan. Stattdessen habe ich die fehlenden Zentimeter am Saum angefügt. Jetzt beginnt der schwingende Teil, eigentlich ab Taille, etwas zu weit oben. Und der Saum wird noch ausgestellter. Jetzt verstehe ich durchaus den Sinn, warum die Verlängerung eigentlich in der Taille stattfinden sollte...
Aber grundsätzlich finde ich, dass dieses unten schwingende (das kommt mit einer Hose viel besser zur Geltung) Abwechslung in den Kleiderschrank bringt und wunderbar den Bauch kaschiert.




Besonders ist auch, dass der Saum gebogen ist. Das kommt mit den Streifen gut zur Geltung...

Ich könnte mir vorstellen, ein weiteres Plantain zu nähen, in denen ich meine Erkenntnise umsetze. Denn ich mag mein Shirt und habe es schon häufiger angehabt. Ich mag das Spiel mit den Streifen.

 

Mir gefällt der gerundete Saum und auch die Mehrweite ab Taille. Und je nachdem wie ich es kombiniere, wirkt es unterschiedlich. In den Jeansrock gesteckt, retro und zur Jeans lässig... So Teile mag ich gerne...
A propos in den Rock reingestopft - was sagt ihr? Shirt rein oder raus? Was gefällt euch besser? Und der Rock -top oder flop?

Verlinkt mit MeMadeMittwoch, Nähfrosch
Stoff: Jersey vom Stoffmarkt
Schnitt: Plantain von Deer and Doe

Dienstag, 19. Juli 2016

Meine Reste-Alltags-Büro-Tasche...

In meinem letzten Post hatte ich ja schon verraten, dass ich mir die Tulipa auch als Shopper  genäht habe. Eigentlich als "Arbeits-geh-Tasche". Aber sie mausert sich immer mehr als Alltags-Tasche. Ich trage sie einfach zu gerne. Und nachdem ich schon das ein oder andere mal drauf angesprochen wurde, trage ich sie natürlich noch lieber - das liebe Ego ;-)
 

Dabei ist die Tasche eigentlich fast ausschließlich aus Resten entstanden.

Den schmalen Streifen Kunstleder hatte ich noch von der Laptoptasche meines Mannes übrig. Der hat gerade so für den Boden und die untere "Blüte" gereicht.
Beim Nähen habe ich mich gefragt wie ich damals, als fast blutige Anfängerin, in der Lage war diesen Stoff zu nähen... Der hat dermaßen geklebt und die Maschine nicht ordentlich transportiert... Damit der Fuß besser rutscht, habe ich diesmal Tesa auf das Kunstleder, neben die Nahtlinie, geklebt. Damit hat es dann wunderbar geklappt.

Der braune Stoff ist ein Reststück Jeansstoff, der noch von der Knickebockerhose vom Äffchen übrig ist. Wenn auch noch ein bisschen lang, trägt sie aktuell übrigens das Räupchen...


Und das Futter war noch vom Hemd vom Mann übrig. Nun ist der Stoff aber tatsächlich komplett aufgebraucht. Eigentlich schade, aber die Restekiste dankt es mir...

Nur der blaue Stoff ist "neu". Eigentlich sollte aus dem knappen Meter Poly-irgendwas eine Hose oder ein Rock werden. Aber aus dem selben Stoff, nur in der anderen Farbe, hatte ich schon meine Bermuda genäht und musste feststellen, dass sie nicht angenehm auf der Haut ist. Schon gar nicht wenn es warm ist. Daher fand ich den Einsatz an der Tasche für den Stoff nicht schlecht. Da muss er nur gut aussehen und nicht bequem sein...


Da diese Tasche nur aus Stoff besteht, habe ich sie mit Thermolam gefüttert. Das hatte ich auch noch übrig ;-) Vom Rucksack meines Mannes (Denn muss ich euch unbedingt mal zeigen...)
Thermolam ist für diesen Zweck wirklich nicht ideal. Denn im Gegensatz zu Decovil oder H630, welches im Ebook empfohlen wird, kann man Thermolam nicht aufbügeln. D.h. ich hab das Thermolam zusammen mit den einzelnen Blüten vernäht. Da war genaues Arbeiten nicht einfach. Aber der Stand/ die Festigkeit des Endresultates gefällt mir. Sie wirkt nicht so starr wie mit Decovil.


