Dienstag, 27. September 2016

Hipster-Rucksack...


Das war der Arbeitstitel für das Geburtstagsgeschenk für meinen Mann.
Eigentlich wollte ich einen kaufen, aber alle Modelle die ich ihm zeigt, hatten ein Manko. "Ja, so wie der, nur.. " Also beschloss ich ihm einen zu nähen.  Einfach so- nach meiner Vorstellung bzw. so wie ich das Gefühl hatte, wie mein Mann seinen Rucksack haben wollte.


Und ich hatte Glück - ich habe einen Volltreffer gelandet. Der Rucksack ist tagtäglich im Einsatz....
Meine größten Befürchtungen, nämlich mangelnder Komfor haben sich nicht bewahrheitet.
Mein Mann behauptet zu mindest, dass er sehr bequem sei...

Neben dem Komfort war mein schwerwiegenstes Probleme die Frage des Obermaterials - schöne Haptik, dennoch ein wenig wasserabweisend ...
Letztendlich habe ich mich für dunkelblaues schweres Segeltuch (300g/m²) entschieden. Und nachdem ich in der Dusche den Härte-Wassertest gemacht habe, entschloss ich spontan einen aussortierten Duschvorhang als zusätzlichen Wasserabweiseschutz zu integrieren. Immerhin wird darin regelmäßig ein Laptop transportiert....
Um ausreichend zu polstern habe ich Thermolan genutzt. Damit habe ich sowohl den Rücken, als auch die Träger und das Trennfach gepolstert. Und ordentlich abgesteppt, weil es nicht aufbügelbar ist. Sicherlich hätte man dafür auch Volumenvlies nehmen können, aber ich habe mich - in meiner Ahnungslosigkeit- dafür entschieden, weil es von sich aus schon Stand hat.

Da unsere Taschen an den untern  Ecken meistens total verschrammelt sind, habe ich den unteren Teil mit Echtleder abgesetzt. Bis das mal durch ist, schwächelt alles andere...


Innen ist der Rucksack in zwei Fächer unterteilt. Der hintere am Rücken, für den Laptop. Daher ist auch die Trennung gefüttert. Hier liegt die wasserdichte Schicht  zwischen dem blauen Segeltuch. Das vordere große Fach besteht nur aus Oberstoff und Duschvorhang. An der Trennung gibt es noch ein kleines Fach für Krimskrams. Wenn ihr genau hinseht, könnt ihr oben auf dem Bild die Klappe erkennen. Inklusive dem Loch für die Duschringe... Eigentlich wollte ich es als Knopfloch nutzen- fand es letztendlich jedoch zu unpraktisch. Jetzt hängt an dem Loch ein Karabiner für den Hausschlüssel....


Verschlossen wird die Tasche, indem das obere Teil einfach gerollt und mit ein Lederband mit Löchern auf einen Stift gesteckt wird. Dies stammt von einer alten, ausrangierten Tasche

Außen gibt es auch noch einmal drei Fächer. Zwei kleine, für Flasche und Regenschirm, seitlich und ein großes vorne. Das große Fach ist noch einmal mit einem Magneten gesichert, damit es nicht aufsteht.

Außerdem noch eine Echtleder-Aufhängung.

 

 Hier sieht man auch nochmal wie die Träger abgesteppt sind. Einmal seitlich und das Gurtband ist auch aufgenäht.zu mindest bist einige Zentimeter vor Schluss. Da ging es natürlich nicht mehr, da der Schieber befestigt werden musste.
A propos Schieber. Ich habe hier einen metallenen verwendet. Das sieht zwar cool aus. Hält aber nicht so gut das Gewicht des Rucksacks. Schon gar nicht wenn er voll bepackt ist... Wir haben jetzt ein wenig Gafferband um den mittleren Steg gemacht und seitdem besteht das Problem nicht mehr...

Als der Rucksack für die Fotos so hing, kam ein Windstoß und bescherte euch diesen wunderbaren Rundumblick...