Vom Verarbeiten war die Konstellation bei weitem nicht so kraftaufwendig wie meine Mini-Tulipa. Aber es liegt auch an der Größe. Je kleiner das Modell umso kniffliger...

Diesmal habe ich auch den Träger nach Anleitung gemacht. Mit Ringen und Schnallen. Wie es sich gehört....
Die Träger werden nicht rechts auf rechts zusammen genäht und dann gewendet, sondern unterschiedlich breit umgebügelt und links auf links zusammen genäht. Es war eine unglaubliche Arbeit und ich habe fast alle meine Stecknadeln benötigt, aber ich mir gefällt es wie Innen der Futterstoff mit einem schmalen Streife Außenstoff beideitig gefasst ist.

Dafür war ich beim Innenleben meiner Tulipa dann wieder faul. Kurz hatte ich überlegt ob ich die Fächer nähe, die im Ebook erklärt werden, war aber dann ehrlich zu mir selbst. Ich nutze sie zwar schon, aber als schwarzes Loch. Das was einmal darin eingepackt wird, bleibt auf ewig drin... Deshalb gab es nur die Reißverschluss-Tasche. Für die Wertsachen.


Und das Band mit dem Karabiner für die Schlüssel. Schlüssel suchen mag ich nämlich gar nicht leiden...

Gerne hätte ich die Tasche oben mit einem Reißverschluss verschlossen, aber dann hätte kein DIN A4-Hefter ordentlich reingepasst. Oder auch für meine Wasserflasche wäre es knapp geworden... Deshalb nur mit Magnetknopf.

Damit ihr besser einschätzen könnt wie groß die Tasche tatsächlich ist, habe ich euch auch Fotos im befüllten Zustand gemacht. So sieht meine Tasche in der Regel bepackt für die Arbeit aus...


Da passt schon einiges rein... Und es ist noch Luft nach oben...

Das ist sie also - meine Reste-Alltags-Büro-Tasche. Auch wenn sie nicht wirklich nach Reste aussieht.  Ich hoffe euch gefällt sie genauso gut wie mir.



Verlinks mit CreaDienstag, DienstagsDinge, HoT, Taschen & Täschchen
Stoffe: Reste vom Stoffmarkt und örtlichen Stoffladen

Donnerstag, 14. Juli 2016

Meine erstes Täschchen...

Bisher gab es von mir hier au dem Blog noch keine Taschen zu sehen. Aus gutem Grund. Ich bin da nämlich eher pragmatisch.
Ich habe einen ganzen Kühlschrank (ja, wirklich!) voll mit Taschen. Aber nutzen tue ich lediglich meine "Arbeitgeh-Tasche", die Spielplatztasche und eine kleine Umhängetasche, für meine Wertsachen... Ok, und noch den Rucksack für den Sport.

Daher bestand für mich keine Notwendigkeit Taschen zu nähen. Aber dann kam Tulipa. Ich war sofort verliebt und wusste, die Tasche wäre das I-Tüpfelchen meines geplantes Outfit als Hochzeitsgast...


Leider kann ich euch die Tasche nicht mit dem Kleid präsentieren, denn momentan müsste ich noch nackig zur Hochzeit. Aber Hauptsache die Tasche ist fertig, was? ;-)
Und so zu meinen Alltags-Klamotten macht sie sich auch richtig gut, oder nicht?


Der Taschenschnitt beinhaltet 3 Größen. Shopper, Handtasche und Mini. Für meine erste Tasche habe ich mich für die Mini-Version entschieden. Sie ist gerade so groß genug, dass mein Portmonnaie, Handy und Schlüssel rein passt.
Das ist für meinen Zweck völlig ausreichend....
Ansonsten eignet sich die Größe meiner Meinung nach wunderbar als Kindertasche (meine Jungs entwenden sie mir ständig zum Spielen...), Clutsch oder Kosmetiktäschen...


Die Größe ist allerdings ganz schön fummelig zu nähen Und das verwendete Echt-Leder macht es nicht unbedingt leichter.

Es war zwar ein Kraftakt und gezerre das Leder in die Rundung zu legen und auch das Absteppen war echt nicht ohne, aber es hat zum Glück von Anfang an problemlos geklappt. Nur das letzte Absteppen des Bodens und der vorderen Naht klappte nicht. Da wusste ich nicht wie ich die Tasche unter die Maschine packen sollte. Letztendlich wäre es ganz einfach gewesen.  Einfach umstülpen, so dass die rechte Seite innen ist... Aber dazu gibt es nun auch eine super Erklärung im Ebook. Für mich kam sie aber zu spät, da war das Futter schon drinen.
Auch wenn es kräftezerrend war (ich habe meine Finger ungelogen zwei Tage gespürrt)  hat das Leder in Kombination mit der Taschengröße einen Vorteil- ich konnte mir die Einlage (Decovil/H630) sparen....


Gefüttert ist innen ganz schlicht mit gepunkteter Baumwolle. Punkte gehen schließlich immer ;-)
Und damit nichts rausfällt, habe ich sie mit einem Magnetknopf gesichert. Auf diverse Reißverschlüsse oder Unterteilungen die im Ebook erklärt werden, habe ich verzichtet.

Auch habe ich statt des im Ebook geplanten Trägers, eine antikkupfer-farbene Gliederkette verwendet. Ich hätte eigentlich gerne richtiges Kupfer gehabt.  Das hätte noch schöner zu dem braunen Leder ausgesehen, aber ich bin nicht fündig geworden....


Die Aufhänger habe ich analog zu den anderen Größen dazu gefriemelt um die Gliederkette zu befestigen.

Im Allgemeinen finde ich das Ebook super erklärt. Und das sage ich jetzt nicht weil ich mit Probenähen durfte, sondern weil ich, als Taschen-Neuling, problemlos klargekommen bin. Wie alle anderen im Probenäh-Team auch. Und die kleinere Unstimmigkeiten/Erklärungsschwächen wie das Absteppen des Bodens sind behoben.
Daher denke ich, dass auch geübte Anfänger (so 1-10 Teilchen sollte man schon genäht haben) gut mit dem Schnitt zurecht kommen. Natürlich ist das auch abhängig vom Material....
Da man allerdings recht akkurat arbeiten muss und es doch einiges an Schnitteilen und Arbeitsschritte sind, bewerte ich den Schnitt mit 2 1/2 Schwierigkeitsknöpfen. 
Die Passformproblematik hat sich bei einer Tasche zum Glück auch erledigt- sehr sympatisch...
Und Beliebtheit entfällt, da sie für einem speziellen Zweck entstanden ist.

 

Ich muss sagen, mir hat das Nähen der Tasche wahnsinnig viel Spaß. Daher habe ich doch noch eine(n?) Shopper hinterher genäht, die jetzt meine Alltags-Büro-Tasche ist. Dazu aber demnächst mehr.
Und ich fürchte es wird nicht nur bei den beiden bleiben. Durch die Unterteilungen eignet sie sich super als Resteverwertung. Allerdings wirkt sie auch in gemustert oder ganz uni gut... So viele Möglichkeiten...
 
Stoff: Leder von Joe und Anna, Futter aus dem Bestand, Gliederkette von vintageparts.eu 

Donnerstag, 23. Juni 2016

B wie Bermuda...

Andere nähen sich für den Urlaub Röcke oder Strandkleider. Das fand ich für einen Berg-/ Wanderurlaub nicht so passend. Deshalb ist es bei mir eine Bermuda geworden... Hätte ich geahnt welches Wetter uns hier erwartet hätte ich meine Zeit wohl eher in einen Friesennerz oder dicken Pulli investiert... Wobei ich wirklich nicht meckern darf - die letzten zwei Tage waren super, so dass ich meine neue Bermuda tragen und Fotos machen konnte.