Und? wäre so ein Rucksack auch was für euch, oder eure Männer?

Verlinkt mit CreaDienstag, DienstagsDinge, HoT, Söhne und Kerle, Taschen & Täschen
Schnitt: eigner
Stoff: Segeltuch von Stoffmeile; Leder von Joe und Anna


Sonntag, 25. September 2016

Wintermantel-Sew-Along 2016...

Endlich ist es wieder Zeit zum Wintermantel-Sew-Along!
Ich liebe zwar nachwievor meinen roten Doufflecoat vom letzten Jahr und hab ihn wirklich gerne getragen, aber für so richtig knackig kalte Wintertage oder wenn es arg windig war,  war er grenzwertig und ich habe dann auf meine Outdoorjacke zurück gegriffen...
Daher "brauche" ich  einen richtig warmen Mantel. Mit Futter. Und wenn es geht auch ein bisschen Regen- / Schnee (haha) abweisend. Daher habe ich den Sew-Along-Termin herbei gesehent. Ich kenn mich doch... So Großprojekte schiebe ich nämlich gerne vor mich her...

Der Schnitt steht schon lange fest und liegt schon geplottet seit einer Weile zu Hause. Es soll der Wind- und Wetterparka von Lotte & Ludwig werden. Der gefällt mir schon seit immer. Und ich habe im letzten Winter meinen Mann um seinen Parka beneidet. Allerdings gefällt mir auch der Autumn Windbreaker aus der Ottobre 4/13 sehr gut. Da werde ich sicherlich einige Elemente übernehmen, so wie die Belege und den Fischschwanz...

Ottobre 4/13 und Wind & Wetter Parka Lotte & Ludwig
Als sonstige Features / Änderungen stehen schon fest: - kleiner Kapuze als vom WWP, verdeckte Bündchen, eine Blende, mit Schulterpasse. Joa, soweit...

Diesmal soll die Farbe nicht so knallig sein wie beim Doufflecoat. Daher habe ich mir jetzt bei Aktivstoffe als Hauptstoff einen Baumwoll-Mischgewebe mit Teflon Imprägnierung in Sand  und in Rost-orange bestellt.
Wenn "Sand" genau so aussieht wie auf meinem Rechner, ist es von der Farbe exakt das was ich gesucht habe. Das einzige was mich eventuell stören könnte, ist die Haptik. Es könnte sein, dass mir die Griffigkeit fehlt. Deshalb habe ich von der Stoffmeile Segeltuchstoffproben in beige und Terra bestellt.
Als Futter mag ich auf jeden Fall "Mind the moose" von Soft Cactus in braun haben. Den finde ich für eine Winterjacke einfach perfekt.


Auch wenn das jetzt gedanklich schon recht weit klingt, gibt es doch noch einige Entscheidungen zu treffen. So weiß ich noch nicht welche Taschen. Vermutlich werden es doch die klassischen Beuteltaschen. Eventuell oben noch Paspeltaschen.
Dann ist überlege ich noch ob zweifarbig oder einfarbig und dafür mit Paspel. Das entscheide ich dann, wenn die Muster / Stoffe da sind....
Welche wärmende Einlage. Thinsulate? H640? Was anderes? Dazu wolte ich mir den Beitrag vom letzten Jahr noch einmal genau durchlesen. Oder habt ihr irgendwelche Empfehlungen? Ich bin wirklich eine Frostbeule...

Jetzt bin ich aber gespannt was eure Wintermantelprojekte so sind...

Mittwoch, 14. September 2016

Blusen können so lässig sein...

Schon länger hatte ich Lust mir eine Bluse zu nähen. Aber bitte trotzdem schön lässig… Über Umwege und rein zufällig bin ich über Mélilot von Deer & Doe gestolpert.
Genau das was ich gesucht hatte! Überschnittene Schultern, leichter Loose / Oversize-Charakter und einiges an Variationsmöglichkeiten… Langarm / Kurzarm, Kragen / Mao-Kragen, normale / verdeckte Knopfleiste, Brusttaschen… 


Theoretisch wäre so eine richtig, echte Bluse möglich - also Langarm mit Ärmelschlitz und Manschetten und einem feinen Kragen…  Die ist auch schon geplant, aber vorerst habe ich mich für die Sommervariante in Kurzarm mit Umschlag und Mao-Kragen entschieden. Und verdeckter Knopfleiste. Und zwei Brusttaschen.


Auch wenn mir gleich vom ersten Anblick klar war - das wird „mein“ Blusenschnitt, habe ich ne ganze Weile gezögert den Schnitt zu bestellen. Immerhin ist er mit 17 € (inkl. Versand nach D) nicht ganz günstig und Anleitung ist in französisch oder englisch. Mein französisch ist zwar in Ordnung - allerdings bisher noch keine Erfahrung im Nähjargon. Und mein englisch ist unterirdisch. Zudem ist die Schwierigkeitsstufe mit 4 von 5 angegeben. Laut dem Deer & Doe-Blog bedeutet das, dass Näherfahrung vorausgesetzt wird und die Erläuterungen knapper gehalten sind. Davor hatte ich Respekt…


Letztendlich war es gar nicht schlimm. Die Erläuterungen waren für mich völlig ausreichend. Zu dem gibt es noch die Skizzen. Allerdings ist es wirklich kein Anfängerprojekt. Und entweder sollte man, wenn man weder französisch noch englisch versteht, schon Blusen/Hemden genäht haben oder eine der beiden Sprachen einigermaßen mächtig sein… Aber, wenn man sich ran traut, erhält man wirklich ein tolles Endprodukt.
Denn Dank der französischen Nähten sieht die Bluse auch im Inneren top - oder wie der Franzose sagt - "nickel" aus. Die französischen Nähte heißen im französischen lustigerweise englische Naht…. Das war der einzige Punkt über den ich gestolpert bin. Denn davon hatte ich noch nie was gehört. Aber ein Blick in die englische Anleitung, wo wieder von den französischen Nähten die Rede war, brachte Aufklärung.


Ich habe an dem Schnitt zwei bzw. drei Anpassungen vorgenommen. Und zwar habe ich mich zum ersten Mal an einer sba versucht. Dank Erläuterung im D&D- Blog ging das problemlos. Allerdings darf man nicht vergessen anschließend die Position der Brusttaschen zu korrigieren. Zum Glück fällt mein Faux-pas getragen nicht wirklich auf, nur auf dem Bügel hängend...
Zuden habe ich habe den Schnitt um 4 cm in der Taille verlängert, da er für 1,70m Frauen ausgelegt ist.


Einerseits finde ich die Bluse fast ein bisschen lang (das soll zwar so, aber trotzdem), andererseits waren die paar Zusatz Zentimeter genau richtig. Denn seitlich geht der Saum sehr weit hoch und überdeckt so den Hosenbund ordentlich.


Ohne Verlängerung, wäre es knapp geworden. Wenn man es ganz richtig nimmt, habe ich die Bluse sogar um 5 cm verlängert. Denn satt des vorgesehenen doppelt umgeklappten Saum (insgesamt 2 cm sind im Schnitt vorgesehen), habe ich mit Schrägband gesäumt - weil es mir so gut dazu gefiel. Das war super, denn so bin ich mit den starken Rundungen am Saum nicht in die Bredouille gekommen…


Genäht habe ich diese Bluse übrigens aus Voile in der Farbe Curry. Meiner Meinung nach eher Senf, aber letztendlich völlig wurscht- ganz meine Farbe. Und die Bezeichnung macht der Leichtigkeit des Stoffes alle Ehre. Leider ist er entsprechend transparent. Aber dank den beiden Brusttaschen und bei der richtigen Wahl der Unterwäsche kein Problem.


Anders als auf den obrigen Fotos, habe ich die Bluse meistens offen getragen. So wie hier am Wochenende auf dem Altstadtfest der Nachbarstadt. Diesmal kombiniert mit meiner olivfarbenen Chino, meiner Alltags-Tulipa und einer Kette die ich kurz vorher an einen der Ständen ergattert hatte.