Den  Stoff habe ich vom Stoffmarkt. Ich war sofort von dieser Zweifarbigkeit angetan. Creme mit rot, so dass es von etwas weiter weg korallig aussieht. Daher habe ich gar nicht groß nach gefragt, um was es sich da handelt. Ich fürchte, irgendwas poly-mäßiges... Und sehr knitterfreundliches...


Ihr werdet es kaum glauben - die Bermuda war gebügelt und ich hatte sie keine 10 Minuten vor dem ersten Foto an... Allerdings wirkt sie in echt nicht ganz so arg knittrig wie auf den Fotos - zu mindest aus meiner Perspektive...

Genäht habe ich die Pinstripe Plaid aus der aktuellen Ottobre 2/16 ohne Änderungen. Das Nähen ging problemlos. An irgendeiner Stelle bin ich über das Ottobrisch gestolpert und hab dann letztendlich die Hose so zusammen genäht wie immer. Auch mit der Anleitung für den Reißverschluss habe ich so meine Probleme und habe auch hier einfach mal gemacht. Scheint zu passen... Dennoch, wenn ihr einen Link zu einer ordentlichen Erklärung zum Hosenreißverschluss einnähen habt, dann gerne her damit...


Gut erklärt ist jedoch wie der Hosenbund angenäht wird. Der sieht außen und innen schön ordentlich aus. Theoretisch. Praktisch sehe ich gerade auf den Fotos dass er durch das eingenähte Gummi seltsame Falten wirft... Vielleicht nutze ich doch noch den bisschen verbleibende Stoff um Gürtelschlaufen zu machen. Das hatte ich eh überlegt. Das macht eine Hose irgendwie vollständiger. Und unter einem Gürtel interessieren mich Falten wenig...


Hinten gibt es einen Abnäher. Der macht eine schöne Form.


Vorne ist hat die Hose auf beiden Seite zwei Falten. Dadurch bollert sie ein wenig. Macht sie aber auch interessanter- also die Falten, nicht die Beule...
Ansonsten handelt es sich hier um eine Hose mit hohen Bund. Das ist für mich ungewöhnlich. Normalerweise trage ich meine Hosen auf der Hüfte, aber ich muss sagen mir gefällt der hohe Bund auf den Bildern recht gut an mir. Das betont schön den Poppes und man muss keine Angst vor dem Bauarbeiterdekoltée haben...

Oder auch den Bauch, wenn ich zum Erstaunen der Jungs seltsam durch die Gegend hüpfe...


Eigentlich hatte ich überlegt die Hose wie auf diesen Fotos hochgekrempelt zu tragen. Denn die Innenseite des Stoffes ist noch einmal ein bisschen röter. Finde ich als Effekt auch ganz nett... Und die Beine wirken länger. Aber auch diese Bermudalänge gefällt mir erstaunlich gut. Daher habe ich mich- vorerst- gegen das Fixieren auf ca. 15 cm Beinlänge entschieden und werde die Hose je nach Laune als Bermuda oder als Shorts tragen. Noch habe ich den Sommer nämlich nicht aufgegeben...


Ansonsten folgt hier noch meine Zusammenfassung

Wer schon mal eine Hose genäht hat, sollte damit keine Probleme haben. Nur der Reißverschluss ist so eine Sache. Ansonsten finde ich dass die Hose bei mir gut sitzt. Allerdings muss ich mich an den hohen Bund an mir gewöhnen (optisch). Und der Stoff gefällt mir zwar gut, hat allerdings beim Tragen so seine Macken (Falten und Poly).

Heute verabschiede ich mich mit einem Foto der grandiosen Aussicht von unserer gestrigen Tour. Damit ihr mir auch glaubt, dass das Wetter tatsächlich Bermuda-freundlich war. Das lassen die obrigen Fotos gar nicht vermuten...