Ich finde die Kombi ziemlich lässig. Und ich liebe diese Farben. So richtig schön herbstlich...

Und weil ich so einen wunderbaren Kragen und die schöne Knopfleiste habe, geht mein Beitrag noch rüber zu #12lettersofhandmadefashion

Verlinkt mit MeMadeMittwoch, deearanddoeaddict
Stoff: Baumwollvoile von Stoff&Stil in Curry (Farbe ist online zu mindest nicht erhältlich)

Freitag, 26. August 2016

Von Wildschweinen und Krokodilen...

Das Äffchen hat mit seinen jetzt 4 Jahren schon lange konkrete Vorstellungen von den Sachen die ich für ihn nähen soll. Das finde ich toll!
Ich freue mich immer sehr wenn er was "bestellt" und ich ihm seine Wünsche erfüllen kann. Und natürlich freue ich mich drüber, dass er die Sachen dann sehr gerne trägt. So wie seine Krokodils-Hose, die, wenn es nach mir gegangen wäre, eigentlich ein Hemd geworden und ganz eigentlich mit Wildschweinen drauf gewesen wäre...


Lust auf eine kleine Anekdote zu dieser Hose?

Die Jungs und ich waren in der Stadt unterwegs. In dem Laden gab es auch eine Hand voll Stoffe. Das Äffchen schnappte sich den erst besten und wollte was davon mitnehmen... Da ich die Tage eh in einen großen Stoffladen wollte, bat ich ihn den Stoff zurück zu stellen, er dürfe sich dafür einen Stoff wünschen... "Ok Mami, dann hätte ich gerne einen mit Wildschweinen" Uuups, schluck -Wildschweine? Öhm ja... Ich sagte ihm zwar, dass ich befürchte dass es keinen Wildscheinstoff gäbe, wir aber gleich zu Hause online nachsehen würden. Glücklicherweise ließ er sich auf den Deal ein und wir gingen ohne Stoff nach Hause.
Dort haben gleich online nach gesehen ob es einen Wildschweinstoff gab. Natürlich gab es ihn nicht! Zum Glück sprang ihm gleich der Krokodilsstoff ins Auge.  "Ok, dann eben die Krokodile..."
Glück gehabt! 


Daraus konnte ich mir auch gleich ein Hemd für ihn vorstellen...
Als ich dann paar Tage später den Stoff geshoppt hatte, gab's direkt eine WhatsApp nach Hause, mit prompter Antwort - das Äffchen will daraus eine Hose!
Da zeigte er sich allerdings kompromisslos. Recht hatte er. Als kurze Hose macht sie sich toll. Und der etwas festere Baumwollstoff eignet sich dafür auch viel eher als für ein leichtes Sommerhemd...


Das Äffchen mag seine Krokodilshose wirklich gerne. Trägt sie häufig. Die Wildschweine sind kein Thema mehr (wie auch immer er da plötzlich drauf kam- die waren vorher nämlich auch nie Thema). Und natürlich hat er seine Hose direkt in seinen Koffer gepackt, damit sie heute mit uns in Urlaub fahren kann. 

Genäht habe ich übrigens eine Motti Shorts. Mit gelber fake Paspel und Ziernähten. Die gehen allerdings ziemlich unter...

Auch wenn es so aussieht, ist die Hose nicht zu öffnen. Ich habe nämlich das Naht vom Saumbund bewusst nach vorne genommen und einen Knopf angenäht. Ursprünglich war der Knopf für die Potaschen gedacht, aber der Zweite war plötzlich verschwunden (dass er mittlerweile wieder aufgetaucht ist, versteht sich von selbst, oder?)... im Nachhinein auch gut so, denn sonst wären die gedrehten Krokodile gar nicht sehen...


Gesäumt habe ich nach außen und ebenfalls mit gelben Faden festgenäht.

Sitzen tut die Hose super und ist auch recht schnell genäht (wenn man sich nicht so doof anstellt wie ich es getan habe. Aber das ist eine andere Geschichte und hat lediglich was mit geistiger Umnachtung und nichts mit dem Freebook zu tun). Außerdem finde ich das System von Motti super. Breite und Länge der Hose werden separat betrachtet. Man wählt die passende Breite für sein Kind und anschließend kann man anhand einer Tabelle die passende Längenmarkierung wählen. Zwar handhabe ich es grundsätzlich so, dass ich das Kleidungsstück nach der passenden Breite wähle und dann mit einem Kleidungsstück in der richtigen Länge vergleiche und dann die entsprechende Länge nähe, aber bei Motti ist die Größe schon aufgeschlüsselt und für "Nicht-Standard-Maß-Kinder" durchaus hilfreich.

Jetzt freue ich mich aber erstmal auf unseren Sommerurlaub. Ok- nicht auf die lange Fahrt die bevorsteht, aber auf den Tapetenwechsel und die Familienzeit. Und noch einmal ausgiebig die vielen (selbstgenähten) Sommerklamotten zu tragen. Daher verabschiede mich für kurze Zeit in die Runde und wünsche euch derweil eine gute Zeit...
Stoff: Stoff &Stil


Donnerstag, 18. August 2016

Camouflage-Retro-Top...

Direkt nach dem Erscheinen der aktuellen La Maison Victor (Juli/August16) habe ich mir das Top Bree genäht. Für die heißen Sommertage...  Auch wenn gefrotzelt wird, dass dieser Sommer kein Sommer war, habe ich das Teil  recht häufig getragen. In allen möglichen Kombinationen... So wie hier mit Jeans oder zu meinen Chinos oder zu kurzen Hosen...


Im Büro mit einem luftigen Hängerchen drunter - der Ausschnitt ist schon seeehr tief geraten - nachmittags oft nur mit Bikini Oberteil... Seltsamerweise fühle ich mich mit Bikini drunter angezogener als mit BH. Dabei macht es stoffmengenmäßig wirklich keinen Unterschied. Komisch, oder? Geht es euch auch so?


Nun aber zum Schnitt. In der LMV ist es mit "schnell zu nähen" und als mittel schwer (2 von 4) eingestuft.
Schnell zu nähen ist es wirklich. Ich habe ca. 4 Stunden gebraucht für alles. Also mit abpausen, zuschneiden und nähen. Ok, dann noch einmal ca. eine halbe Stunde weil ich diverse Änderungen vorgenommen habe.
Grundsätzlich hatte ich das Top schon 12 cm länger zugeschnitten als vorgesehen. 6 cm wegen der Größe und nochmal 4 cm weil das Top an dem Model knapp aussah. Ich mag einfach kein bauchfrei...
Im nachhinein habe ich aber noch einige Änderungen vorgenommen. So habe ich aus dem Top die leichte A-Linie herausgenommen. Das ist mir mittlerweile schon öfters aufgefallen, dass mir diese Form nicht schmeichelt. Gerade geschnitten oder tailliert sieht bei mir einfach besser aus. Außerdem habe ich unten den Saum noch einmal aufgetrennt und das Gummi verlängert.

Statt des Druckknopfs oben, habe ich den Kreuzungspunkt einfach festgenäht. Die Ausschnittweite reicht mehr als aus um einfach nur hereinzuschlupfen. Außerdem habe ich die untere Stofflage punktuell an der äußeren Kante festgenäht. So kann die obere Stofflage sich frei bewegen und weich fallen. Hier auf dem Foto kann man es erahnen...


Erst hatte ich das nicht gemacht, aber da hat jeder noch so kleine Windstoß den leichten Baumwollstoff so verzogen, dass oft der Bauch frei lag....