Stoff: Stoffmarkt


Mittwoch, 22. Juni 2016

Mélange Knit...

Ich habe eine Schwäche für Cadigans. So bald es draußen einigermaßen mild ist, werden sie getragen. Deshalb Stand von Anfang an fest, dass ich den Mélange Knit aus der Ottobre 2/2015 nähe. Bis es dann tatsächlich dazu kam hat es mal wieder gedauert. Wie immer... Das lag vorallem daran, dass ich keinen Stoff fand der mir so recht zusagte ohne ein komplettes Poly-irgendwas zu sein. Aber dann wurde ich in Frankfurt im Stoffladen fündig. Mariner Strickstoff mit wollweißen Knubbels und gut 50% Baumwoll- und Viskoseanteil. Den musste ich haben...


Dass der Stoff mich beim Nähen zu übermäßigen Fluchen verführen würde, war mir da noch nicht ersichtlich. Der Zuschnitt war kein Problem. Er fusselte zwar wie sonst was, aber nun gut. Ich wollte mit der Ovi versäubern und nix ging. Ständig flutschte der Stoff weg. Was habe ich geschimpft! Eigentlich dachte ich ja, dass man Strickstoff nicht versäubern müsste, aber nachdem sich am Saum bereits direkt nach dem Zuschnitt Laufmaschen bildeten bleib nix anderes übrig als ganz Oldschool mit der Nähmaschine zu versäubern. Ganz laaaangsam im Schneckentempo um alle fünf Teile.  

Zum Glück sieht der Saum an der vorderen Kante und unten dank Zwillingsnadel auch ohne Ovi recht sauber aus, denn die Strickjacke klafft natürlich immer wieder auf...


Das Zusammennähen ging dann wieder schnell. Ist ja im Prinzip nur Schulternähte schließen, Ärmel annähen, Seitennähte schließen, Säumen - fertig. Also ganz easy...

Da es sich hier um Strickstoff handelt, habe ich, wie von der Ottobre vorgesehen, zum ersten Mal Framilion in die Schulternähte eingenäht. Mal sehen ob es tatsächlich langfristig das Ausleiern der Schultern verhindert. 


Da ich kein Kantenband für den rückwärtigen Ausschnitt hatte, habe ich stattdessen Schrägband aus einem Reststück Baumwolle herstellt, mit eingenäht, umgeklappt und festgesteppt. In meiner Theorie sollte es einen ähnlichen Effekt haben - Den Ausschnitt zu stabilisieren und dennoch ein bisschen elastisch bleiben. Und zudem gut Aussehen...


Ansonsten habe ich tatsächlich alles ganz ottobrisch gemacht. Sogar die Ärmel die ich wie immer pauschal 5cm verlängert hatte habe ich später wieder auf wie vorgesehen gekürzt. Das passiert selten. Die scheinen daher recht lang auszufallen...



Zu guter Letzt habe ich noch Ärmelpatches angenäht. Kurz hatte ich überlegt sie vor dem Schließen der Seitennähte mit der Maschine anzunähen, mich dann aber doch für die Handvariante entschieden. Erst mit Geradestich von Loch zu Loch. Und weil ich aber beim Arbeiten mit den Patches immer an der Tischkante hängen geblieben bin, nochmal im Zickzack drum herum...


Ich sag euch, die Patches waren ein abendfüllendes Programm. Das hatte ich so nicht erwartet... Und so ist aus einem eigentlich schnellen, einfachen Schnitt ein erstaunlich aufwendiges Projekt geworden.


Aber die Mühe war es mir definitiv wert. Der Cadigan ist eine super Ergänzung in meiner Garderobe. Schlicht, aber nicht langweilig. Trägt sich, dank recht hohem Naturfaseranteil, angenehm und ist für die aktuellen Temperaturen werden zu warm noch zu kalt... Ein absolutes Lieblingsteil eben... 


Verlinkt mit: MeMadeMittwoch, HoT
Stoff: Stoff Martino, Frankfurt