Was mir an dem Sitz gut gefällt und wo ich auch nichts geändert habe und ich ehrlich gesagt auch nicht wüsste wie, ist wie der Halsausschnitt im Nacken sitzt. Da steht nichts ab. Und auch den Armausschnitt finde ich gut gelungen. Eng genug damit normalerweise (ja, ja Ausnahmen bestätigen die Regel) nichts hervorlunst, aber nicht einengend oder gar einschneidend.
 

Wie empfohlen habe ich mein Top aus einem "weichfallenden gewebten Stoff" genäht. In meinem Fall ist es eine ganz dünne Baumwolle. Eigentlich mit Halbkreisen und Strichen bedruckt. Also eigentlich ein graphisches Muster. 


Mein Mann meint aber, dass es von weitem was von Camouflage hat... Mal ehrlich, so ganz unrecht hat er nicht... Dennoch finde ich das Teil (nach den Änderungen) recht kleidsam geworden. Und vorallem sehr angenehm zu tragen. Wenn es heiß ist, gibt es kaum was angenehmeres als luftig-leichte Webware...


Schwer oder aufwendig zu nähen war es übrigens  nicht. Die zwei von vier Häusern kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Ich habe extra auch noch mal deren Definition von Stufe 2 angesehen. Das einzige was  nach deren Definition die Stufe zwei rechtfertigt, sind die Belege.
Das Top besteht aus einem Rückenteil, den beiden Vorderteilen, Ärmel- und einen Halsbeleg. Der wird vorne an den Beleg der Vorderteile dran genäht. Dieser ist aber schon im Vorderteil integriert und wird nur umgebügelt und abgesteppt. Ansonsten noch einen Tunnelsaum für das Gummi nähen und die Ärmelbelege annähen und umklappen...



Verlinkt mit: Rums
Stoffe: weichfallender Baumwolle-Webware vom Stoffmarkt

Mittwoch, 27. Juli 2016

Über Streifen und Erkenntnisse...

Ich packe meinen Koffer... und nehme mit- mein neues Streifen Shirt. Es ist bei weitem nicht perfekt und bis zum Urlaub dauert es auch noch ein bisschen. Aber sind da traditionell der letzte MeMadeMittwoch vor der Sommerpause der Urlaubsgaderobe gewidmet ist, wollte ich es euch unbedingt zeigen. Zumal ich beim Nähen ein Bild von Sonne, Strand, Meer und Eis vor Augen hatte.


Normalerweise trage ich das Shirt zu einer engen Hose. Doch neulich sah ich eine Bekannte die ein Bretonenshirt und ein Midi-Jeansrock trug. Das Shirt locker in den Rock gesteckt. Das gefiel mir unheimlich gut an ihr und erinnerte mich dran, dass ich einen ähnlichen Jeansrock besitzte. Denn hatte ich vor über 10 Jahren in einem Second-Hand-Laden gekauft. Damit ist er sicherlich so Antik wie er aussieht... Ehrlich gesagt wusste ich den Rock nie recht zu tragen und fand auch die Länge seltsam an mir. Erstaunlich dass er diverse Ausmist-Aktionen überlebt hat... Heute bin ich ganz froh drüber. Denn mir gefällt die Kombi eigentlich recht gut, wenn auch ungewohnt. Mein Mann findet, es verkürzt den Oberkörper zu sehr. Grundsätzlich hat er recht, aber zu dem Stil finde ich es passend. Sonst bevorzuge ich es auch wenn Shirts bis zur Mitte Hüftknochen gehen...



Bei meinem Shirt handelt es sich übrigens um "Plantain" von Deer and Do.

Allerdings habe ich den Ausschnitt verringert, da er mir zu tief war. So finde ich ihn super.
Was ich nicht so toll finde, ist, dass die Ärmel für mich deutlich zu weit innen sitzen. Das sind bestimmt 1,5- 2cm pro Schulter die die Ärmel weiter nach außen könnten. Dabei hatte ich mich bei der gewählten Größe nach dem Brustumfang gerichtet. Aber das hat mich zu einer Erkenntnis gebracht- ich habe einen breiten Rücken! Und Julia hat mit ihrer Vermutung dass das Weite im Rücken meines Frühlingsblüschens fehlt, wahrscheinlich recht. Ich werde mich also mal mit dem Thema small breast ajustment (SBA) und dem richtigen Maßnehmen auseinandersetzten...


Leider habe ich, anders als vorgesehen, die Nähte normal mit der Overlock zusammengenäht und die überflüssige Nahtzugabe abgeschnitten. So war dann nichts mehr mit Ärmel weiter außen ansetzten. Denn eigentlich wäre einiges an Nahtzuge (1,5cm um genau zu sein) vorhanden gewesen, da das Schnittmuster diese schon beinhaltet, da es eigentlich französische Nähte vorsieht.

Laut deren Größentabelle hätte ich in der Taille allen ernstes 3 Nummern größer gebraucht. Hätte ich die Größen wie gesollt verbunden, hätte ich an der Taille eine Beule nach außen haben müssen. Darauf habe ich dann mal verzichtet und komplett in 36 zugeschnitten. Und siehe da es passt... Aber es hat mir gezeigt, dass ich keine Taille besitze.


A Propos Taille. Eigentlich hätte ich das Shirt hier um die nötigen 4 cm (Deer and Doe Schnitte sind für Frauen von 170cm angelegt) verlängern sollen- das hätte meiner nichtvorhandenen Taille sicher gut getan. Stattdessen habe ich die fehlenden Zentimeter am Saum angefügt. Jetzt beginnt der schwingende Teil, eigentlich ab Taille, etwas zu weit oben. Und der Saum wird noch ausgestellter. Jetzt verstehe ich durchaus den Sinn, warum die Verlängerung eigentlich in der Taille stattfinden sollte...
Aber grundsätzlich finde ich, dass dieses unten schwingende (das kommt mit einer Hose viel besser zur Geltung) Abwechslung in den Kleiderschrank bringt und wunderbar den Bauch kaschiert.




Besonders ist auch, dass der Saum gebogen ist. Das kommt mit den Streifen gut zur Geltung...

Ich könnte mir vorstellen, ein weiteres Plantain zu nähen, in denen ich meine Erkenntnise umsetze. Denn ich mag mein Shirt und habe es schon häufiger angehabt. Ich mag das Spiel mit den Streifen.

 

Mir gefällt der gerundete Saum und auch die Mehrweite ab Taille. Und je nachdem wie ich es kombiniere, wirkt es unterschiedlich. In den Jeansrock gesteckt, retro und zur Jeans lässig... So Teile mag ich gerne...
A propos in den Rock reingestopft - was sagt ihr? Shirt rein oder raus? Was gefällt euch besser? Und der Rock -top oder flop?

Verlinkt mit MeMadeMittwoch, Nähfrosch
Stoff: Jersey vom Stoffmarkt
Schnitt: Plantain von Deer and Doe

Dienstag, 19. Juli 2016

Meine Reste-Alltags-Büro-Tasche...

In meinem letzten Post hatte ich ja schon verraten, dass ich mir die Tulipa auch als Shopper  genäht habe. Eigentlich als "Arbeits-geh-Tasche". Aber sie mausert sich immer mehr als Alltags-Tasche. Ich trage sie einfach zu gerne. Und nachdem ich schon das ein oder andere mal drauf angesprochen wurde, trage ich sie natürlich noch lieber - das liebe Ego ;-)
 

Dabei ist die Tasche eigentlich fast ausschließlich aus Resten entstanden.

Den schmalen Streifen Kunstleder hatte ich noch von der Laptoptasche meines Mannes übrig. Der hat gerade so für den Boden und die untere "Blüte" gereicht.
Beim Nähen habe ich mich gefragt wie ich damals, als fast blutige Anfängerin, in der Lage war diesen Stoff zu nähen... Der hat dermaßen geklebt und die Maschine nicht ordentlich transportiert... Damit der Fuß besser rutscht, habe ich diesmal Tesa auf das Kunstleder, neben die Nahtlinie, geklebt. Damit hat es dann wunderbar geklappt.

Der braune Stoff ist ein Reststück Jeansstoff, der noch von der Knickebockerhose vom Äffchen übrig ist. Wenn auch noch ein bisschen lang, trägt sie aktuell übrigens das Räupchen...


Und das Futter war noch vom Hemd vom Mann übrig. Nun ist der Stoff aber tatsächlich komplett aufgebraucht. Eigentlich schade, aber die Restekiste dankt es mir...

Nur der blaue Stoff ist "neu". Eigentlich sollte aus dem knappen Meter Poly-irgendwas eine Hose oder ein Rock werden. Aber aus dem selben Stoff, nur in der anderen Farbe, hatte ich schon meine Bermuda genäht und musste feststellen, dass sie nicht angenehm auf der Haut ist. Schon gar nicht wenn es warm ist. Daher fand ich den Einsatz an der Tasche für den Stoff nicht schlecht. Da muss er nur gut aussehen und nicht bequem sein...


Da diese Tasche nur aus Stoff besteht, habe ich sie mit Thermolam gefüttert. Das hatte ich auch noch übrig ;-) Vom Rucksack meines Mannes (Denn muss ich euch unbedingt mal zeigen...)
Thermolam ist für diesen Zweck wirklich nicht ideal. Denn im Gegensatz zu Decovil oder H630, welches im Ebook empfohlen wird, kann man Thermolam nicht aufbügeln. D.h. ich hab das Thermolam zusammen mit den einzelnen Blüten vernäht. Da war genaues Arbeiten nicht einfach. Aber der Stand/ die Festigkeit des Endresultates gefällt mir. Sie wirkt nicht so starr wie mit Decovil.


Vom Verarbeiten war die Konstellation bei weitem nicht so kraftaufwendig wie meine Mini-Tulipa. Aber es liegt auch an der Größe. Je kleiner das Modell umso kniffliger...

Diesmal habe ich auch den Träger nach Anleitung gemacht. Mit Ringen und Schnallen. Wie es sich gehört....
Die Träger werden nicht rechts auf rechts zusammen genäht und dann gewendet, sondern unterschiedlich breit umgebügelt und links auf links zusammen genäht. Es war eine unglaubliche Arbeit und ich habe fast alle meine Stecknadeln benötigt, aber ich mir gefällt es wie Innen der Futterstoff mit einem schmalen Streife Außenstoff beideitig gefasst ist.

Dafür war ich beim Innenleben meiner Tulipa dann wieder faul. Kurz hatte ich überlegt ob ich die Fächer nähe, die im Ebook erklärt werden, war aber dann ehrlich zu mir selbst. Ich nutze sie zwar schon, aber als schwarzes Loch. Das was einmal darin eingepackt wird, bleibt auf ewig drin... Deshalb gab es nur die Reißverschluss-Tasche. Für die Wertsachen.


Und das Band mit dem Karabiner für die Schlüssel. Schlüssel suchen mag ich nämlich gar nicht leiden...

Gerne hätte ich die Tasche oben mit einem Reißverschluss verschlossen, aber dann hätte kein DIN A4-Hefter ordentlich reingepasst. Oder auch für meine Wasserflasche wäre es knapp geworden... Deshalb nur mit Magnetknopf.

Damit ihr besser einschätzen könnt wie groß die Tasche tatsächlich ist, habe ich euch auch Fotos im befüllten Zustand gemacht. So sieht meine Tasche in der Regel bepackt für die Arbeit aus...


Da passt schon einiges rein... Und es ist noch Luft nach oben...

Das ist sie also - meine Reste-Alltags-Büro-Tasche. Auch wenn sie nicht wirklich nach Reste aussieht.  Ich hoffe euch gefällt sie genauso gut wie mir.



Verlinks mit CreaDienstag, DienstagsDinge, HoT, Taschen & Täschchen
Stoffe: Reste vom Stoffmarkt und örtlichen Stoffladen